Kriterien

Kriterien

Die ProgrammInfo enthält eine grafische Darstellung der jugendschutzrelevanten Kriterien:

Die Darstellung der Ausprägung erfolgt farblich dem Alterskennzeichen entsprechend in den Stufen:

keine
gering
moderat
stark

Angst

Wie bedrohlich dürfen einzelne Szenen bzw. Sendungen wirken? Wird für die jeweilige Altersgruppe übermäßig Angst erzeugt?

FSF ab 0 Jahren

Es gibt nur milde Formen von Bedrohung und Gefahr und kurze Schreckmomente. Beängstigende Szenen werden umgehend relativiert, z.B. durch humoristische oder fantastische Elemente. Die filmische Atmosphäre ist positiv geprägt, spannende und entspannende Szenen stehen in solidem Wechsel. Die Vertonung von Effekten und turbulenten Szenen ist zurückhaltend und heiter. Negative Figuren sollten visuell nicht zu bedrohlich wirken.

FSF ab 6 Jahren

Es gibt moderat gestaltete, deutlich fiktionale Bedrohungssituationen. Spannungen und ängstigende Situationen werden durch kindgerechte Dramaturgien entlastet. Die Folgen von Gewalt werden nicht oder nur behutsam visualisiert.

FSF ab 12 Jahren

Ängstigende Medieninhalte können enthalten sein, sofern sie nicht zu drastisch oder zu eindringlich inszeniert sind. Erschreckende Bilder – z.B. blutige Verletzungen, Morde, entstellte Leichen – sind nicht übermäßig eindringlich in Szene gesetzt. Einzelne tragische Ereignisse – z.B. Sterben, Krankheit, Trauer – sind plausibel in den erzählerischen Kontext eingebettet und werden in verständlicher Weise aufgelöst.

FSF ab 16 Jahren

Ängstigende Inhalte und drastische Bilder von Gewalt und Gewaltfolgen sind im Genrekontext eingebettet. Auch eindringliche Schilderungen von Gewalt und Horror- und Splatterelemente können enthalten sein, sofern die Fiktionalität und Realitätsferne der Szenarien deutlich erkennbar ist. Bei stark realistischen Bezügen, jugendaffinen Themen oder sehr expliziter Ausgestaltung der Gewaltbilder ist eine Freigabe für Erwachsene zu erwägen.

FSF ab 18 Jahren

Das Angstrisiko wird nicht allein ausschlaggebend sein für Freigaben ab 18 Jahren. Auch eindringliche Schilderungen von Gewalt und intensive Horror- und Splatterelemente sind für erwachsene Zuschauer zugänglich, sofern sie nicht z.B. wegen gewaltverherrlichender Tendenzen die Kriterien für eine Sendeunzulässigkeit berühren.

Gewalt

Wie viel Gewalt ist für die jeweilige Altersstufe verkraftbar? Wie intensiv sind die Gewaltdarstellungen? Wird Gewaltanwendung befürwortet?

FSF ab 0 Jahren

Keine Gewaltdarstellungen, sofern sie nicht stark abstrahiert sind (z.B. in Märchen- oder Fantasykontexten) und sofort aufgelöst und relativiert werden. Die Atmosphäre ist eher heiter-turbulent als bedrohlich (z.B. folgenlose Slapstickgewalt wie im Tom und Jerry-Cartoon). Andeutungen realer Gewalt können dann zumutbar sein, wenn sie von Kleinkindern noch nicht verstanden werden können und auch atmosphärisch nicht belastend sind.

FSF ab 6 Jahren

Darstellungen von Gewalt sind zurückhaltend, irreal und ohne Details in Szene gesetzt. Kampf- oder Gewaltszenen finden in realitätsfernen Kontexten statt, z.B. in Märchen-, Abenteuer- oder Fantasywelten, und sind nicht mit der Alltagswirklichkeit von Grundschulkindern zu verwechseln.

FSF ab 12 Jahren

Darstellungen von Gewalt werden im relativierenden, kritischen Kontext gezeigt (z.B. im Krimi). Identifikations- und Sympathiefiguren distanzieren sich von Gewalt und beschränken sich auf Notwehr. Auch einzelne Gewaltszenen weisen keine Verhaltensmodelle auf, in denen die Gewalthandlung filmintern als positiv und erfolgreich bewertet wird. Kämpfe und Darstellungen von Gewalt im Actiongenre sind deutlich als Fiktion erkennbar, setzen auf Technikfaszination, Kampfakrobatik und rasante Abläufe.

FSF ab 16 Jahren

Drastische Darstellungen von Gewalt müssen in einen narrativen Kontext eingebettet sein, damit sie distanziert wahrgenommen werden können. Der Gewalt befürwortende Charakter von Einzelszenen oder -figuren muss allerdings durch die Gesamtaussage des Formats relativiert werden. Obwohl die Protagonisten auch Regeln brechen, werden ihre Grenzüberschreitungen nachvollziehbar infrage gestellt. Ist die sozialethisch desorientierende bzw. Gewalt befürwortende Wirkung eines Angebots derart eindringlich und suggestiv, dass ältere Jugendliche diese Botschaft angesichts ihrer noch eingeschränkten sozialen Erfahrung und ihrer ethischen Einordnungsfähigkeit nicht relativieren können, ist eine Freigabe ab 18 Jahren zu erwägen.

FSF ab 18 Jahren

Detaillierte Schilderungen von Gewalt, eine nahe liegende Identifikation mit gewaltorientierten Figuren sowie der Eindruck, dass Gewalt inhaltlich bestimmend ist und als einziges Mittel erscheint, um Konflikte zu lösen, können ab 18 freigegeben werden, sofern eine Relativierung stattfindet (z.B. über die Fiktionalität des Dargestellten).

FSF keine Freigabe

Programme, die extreme Gewalt in ihren physischen, psychischen und sozialen Erscheinungsformen verherrlichen oder verharmlosen, sind unzulässig.

Desorientierung

Werden Werte vermittelt, die gegen unsere gesellschaftliche Grundordnung verstoßen? Werden problematische Verhaltensvorbilder gezeigt? Was muss bei möglicherweise sozialethisch desorientierenden Inhalten für die jeweilige Altersstufe berücksichtigt werden?

FSF ab 0 Jahren

Es gibt keine desorientierenden Botschaften, keine problematischen Verhaltensvorbilder und keine selbstschädigenden Verhaltensweisen. Antisoziales Verhalten geht nicht von den sympathischen Figuren oder Helden aus und wird klar und für Kinder verständlich verurteilt. Potenziell desorientierende Inhalte sind jüngeren Kindern unverständlich und berühren ihre Lebenswelt nicht.

FSF ab 6 Jahren

Potenziell desorientierende Inhalte – z.B. antisoziales Verhalten (Mobbing, Bullying), selbstgefährdendes oder selbstverletzendes Verhalten – sind kindgerecht aufbereitet und entfalten keine Vorbildwirkung. Positive Figuren dominieren gegenüber Figuren mit antisozialen Verhaltensweisen. Darstellungen von Unfällen, Krankheiten oder Schicksalsschlägen sind nicht sensationsheischend oder voyeuristisch in Szene gesetzt.

FSF ab 12 Jahren

Potenziell desorientierende Inhalte – antisoziales Verhalten, Selbstgefährdung und -verletzung, Drogenkonsum – werden nicht einseitig positiv und als mit sozialem Statusgewinn verbunden dargestellt. Es entsteht nicht der Eindruck von Normalität und gesellschaftlicher Akzeptanz des gezeigten problematischen Verhaltens. Mit sensiblen Themen wie Prostitution oder Drogenkonsum wird nicht voyeuristisch umgegangen. Darstellungen von Unfällen, Krankheiten oder Schicksalsschlägen zielen auf Empathie und sind nicht so inszeniert, dass sie gegenüber dem Leid anderer desensibilisieren. Ein Druck, optischen Schönheitsidealen nachzueifern (z.B. durch kosmetische Operationen), wird nicht erzeugt. Darstellungen von Kriegsgeschehen sind nicht einseitig positiv, Soldatentum wird nicht heroisiert, Waffenbegeisterung wird gebrochen.

FSF ab 16 Jahren

Antisoziale Verhaltensweisen (Drogenkonsum, selbstschädigendes Verhalten) können distanziert betrachtet werden, sofern sie nicht ungebrochen jugendaffin und attraktiv dargestellt bzw. entsprechende Akteure als Identifikationsfiguren aufgebaut werden. Sozial schädigende Botschaften dürfen nicht den Grundtenor ausmachen; eine Relativierung und Ansatzpunkte einer kritischen Einordnung müssen erkennbar sein.

FSF ab 18 Jahren

Filme mit sozial schädigenden Botschaften oder Aussagetendenzen sind zulässig, sofern eine Relativierung stattfindet (z.B. über die Fiktionalität des Dargestellten oder glaubwürdige Gegenpositionen).

FSF keine Ausstrahlung

Unzulässig sind Angebote, die in ihrer Gesamttendenz den Werten des Grundgesetzes krass zuwiderlaufen, indem sie etwa die Menschenwürde missachten, gegen das Toleranzgebot oder den Gleichheitsgrundsatz verstoßen oder rassistische Vorurteile propagieren. Auch Inhalte, die dazu führen können, dass Minderjährige sich selbst schädigen, indem etwa der Konsum von Drogen oder Selbstmord verherrlicht wird, dürfen im Fernsehen nicht gezeigt werden.

Sex

Welches Maß an sexuellen Darstellungen ist für die jeweilige Altersstufe verkraftbar? Wie deutlich können sexuelle Handlungen gezeigt werden?

FSF ab 0 Jahren

Sexuelle Anspielungen und Darstellungen von Sexualität sind so gestaltet, dass sie jüngere Kinder nicht irritieren oder ängstigen können. Die gezeigten Beziehungsmodelle sind durch Gleichberechtigung, Partnerschaftlichkeit und Selbstbestimmung geprägt.

FSF ab 6 Jahren

Nacktheit ist kein Tabu, doch Darstellungen von Sexualität, sexualthematische Inhalte, sexuelle Anspielungen oder Anzüglichkeiten bestimmen nicht den Gesamtcharakter des Beitrags. Die gezeigten Beziehungsmodelle sind durch Gleichberechtigung, Partnerschaftlichkeit und Selbstbestimmung geprägt. Bei potenziell irritierenden oder ängstigenden Darstellungen wird Kindern eine für sie verständliche, relativierende Orientierung geboten.

FSF ab 12 Jahren

Bilder mit sexuellen Handlungen werden gezeigt, übersteigen aber nicht die Vorstellungswelt von ab 12-Jährigen, z.B. durch die Darstellung besonders bizarrer Sexpraktiken, die normal erscheinen und so Ängste in Bezug auf die eigene Sexualität auslösen können. Sexualität erscheint selbstbestimmt und geschieht in gegenseitiger Übereinkunft, Beziehungen sind von Freiwilligkeit, Toleranz und Partnerschaftlichkeit geprägt. Ein Druck hin zu möglichst frühen sexuellen Erfahrungen oder zu bestimmten Sexualpraktiken wird nicht erzeugt. Rückwärtsgewandte Rollenklischees oder auf Ungleichheit beruhende Geschlechterrollen werden im Kontext kritisch relativiert und erscheinen nicht vorbildhaft.

FSF ab 16 Jahren

Erotikfilme mit zurückhaltend gestalteten, den Akzent auf Zwischenmenschlichkeit und Zärtlichkeit legenden Sexszenen, die diese in eine tragfähige Spielhandlung einbetten und auch der emotionalen Ebene der Sexualität Raum geben, können im Einzelfall bereits ab 16 Jahren freigegeben werden. Bei der Thematisierung und Darstellung von Sexualität in Spielfilmen ist davon auszugehen, dass 16-Jährige bereits über erste eigene sexuelle Beziehungserfahrungen verfügen, die es ihnen erlauben, auch Ansatzpunkte sexualethischer Desorientierung, wie etwa stereotype Geschlechterrollen, eine Überbetonung des Sexuellen oder bizarre Praktiken, vor diesem Hintergrund zu relativieren und distanziert zu verarbeiten.

FSF ab 18 Jahren

Sexfilme, deren Stimulierungsabsicht den Gesamteindruck bestimmen, die aber nicht pornografisch im Sinne des Gesetzes sind, können ab 18 Jahren freigegeben werden. Auch Sexdarstellungen mit desorientierenden Aussagetendenzen und Darstellungen, die Sex und Gewalt verschränken, können enthalten sein, sofern die sexuelle Selbstbestimmung als Grundwert im Gesamtkontext nicht in Zweifel gezogen wird.

FSF keine Ausstrahlung

Pornografisch – und damit unzulässig – sind Filme, die eine unpersönliche Sexualität zeigen und sexuelle Handlungen aufdringlich in Szene setzen, indem etwa auf die Geschlechtsorgane beim Verkehr fokussiert wird. Ebenfalls unzulässig sind Inhalte, die Vergewaltigung als lustvoll für das Opfer erscheinen lassen, die Personen wegen ihrer sexuellen Orientierung degradieren sowie solche Darstellungen, die Kinder oder Jugendliche in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung zeigen.

Sprache

Wie derb darf der Sprachgebrauch für die jeweilige Altersstufe sein? Welches Maß an vulgären Ausdrücken ist vertretbar?

FSF ab 0 Jahren

Es gibt keinen derben, groben Sprachgebrauch. Alltagssprachliche Flüche und Schimpfwörter kommen vor, sofern sie dem Sprachschatz von Vorschulkindern entsprechen.

FSF ab 6 Jahren

Vulgäre Ausdrücke und sexualisierte Begrifflichkeiten kommen vor, sind jedoch nicht diskriminierend, und aggressive Impulse bestimmen nicht den Gesamtkontext.

FSF ab 12 Jahren

Vulgäre Sprache und diskriminierende Sprachbilder sind enthalten, haben aber eine deutlichen Genrebezug und erscheinen nicht normal und vorbildhaft. Sie dienen in der Regel der Charakterisierung von Filmfiguren, die nicht ungebrochen zur Identifikation einladen.

FSF ab 16 Jahren

Vulgäre Sprache wird nicht allein ausschlaggebend sein für Freigaben ab 16 Jahren. Sind diskriminierende Sprachbilder mit entsprechenden Einstellungen verschränkt, die im Gesamtkontext keinerlei Relativierung erfahren, kann eine Freigabe für Erwachsene in Betracht kommen.

FSF ab 18 Jahren

Vulgäre Sprache und diskriminierende Sprachbilder sind in jeder Spielart Erwachsenen zugänglich, sofern sie nicht mit diskriminierenden oder gewaltbefürwortenden Aussagetendenzen verbunden sind, die die Kriterien für eine Sendeunzulässigkeit berühren.