Prüfentscheidungen

ProgrammInfos FSF

Die ProgrammInfos der FSF sind Jugendschutzinformationen zum Fernsehprogramm. Sie beinhalten die Altersfreigabe mit einer kurze Begründung sowie das Maß eines möglichen Wirkungsrisikos in den Kategorien Angst, Gewalt, sozialethische Desorientierung, Sex und Sprache.

Sie finden hier eine Auswahl aus annähernd 30.000 geprüften Programmen. Falls Sie sich für die Freigabe einer Sendung interessieren, die Sie hier nicht finden, wenden Sie sich bitte an unsere Jugendschutz-Hotline.

Bitte beachten Sie: Die Altersfreigabe ist keine pädagogische Empfehlung, sondern das Alter, für das ein Programm nach Einschätzung der FSF nicht entwicklungsbeeinträchtigend wirkt.

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Programme mit T

Take Me Home Tonight

USA
2008
Highschool-Komödie

In der Highschool-Komödie Take Me Home Tonight gibt sich Matt, der nach seinem Abschluss in einer Videothek arbeitet, als erfolgreicher Banker aus, um seine Jugendliebe Tori zu beeindrucken. Am Ende einer turbulenten Party-Nacht siegen Aufrichtigkeit und Liebe.
Dass der Film von der FSK ab 16 Jahren freigegeben wurde, lag vor allem an einer SM-Sexszene, die jedoch für die TV-Ausstrahlung deutlich gekürzt worden ist und im gegebenen Comedykontext nicht mehr bedrohlich ist. Der Drogenkonsum von Matts Freund Berry wird hinreichend relativiert, weil die integre Identifikationsfigur Matt keine Drogen nimmt und die negativen Auswirkungen auf Berry deutlich sichtbar und komisch überzeichnet sind. Der Drogenkonsum macht Berry nicht zum Helden, sondern zur Lachnummer. Überdies stehen nicht ausschließlich Alkohol- und Drogenkonsum im Vordergrund, sondern auch andere Themen – für Matt etwa die Frage nach dem Sinn seines Lebens, für seine Schwester die Emanzipation von ihrem besitzergreifenden Freund. Unter 12-Jährige werden den Alkohol- und Drogenkonsum, der im komödiantischen Kontext gezeigt und so positiv konnotiert wird, aufgrund der fehlenden Genrekompetenz nicht angemessen distanziert wahrnehmen können. Für diese Altersgruppe ist der Film daher noch nicht geeignet.

Weitere Informationen zum Film Take Me Home Tonight im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Ted

USA
2012
Komödie

In der US-Filmkomödie dreht sich alles um die Freundschaft zwischen John und seinem lebendigen Plüschbären Ted. Mittlerweile erwachsen lebt John mit seiner Freundin Lori zusammen, eine Wohngemeinschaft zu dritt funktioniert nicht, dennoch bringt Ted immer wieder Johns Leben durcheinander.
In der FSF-Prüfung stand die Beleuchtung des Risikos der sozialethischen Desorientierung im Vordergrund. Die umfangreiche senderseitige Schnittbearbeitung führte allerdings dazu, dass keine nachhaltige Wirkung für ab 12-Jährige zu befürchten ist. Ted stellt für diese Altersgruppe keine Identifikationsfigur mehr dar, der gezeigte Drogenkonsum dient der Charakterisierung dieser Kunstfigur und tritt zudem im Filmverlauf schrittweise in den Hintergrund. Dieses unreife Verhalten und der zunehmende kritische Umgang mit dem Thema Drogen ist für ab 12-Jährige dechiffrierbar. Auch erkennen sie die klamaukartige Machart des Films als Persiflage und können sich somit von verbliebenen desorientierenden Inhalten (sexualisierte, derbe Sprüche) hinreichend distanzieren. Die Komödie wird für das Hauptabendprogramm freigegeben. (Stand: September 2016)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Teen Wolf

Staffeln 01 – 03
USA
2011
Mystery

Teen Wolf ist eine Mischung aus Highschool- und Mysteryserie, die sich mit ihren jugendlichen Hauptfiguren und den Coming-of-Age-Problemen an ein jugendliches Publikum richtet. Im Mittelpunkt steht der Highschool-Außenseiter Scott, der eines Nachts von einem Werwolf gebissen wird und daraufhin übernatürliche Kräfte entwickelt, die ihn selbstbewusster und beliebter werden lassen. Schon bald verliebt sich seine neue Mitschülerin Allison in ihn.
Die Serie enthält einige spannende, gewalthaltige und gruselige Szenen, Einzelbilder nähern sich dabei sogar dem Horrorgenre. Aufgrund ihrer Kürze, ihrer geringen Suggestivkraft, zahlreicher Entlastungsmomente und der kontextuellen Einbettung in das Serienschema geht von diesen Szenen für ein Publikum ab 12 Jahren jedoch keine nachhaltig ängstigende Wirkung aus. Die fiktionale Rahmung ist für diese Altersgruppe ebenso gut zu erkennen wie die klar zutage tretende Gut-Böse-Charakterisierung, die ein Happy End für die Protagonisten Scott und Allison verspricht. Für unter 12-Jährige bieten diese Faktoren jedoch nicht genügend Entlastung, die spannungsreichen Momente und unvermittelt auftretenden Bilder von Gewalthandlungen können diese Altersgruppe nachhaltig ängstigen.  

Weitere Informationen zur Serie Teen Wolf im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Teenie-Mütter – Wenn Kinder Kinder kriegen

D
2010
Reality

Die in der Dokusoap dargeboten Fälle zeigen ein positives Bild von Schwangerschaft und Geburt ohne Probleme und Schwierigkeiten zu verheimlichen oder zu beschönigen. Die jungen Mütter sind eingebettet in funktionierende, liebevolle Familienbeziehungen und werden von den verantwortlichen Stellen (Jugendamt, Schule, Arzt, Hebamme) begleitet. Eine Beeinträchtigung konnte nicht gesehen werden. Im Mittelpunkt der Fälle steht immer die Liebe der jungen Mütter zu ihren Babys, ihre Absicherung durch die Familie und Hilfe von außerhalb. Zuschauer ab 12 Jahren erfahren hier Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen, falls sie einmal in solch eine Situation geraten. Die ruhige, wenig reißerische Darstellung und Kommentierung wurden für unter 12-Jährige als unproblematisch und gut verkraftbar bewertet. (Stand: April 2013)

Ab 6 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)
Ab 0 Jahren
Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Teenies auf Partyurlaub – Eltern undercover

D
2012
Dokumentation

Teenies auf Partyurlaub – Eltern undercover ist ein Docutainment-Format, bei dem Eltern ihren 17- und 18-Jährigen Kindern heimlich in den Urlaub folgen, um dort aus nächster Nähe den Urlaubsalltag ihrer Kinder zu beobachten und zu kommentieren. Gezeigt werden attraktive junge Menschen, die reihenweise Schnapsfläschchen ansetzen, blind Cocktails verkosten, eimerweise Alkohol mit dem Strohhalm trinken oder fremden Jungs den verschütteten Cocktail von der nackten Brust lecken. Negative Folgen wie Erbrechen, Verlust der Orientierung oder Streit untereinander werden nicht gezeigt. Die dargebotenen Verhaltensweisen können potenziell vorbildhaft auf Kinder und Jugendliche wirken und suggerieren, dass Alkohol – und zwar in Mengen – zum ersten Urlaub dazugehört. Relativierend sind der kritische Off-Kommentar, die Aussagen des Sozialpädagogen und die auftretenden Eltern. Die Familien wirken intakt, Probleme und Meinungsverschiedenheiten werden offen angesprochen, die Eltern verhalten sich hinsichtlich des Alkoholkonsums vorbildhaft, der Sozialpädagoge begleitet das Geschehen als moralische Instanz und informiert umfassend über die Gefahren des Alkoholmissbrauchs. Aus diesen Gründen ist eine entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung auf ab 12-Jährige auszuschließen.

Weitere Informationen zum Format Teenies auf Partyurlaub – Eltern undercover im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Teens allein zu Haus

Staffel 01: Eps. 01, 03, 04
GB
2012
Realitydoku

In der britischen Realitydoku werden von den Eltern augenscheinlich zu sehr verwöhnte Jugendliche sich selbst überlassen, indem die Eltern ohne Vorwarnung für mehrere Tage ausziehen. Ohne die sonst für sie alltäglich gewordenen elterlichen Dienstleistungen sollen sie, nun auf sich selbst gestellt, Selbständigkeit und Eigenverantwortung lernen. Neben der Bewältigung der alltäglichen Haushaltsarbeiten geht es dabei auch um finanzielles Haushalten und um ein reifes Verhalten im Umgang mit den üblichen Teenager-Vergnügungen wie Partys, Freunde und Alkohol. Die Eltern können dabei jederzeit ihre Kinder über Überwachungskameras beobachten. Betreut werden die Beteiligten von der Moderatorin und Teamleiterin Dawn O’Porter, die vor allem die Eltern berät, aber zwischendurch auch mindestens einmal die Jugendlichen aufsucht, um auch ihnen entsprechende Empfehlungen zu geben, bevor ihre Eltern zurückkehren.
In der Regel erledigen die alleingelassenen Teenager ihre angetragenen Aufgaben nur unzureichend und es fließt bei Partys viel Alkohol. In der Gesamtschau überwiegen aber positive Aspekte, da die Jugendlichen angehalten werden, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Die gezeigten Alkoholexzesse werden thematisiert und adäquat eingeordnet. Am Verhalten der Jugendlichen selbst wird sichtbar, dass der Alkoholkonsum auch negative und schmerzvolle Folgen hat, wodurch er weder attraktiv noch positiv erscheint. Das gezeigte Erziehungskonzept, welches im Sinne einer Schocktherapie die Jugendlichen zur Selbständigkeit zwingen will, erscheint objektiv betrachtet fragwürdig, bleibt aber in seiner Darstellungsweise harmlos. Fokussiert werden weniger die psychische Drucksituation als vielmehr die konstruktiven und kreativen Lösungsstrategien der Jugendlichen. Insofern entfaltet die Sendung kaum ängstigende oder desorientierende Wirkungen. Auch die Tatsache, dass die Jugendlichen zu Hause per Kamera überwacht werden, fällt als inszenatorisches Element fast völlig aus dem Aufmerksamkeitshorizont des Zuschauers und entfaltet daher auch keine wirkliche inhaltliche oder dramaturgische Tiefe. 

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Terminator 2

Tag der Abrechnung
USA
1991
Action

Zwei Terminatoren werden aus dem Jahr 2029 zurück in das Jahr 1994 geschickt. Beide haben ein Ziel, den zehnjährigen John Connor. Während der T-800 der gute Terminator ist, der von John Connor selbst aus der Zukunft in die Vergangenheit geschickt wurde, um ihn als Kind zu beschützen, ist der T-1000 ein höher entwickelter Prototyp und Abgesandter der Maschinen mit dem Auftrag John Connor zu eliminieren.
Der Film ist klar in einem Science-Fiction-Kontext angesiedelt und beginnt in der Zukunft, in der Kriegsszenen zwischen Menschen und Maschinen gezeigt werden. Nicht zuletzt die Tricktechnik um das immer wieder einschmelzende Metall beim Terminator T-1000 verdeutlich wiederholt den rein fantastischen Charakter des Filmes. Nach einer umfassenden senderseitigen Schnittbearbeitung erhielt der Actionfilm eine Freigabe für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm in Verbindung mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren. Sowohl was den Gewalteinsatz angeht – in Bezug auf eine nachhaltige Ängstigung – als auch einem möglichen Waffenfetischismus – mit Blick auf eine etwaige Gewaltbefürwortung bzw. -förderung – wurde so entscheidend entgegengewirkt. Das Kind John ist clever genug, sich gefährlichen Situationen zu entziehen bzw. wird vom guten Terminator beschützt; auch dessen Mutter übersteht alle Gefahren, wenngleich leicht lädiert, letztlich wohlbehalten. Die zunehmend menschlichen Züge des Terminators stellen auch eine humorige Komponente deutlicher heraus. Heutigen ab 12-Jährigen wird zugetraut, das Gezeigte entsprechend ohne eine Entwicklungsbeeinträchtigung zu rezipieren. (Stand: Juni 2015)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Terminator 3: Rebellion der Maschinen

USA
2002
Action

Seit John Connor die Menschheit vor ihrer Zerstörung gerettet hat, lebt er am Rande der Gesellschaft. Auf seine Existenz gibt es keinen Hinweis, damit „Skynet“, ein hoch entwickeltes Netzwerk von Maschinen, das die gesamte Menschheit vernichten wollte und Krieg gegen ihn führte, ihn nicht ausfindig machen kann. Bis T-X, eine gnadenlose Tötungsmaschine, erscheint. Connors einzige Hoffnung ist der Terminator.
Der Science-Fiction-Film wurde in einer geschnittenen Fassung für das Hauptabendprogramm, für ab 12-Jährige freigegeben. Er ist ein reines Actionspektakel, bei dem es zu einigen Gewalttätigkeiten (Gewaltspitzen wurden entfernt), rasanten Verfolgungen, Zerstörungen und Explosionen kommt. Nach Einschätzung des FSF-Prüfausschusses ist bei älteren Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren eine Übertragung der Handlung auf die eigene Lebensrealität mehr als unwahrscheinlich. Als distanzierendes Moment wurden auch die zahlreichen, klar erkennbaren Computeranimationen sowie die Bezüge zu bekannten Computerspielen gewertet. (Stand: März 2015)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Teuflische Schwestern

Staffel 01: Eps. 01 – 03
USA
2013
Dokumentation

Die Dokumentationsreihe zeichnet das Schicksal von Schwestern und Halbschwestern nach, die sich voneinander entfremdet haben und in der Regel aus Missgunst eine tiefe Feindschaft entwickeln, welche nicht selten in Mord endet.
Die Dokumentation wechselt zwischen Szenen, die die Taten nachstellen, Archivmaterial und Interviews mit Ermittlern, Zeugen sowie Familienangehörigen. Linear zum tatsächlichen Handlungsverlauf werden die einzelnen Fälle skizziert. Die Taten werden aufgeklärt, und die Geschichten werden bis zur Gerichtsverhandlung und Bestrafung der Täterinnen verfolgt, was die ethische Einordnung des Gesehenen ermöglicht. Einige der nachgestellten Gewaltszenen können durch drastische Bilder erschrecken und unter 12-Jährige ängstigen, was klar gegen eine frühere Ausstrahlung spricht. Gemessen an üblichen Kriminalgeschichten des Hauptabendprogramms sind die Gewaltdarstellungen aber nicht auffallend explizit und wenig direkt, sondern durch Schnittbilder und Schwenks verfremdet. Ab 12-Jährigen kann daher zugetraut werden, die Darstellungen von Gewalt im gegebenen Kontext distanziert zu betrachten und zu verarbeiten.

Mehr Informationen zur Dokureihe Teuflische Schwestern im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Thor

USA
2011
Fantasy

Der Film basiert auf der Superhelden-Geschichte der Marvel-Comicfigur Thor, konzipiert nach dem Donnergott aus der nordischen Mythologie. Die Handlung spricht mit ihrem phantastischen Charakter vor allem Kinder und Jugendliche an. Die audiovisuelle Inszenierung ist sehr spektakulär, visuell überwältigend und effektlastig arrangiert. Insbesondere in den Sequenzen außerhalb der Erde ist die Bildebene deutlich als Fantasiewelt gezeichnet und grenzt sich somit von der Alltagsrealität von Kindern und Jugendlichen ab. Bis auf eine Ausnahme (Loki) sind alle Handlungsfiguren deutlich in Gut und Böse konnotiert. Die Protagonisten besitzen übernatürliche Kräfte und setzen diese in ihrem Kampf spektakulär ein. Der Held Thor ist seinen menschlichen Gegnern stets körperlich überlegen. Nach einer sehr düsteren und gewalthaltigen Exposition wird die Erzählung stark auf die Dialogebene gelenkt, was neben spannungsabbauenden Phasen und humoristischen Brechungen Entlastung für das jüngere Publikum schafft. Die Schnittfassung, in der Kampfszenen deutlich entschärft wurden, erscheint auch für unter 12-Jährige verkraftbar und kann daher im Tagesprogramm ausgestrahlt werden. (Stand: Dezember 2015)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Those who can‘t

Staffel 01: Eps. 07 – 09
USA
2016
Comedy

Die Comedyserie dreht sich um eine Gruppe unfähiger Lehrer, die den Schulalltag nur mit verschiedenen Tabubrüchen meistert.
Auffallend an der überzogenen Produktion ist die Dichte der vulgären Sprache, die sich in Sexismen und Ausdrücken äußert, die das Potenzial besitzen, Kinder unter 12 Jahren in ihrer Entwicklung zu beeinträchtigen. Zudem ist die Serie von missverständlichen Aussagen geprägt. So findet zum Beispiel der Drogen- und Alkoholkonsum der Lehrer keine angemessene Einordnung und Homosexualität wird latent negativ konnotiert, was jüngere Kinder überfordern kann. Obwohl die Schüler in der Serie eher als Statisten in Erscheinung treten, so bildet die Darstellung des Schulalltags doch deren Lebenswelt ab. Ab 12-Jährigen wird jedoch zugetraut, die starke und klamaukige Überzeichnung der Handlung als solche zu erkennen und sich ausreichend davon distanzieren zu können, sodass eine Freigabe ab 12 Jahren und für das Hauptabendprogramm erfolgte. (Stand: Mai 2016)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Tintenherz

USA
2008
Abenteuer

Der Buchbinder Mo(rtimer) Folchart verfügt über eine ihm selbst rätselhafte Gabe: Als er seiner Frau Theresa und Tochter Meggie aus dem Buch Tintenherz vorliest, werden der Verbrecher Capricorn und weitere Figuren aus dem Buch heraus in die wirkliche Welt gelesen. Dafür verschwindet Theresa für lange Jahre in der Geschichte. Die Suche nach der verschwundenen Theresa wird zur Jagd nach dem vermeintlich letzten Exemplar von Tintenherz – und führt Mo und Meggie selbst in die mittelalterliche Tintenwelt.
Die Verfilmung des gleichnamigen Jugendbuchs von Cornelia Funke wurde für die Ausstrahlung im Tagesprogramm um zahlreiche bedrohliche Szenen gekürzt, die jüngere Kinder belasten und ängstigen können. Im Vordergrund steht nunmehr die Verschachtelung und wechselseitige Durchdringung von Realität und Fiktion, Wirklichkeit und Literatur, die von jüngeren Kindern kaum zu durchschauen sein wird. Aber auch bei eingeschränktem Verständnis können jüngere Kinder die verbliebenen moderat unheimlichen Szenen und relativ kurzen Spannungsbögen verkraften. Der märchenhafte Charakter schafft Distanz zur eigenen Lebenswelt, die Hauptfiguren sind souverän und zeigen keine Ängste.

Weitere Informationen zum Film Tintenherz im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Tödliche Weihnachten

CDN
1995
Thriller

Tödliche Weihnachten handelt von einer Mutter, die allmählich ihren Erinnerungslücken auf die Spur kommt und feststellt, dass sie vormals eine ausgebildete Spezialagentin des Geheimdienstes war. Obwohl der Thriller drastische Gewaltszenen nahezu aneinanderreiht, ist nicht davon auszugehen, dass Jugendliche mit entsprechender Medienkompetenz durch die Darstellung zur Nachahmung motiviert werden. Gegengewalt erscheint stets als Ausdruck von Notwehr. Der völlig emotionslose Einsatz von Gewalt innerhalb zahlreicher   Gewaltdarstellungen und Tötungsszenen enthält für unter 16-Jährige ein stark ängstigendes Potenzial. Das geschäftsmäßige, mitleidlose Töten durch die Verbrecher widerspricht gängigen moralischen Kategorien und kann insbesondere aufgrund der begleitenden Zynismen und ironischen Bemerkungen desorientierende Wirkung entfalten. Der gesamte Stil des Films vermittelt jüngeren Kindern das Gefühl einer durchgängigen Bedrohung und wird von daher für diese Altersgruppe als nicht geeignet bewertet. (Stand: April 2013)

Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

The Tomorrow People

Staffel 01
USA
2013
Science-Fiction

Die Science-Fiction-Serie folgt einer Gruppe von jungen Menschen, die durch natürliche Mutationen besondere Fähigkeiten wie Teleportation, Telepathie oder Telekinese entwickeln. Die sogenannten Tomorrow People leben im Untergrund und müssen sich gegen die Ultra-Organisation wehren, die sie bedroht und ausrotten will.
Die Grundstimmung ist düster und in vielen Episoden beängstigend für jüngere Kinder. Die Tomorrow People werden massiv bedroht und müssen fernab von ihren Familien und Freunden leben. Zwar können sie sich recht verlässlich aus misslichen oder gefährlichen Lagen jeweils dank ihrer Superkräfte befreien, nichtsdestotrotz wird ihre Bedrohung stets direkt thematisiert, denn die Ultra-Organisation trachtet nach ihrem Leben, will die Mutanten ausrotten. Stilbildend für die Serie ist, dass die Gut-Böse-Zeichnung nicht immer leicht zu durchschauen ist, da Personen die Seiten wechseln und viele ein doppeltes Spiel treiben. Die Mehrzahl der geprüften Episoden sollte daher nicht vor 20 Uhr programmiert werden. (Stand: Februar 2015)

Mehr Informationen zur Sci-Fi-Serie The Tomorrow People im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)
Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Tomorrow, When the War Began

USA
2010
Action

Ein weitgehend anonymisiertes Kriegsgeschehen erscheint im Kontext des Films als Abenteuer und als Bewährungsprobe, die die Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenwerden reifen lässt. Zunehmende Gruppensolidarität– ein eindeutig jugendaffines Thema – wird in diesem Film einseitig in den Dienst des Krieges gestellt. Die appellative Botschaft lautet „Wir-ziehen-in-den-Krieg!". Die Ausblendung der negativen Folgen und eine von Waffen ausgehende Faszination lässt den Krieg verharmlost erscheinen. Es ist davon auszugehen, dass 12-Jährige noch nicht in der Lage sind, sich von der ansprechenden und tief emotionalen, aber dennoch fiktionalen Kriegsgeschichte zu lösen und diese Botschaft kritisch zu hinterfragen. Der FSF-Prüfausschuss war sich demnach einig: Die Heroisierung und Verherrlichung von Gewalt könnte einen großen negativen Einfluss auf unter 16-Jährige ausüben.

Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

Toni Erdmann

D
2016
Drama

Mit einer ungewöhnlichen Balance aus ernsthaften Sequenzen und (situations-)komischen Szenen erzählt die Tragikomödie eine sehr anrührende Vater-Tochter-Entfremdungs- und Annäherungsgeschichte. Nuancenreich wird Kritik an Ausbeutungs- und Abhängigkeitsmechanismen im Zeitalter der Globalisierung geübt – ein Thema, das ältere Kinder ansprechen könnte, sich jedoch vor allem an Erwachsene richtet. Der abgebildete Kontrast zwischen der unterkühlten Businesswelt der Tochter und der skurrilen Art des wie aus der Zeit gefallenen Vaters erschließt sich Kindern weder dramaturgisch noch thematisch. Teils lange Handkameraeinstellungen und in Englisch geführte Dialoge, die deutsch untertitelt rezipiert werden müssen, tragen zur Distanzierung bei. Auch das Fehlen von Identifikationsfiguren und die nicht kindaffin inszenierte Handlung werden unter 12-jährige Kinder in ihrer Lebens- und Erfahrenswelt nicht tangieren. Eine kurze Sexszene in dem überlangen, nicht an Kinder gerichteten Film – visuell ausreichend zurückhaltend inszeniert –, könnte jüngere Zuschauer z.T. irritieren, aber sie nicht nachhaltig desorientieren und in ihrer Entwicklung beeinträchtigen. Die Freigabe für das Tagesprogramm konnte erteilt werden. (Stand: März 2017)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Top Shot – Nur einer kann gewinnen

Staffeln 01, 04: diverse Episoden
USA
2010
Reality / Spielshow

In der Spiel bzw. Castingshow kämpfen Meisterschützen aus den USA um den Titel des besten Schützen des Landes, des „Top-Shot“, und messen sich in zahlreichen Schießübungen in der Handhabung der verschiedensten Schusswaffen. Die völlig ungebrochene Waffenfaszination ohne jegliche kritische Kommentierung über den Einsatz von Schusswaffen im Allgemeinen und Besonderen kann desorientierend auf die Wertehaltung von Kindern wirken. Eine Freigabe ab 12 Jahren wurde daher nur bei Folgen erteilt, in denen der sportliche Wettbewerbscharakter und der Geschicklichkeitsaspekt überwiegen. Einige Episoden, bei denen das vermeintlich sportliche Setting vom militärischen Charakter und einer Gruppendynamik von Disziplin und Gehorsam überlagert wird, wurden auch für ältere Jugendliche nicht freigegeben. (Stand: April 2013)

Weitere Informationen zu Top Shot – Nur einer kann gewinnen im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)
Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)
Ab 18 Jahren / Nachtprogramm (23.00 – 6.00 Uhr)

Die Tore der Welt

D, CDN, GB
2012
Historiendrama

In der vierteiligen Verfilmung des im 14. Jahrhundert angesiedelten Romans von Ken Follet wird das finstere Mittelalter aus der Opferperspektive eindringlich, dicht und in opulenten Bildern inszeniert.
Das Drama enthält teils drastische Gewaltdarstellungen, z.B. das Brechen von Beinen als Bestrafung, Strangulierungs- und Hinrichtungsszenen, eine Vergewaltigung oder Bilder von Schlachten. Belastend ist die Bedrohung durch die Pest und Bilder, die das Leiden und Sterben an dieser Krankheit zeigen. Für Kinder unter 12 Jahren, die dem komplexen Handlungsmuster nicht folgen können, sind solche Darstellungen nachhaltig ängstigend, bleiben sie doch als Momentaufnahme kontextlos bestehen. Für ältere Kinder ab 12 Jahren ist der historische Kontext, in dem sich diese Gewaltdarstellungen bewegen, jedoch klar erkennbar. Eingebettet in eine eher ruhige Dramaturgie bietet der Film ausreichend entlastende Momente, die von Kindern ab 12 Jahren zur Distanzierung genutzt werden können, so dass eine nachhaltige Ängstigung dieser Altersgruppe nicht befürchtet wird. (Stand: Mai 2013)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

The Tourist

USA
2010
Action

In dem Agentenfilm wird der unauffällige Amerikaner Frank in Venedig von der atemberaubend schönen Elise in ein halsbrecherisches Abenteuer verwickelt, in dem er gleichzeitig von russischen Killern und einer mit allen Mitteln agierenden Polizei gejagt wird.
Es handelt sich um einen eher langatmigen Kriminalfilm im Agenten- und Geheimdienstmilieu mit Actionelementen, einer wenig überzeugenden Dramaturgie und einem klaren Gut-Böse-Schema. Der Film enthält einige wenige spannende, bedrohliche und gewalthaltige Momente. Ängstigende Gewaltspitzen – die Bedrohung Elises mit einem Messer und eine Strangulationsszene – wurden für die Ausstrahlung im Tagesprogramm entfernt, weitere übermäßig ängstigende Szenen wurden nicht erkannt. Die Ausstrahlung der gekürzten Fassung des FSK-12-Filmes im Tagesprogramm ist möglich.

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Trade of Innocents

USA, THAI
2012
Drama

Im Mittelpunkt des Dramas steht ein amerikanisches Ehepaar, das gegen Mädchenhandel, Kinderprostitution und Sextourismus in Kambodscha kämpft. Damit versucht das Paar gleichzeitig, den Verlust ihres eigenen Kindes zu verarbeiten, das einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist.
Der Film erzählt von erheblicher Gewalt, die zwar auf der Darstellungsebene nicht ausgespielt wird, jedoch auf der Inhaltsebene eine hohe Bedrohlichkeit entwickelt und Betroffenheit auslöst. Aufgrund der zurückgenommenen Darstellung wurde das Drama dennoch für ab 12-Jährige als zumutbar eingeschätzt. Entlastend für Zuschauer der entsprechenden Altersgruppe wurden das Lokalkolorit der Originalschauplätze und die teilweise Untertitelung von fremdsprachigen Dialogen gewertet, die eine gewisse Alltagsferne und Distanz schaffen. (Stand: August 2015)

Weitere Informationen zum Thriller Trade of Innocents gibt es im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Trance – Gefährliche Erinnerung

GB
2013
Thriller

In dem Thriller geht es um die Suche nach einem gestohlenen Gemälde, dessen Versteck mittels Psychoanalyse ausfindig gemacht werden soll, weil der Räuber unter Gedächtnisverlust leidet. Es entwickelt sich eine nervenaufreibende Geschichte mit einem überraschenden Ende.
Die im alltagsfernen Psychothriller angelegte Erwachsenenthematik und das abstruse Spiel um Realität und Fiktion bzw. Manipulation und freien Willen wird Kinder weder ansprechen noch von ihnen zu durchschauen sein. Die durchgängig erwachsenen Protagonisten sind wenig geeignet, jüngere Zuschauer in ihren Bann zu schlagen, sie bieten auch kein Identifikationspotenzial. Der mehrschichtige Plot wird ab 12-Jährige eher verwirren als ansprechen und auch die eindeutig als Fiktion erkennbare Handlung weist keine Bezüge zu kindlichen Lebenswelten auf. In der senderseitig bearbeiteten Fassung des Films wurde die Drastik der Inszenierung erheblich minimiert und um ängstigende Einzelbilder (z. B. Folter, Kopfschuss, verweste Frauenleiche) bereinigt, so dass von einer nachhaltigen Ängstigung ab 12-Jähriger nicht mehr auszugehen ist. (Stand: August 2015)  

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Transformers 3

USA
2011
Science-Ficton

Der dritte Teil der Transformers-Reihe greift das bekannte Thema – Kampf  der bösen Roboter gegen die Menschen, die dabei von guten Robotern unterstützt werden – wieder auf und setzt es fort.
Die Realitätsferne des Science-Fiction-Szenarios kann von älteren Kindern zur Distanzierung genutzt werden, da die fantastische Ebene des kriegerischen Konflikts sehr deutlich ist. Eine Relativierung über die Fiktionalität kann bei jüngeren, weniger medienerfahrenen und genrekompetenten Zuschauern allerdings nicht hinreichend stattfinden. Sie können auf die Länge, Dichte und eindringliche Inszenierung des sich steigernden Bedrohungsszenarios, in dem auch Menschen beteiligt sind und der Held massiv körperlich bedroht ist, mit Angst reagieren. Gewaltbefürwortende Tendenzen liegen im militaristischen Setting, in der Heroisierung von Soldatentum und der ungebrochenen Vernichtungsideologie. Im gegebenen Kontext stiften sie kaum zu gewalttätigem Handeln an, könnten aber bei Kindern unter 12 Jahren, die über die bekannten Spielzeugfiguren durchaus einen Einstieg in den Film finden, zu aggressiven Spielmodi führen.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Transgender – Mein Weg in den richtigen Körper

Staffel 01: Eps. 01 – 03
D
2012
Dokumentation

Die Dokusoap begleitet Menschen, die sich auf dem Weg in das andere Geschlecht befinden. Dabei ist man sichtlich um Toleranz, Verständnis und Normalität bemüht, ohne sowohl die Schwere und Problematik als auch die Risiken auszublenden.
Die vielfältigen und individuellen Lebenswege und Veränderungen werden auf nachvollziehbare Weise nachgezeichnet und der individuelle Leidensdruck und die Nöte deutlich, aber behutsam herausgearbeitet. Die Episoden sind in der Kommentierung und Bebilderung überwiegend zurückhaltend gestaltet; problematische Emotionalisierungen und Zuspitzungen werden vermieden. Einzelne drastischere Operationsbilder wurden für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm entfernt. Aufgrund der ausgewogenen Darstellung und einer adäquaten Kontextualisierung können ab 12-Jährige mit den Inhalten angemessen umgehen. Unter 12-Jährige könnten durch einzelne Aspekte (Schilderungen der umfangreichen Operationen, Darstellung der elterlichen Ängste, die Thematisierung von Mobbing) geängstigt werden. Darüber hinaus könnten die Schilderungen jüngere Kinder hinsichtlich der eigenen Geschlechtsidentität verunsichern, weil die Grenzen zwischen der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, Homosexualität und dem tiefen Wunsch, das Geschlecht zu wechseln, nicht hinreichend deutlich wird.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Die Tribute von Panem – Mockingjay: Teil 1

USA
2014
Abenteuer

Im dritten Teil der Fantasystory Die Tribute von Panem versucht Hauptfigur Katniss Everdeen ihren unter Drogen und Folter gesetzten „Spiel“-Partner Peeta aus dem Kapitol zu befreien. In District 13, in dem Katniss mit ihrer Familie untergekommen ist, hat sich eine Art Zentrale der Aufständischen gebildet, die letztlich zur endgültigen Rebellion gegen Präsident Snow aufbegehrt.
Für die beantragte Ausstrahlung im Tagesprogramm wurde der FSF eine senderseitig geschnittene Fassung der überwiegend düsteren Science-Fiction-Saga vorgelegt, die die im FSK-Jugendentscheid aufgeführten Bedenken (Kampfhandlungen mit Tötungen, Bombenangriffen sowie Bildern von Verletzten) aufgegriffen hat, indem individualisiertes Leid und bildliche Grausamkeiten stark gekürzt oder entfernt wurden. Dadurch entfällt ein wesentlicher Teil an Bedrohlichkeit, sodass die vorliegende Fassung mit der Freigabe ab 12 Jahren im Tagesprogramm ausgestrahlt werden kann. (Stand: Dezember 2016)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Die Tribute von Panem – The Hunger Games

USA
2012
Fantasy

Die Science-Fiction-Fantasy-Jugendromanverfilmung beschreibt die Zustände in dem fiktiven totalitären Staat Panem, der sich nach Kriegen und Hungersnöten aus den ehemaligen USA gebildet hat. Sein dekadentes urbanes Zentrum kontrolliert zwölf verarmte Distrikte und zwingt deren Kinder per Losentscheid in alljährliche sogenannte „Hungerspiele”, Ausscheidungskämpfe auf Leben und Tod. Zentrale Figur ist die 16-jährige Katniss Everdeen, die sich freiwillig für ihre jüngere Schwester meldet und die Spiele moralisch unterläuft: Sie setzt dem unmenschlichen System Mitgefühl und Fürsorge für andere entgegen, fordert so die Mächtigen mutig immer wieder heraus – und entfacht damit in der Bevölkerung den Funken zum Widerstand.
Der erste Teil der Romantrilogieverfilmung präsentiert in einer emotional eindringlichen Geschichte mit einer auch für jüngere Zuschauer nachvollziehbaren Handlung eine starke und vertrauenswürdige Heldin als Identifikationsfigur. Deren Handeln, aber auch das anderer positiv besetzter Figuren, ist geprägt durch Mut, Stärke und Solidarität. Die tödlichen Kämpfe wurden für die Ausstrahlung im Tagesprogramm umfangreich bearbeitet, brutale Details wurden entfernt. Das Bedrohungsszenario dient nunmehr als Tableau, auf dem die Helden ihre Fähigkeiten entwickeln und präsentieren können. Zwar bleibt die Totalität des gezeigten Systems im Allgemeinen und des Todesspiels im Besonderen; die Prägung des Films durch das inhärente Tötungsszenario wurde bildlich aber auf ein Maß reduziert, das die Platzierung im Tagesprogramm rechtfertigt.

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Trip Tank

Staffel 01: Eps. 01 – 03
USA
2014
Animation

Die schwarzhumorige Animationsserie präsentiert eine rasante Aneinanderreihung zahlreicher, inhaltlich und technisch unterschiedlich ausgerichteter Sketchformate, die sich thematisch auf Sexualität und Gewalt konzentrieren. Absurditäten und Tabubrüche beherrschen das Format.
Aufgrund der Sujetzusammenstellung – Sex mit Gegenständen, Sex mit Tieren, Kindesmissbrauch, Vergewaltigung durch Aliens u.v.m. – und der gewalthaltigen und sexualisierten Sprache gibt es ausreichend Momente, die sozialethisch desorientierend wirken bzw. übermäßig ängstigen können. In der Mehrzahl der geprüften Episoden wurde deshalb eine Ausstrahlung im Spätabendprogramm für Jugendliche ab 16 Jahren entschieden. Ab 16-Jährigen kann zugetraut werden, die Gewaltbilder und die sexualisierte Sprache in den fiktional animierten Comedy-Kontext einzuordnen und ohne Beeinträchtigung anzusehen. (Stand: August 2016)

Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)
Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Triple Ex

Staffel 01: Episoden 01 – 03
D
2017
Komödie

Im Mittelpunkt der Comedyserie steht eine etwas untypische Großfamilie bestehend aus Anna, ihren drei Kindern und deren drei Vätern.
Die Serie ist atmosphärisch durchgehend hell und hat einen heiteren Grundton. In Konflikten wird immer eine Lösung gefunden und Hauptfigur Anna wirkt trotz diverser Komplikationen stets souverän. Es gibt sehr wenige Sexszenen, die allerdings bildlich distanziert und zurückhaltend inszeniert sind. Dem Genre gemäß wird mit gewissen Tabubrüchen hinsichtlich des politisch korrekten Handelns und Sprechens gespielt, jüngere Kinder werden diverse Anspielungen jedoch nicht dekodieren können, und zumeist werden diese von negativ konnotierten Figuren sehr schnell und beiläufig geäußert, sodass sie sich in der überzogen humoristischen Rahmung verlieren. Die gesamte Erzählhaltung verdeutlicht, dass es sich bei dem Gezeigten um Spaß mit entsprechenden Übertreibungen handelt. Nachhaltige Entwicklungsbeeinträchtigungen für Kinder werden für diese Serie nicht vermutet, weshalb sie eine Freigabe ohne Altersbeschränkung erhielt. (Stand: März 2017)

Ab 0 Jahren

Trolljäger

Staffel 01: Episoden 05, 10, 20
USA
2006
Animation

Jim führt ein ganz normales Teenager-Leben, bis er plötzlich von einem magischen Amulett zum neuen Trolljäger auserkoren wird. Als erster menschlicher Trolljäger muss sich Jim erst einmal beweisen und lernen, seine neuen Aufgaben zu meistern. Unterstützung bekommt er dabei von seinem besten Freund Toby.
Spielerisch werden in der Animationsserie Themen wie Selbstvertrauen, Freundschaft, Liebe oder Konkurrenz verhandelt. Dabei bilden die beiden Helden starke und zuverlässige kindliche Identifikationsfiguren. Getragen wird die Serie von einer humorvollen Tonlage, die auch Bedrohungssituationen immer wieder aufbricht. Obwohl die Trolle und Monster kurz erschrecken können, wird bei ab 6-Jährigen nicht von einer nachhaltigen Ängstigung ausgegangen. Vielmehr können sich Kinder mit dem Genre vertraut machen, Ängste durch Humor wieder abbauen und Zuversicht erlernen, dass den zentralen Helden nichts Schlimmes passieren wird. Für medienunerfahrene und jüngere Kinder können jedoch die Horrorelemente und die manchmal düstere Atmosphäre, die von Episode zu Episode variieren, ängstigend wirken. (Stand: April 2017)

Ab 6 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Die Trovatos

Staffel 03: Eps. 18, 19, 30
D
2010
Scripted Reality

In dieser Scripted Reality-Serie ermittelt eine Detektei, die Trovatos, wenn Menschen in Not sind.
In vielen Episoden geraten Familien in schwierige Situationen, bei denen die Nerven blank liegen. Es gibt zwar durch die lautstarken Auseinandersetzungen belastende Momente, die aber durch das positive Ende nicht zu einer übermäßigen Ängstigung und nachhaltigen Belastung unter 12-Jähriger führen. Standardisierte Dramaturgien und stereotype Darstellungsweisen sowie ein erklärender und einordnender Off-Kommentar lassen das Geschehen auch für jüngere Kinder als leicht nachvollziehbar erscheinen. Ein Konflikt wird beschrieben und zugespitzt, bevor mit Hilfe der Trovatos Aufklärung und Lösung naht. Die Serie wird aus der Erwachsenenperspektive erzählt, behandelt überwiegend die Probleme Erwachsener und richtet sich auch an ein jugendliches bis erwachsenes Publikum.

Ab 6 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

True Detective

Staffel 02: Eps. 01 – 03
USA
2014
Drama

In der zweiten Staffel von True Detective werden dem Zuschauer vollkommen neue Charaktere, eine neue Story und ein neues Setting vorgestellt. Drei Polizisten aus verschiedenen Polizeidepartments müssen bei der Aufklärung eines Mordfalles zusammenarbeiten. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf eine Verschwörung.
Der Krimiplot ist episodenübergreifend angelegt. Die langsame Erzählweise, die gebrochenen Charaktere und die ausgeprägte Noir-Atmosphäre werden Kinder und Jugendliche eher nicht ansprechen. Einige wenige, teilweise aber durchaus drastisch inszenierte Gewaltspitzen erscheinen mit Blick auf ihre narrative Einbettung und das Fehlen Gewalt befürwortender Aussagetendenzen als verkraftbar für die Altersgruppe ab 12 Jahren. (Stand: September 2015)

Mehr zur Dramaserie True Detective im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

True Horror – Echte Alpträume

GB
2009
Fantasy / Mystery

In der britischen Non-Fiction-Trilogie werden mit Hilfe verschiedenster Experten die Ursprünge der drei bekanntesten Alptraum-Mythen der Welt („Dracula“, „Werwolf“ und „Frankenstein“) untersucht. Ergänzend dazu werden die vermeintlich historischen Ereignisse mit der Hilfe von Spielszenen nachgestellt, um sie zu dramatisieren bzw. zu illustrieren. Neben der düsteren Gesamtatmosphäre und der eindringlichen Tonebene gibt es zahlreiche Szenen mit blutigen Pfählungen, drastischen Kämpfen oder kannibalistischen Angriffen, die teilweise mehrfach wiederholt werden. Diese Szenen wurden für das Hauptabendprogramm als zu drastisch und ängstigend angesehen, von daher stimmte der FSF-Ausschuss der Platzierung im Hauptabendprogramm / Freigabe ab 12 Jahren nur unter Schnittauflagen zu.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Die Tudors – Die Königin und ihr Henker

Staffel 02: Eps. 01 – 04
CDN, IR, USA
2007
Drama

Das fiktionale Königsdrama basiert auf den realen historischen Ereignissen während der Regierungszeit des englischen Monarchen Heinrich VIII. Die zweite Staffel der Serie stellt Heinrichs sechs Frauen und die Abkehr Englands von der katholischen Kirche in den Mittelpunkt.
Mit ihren zahlreichen Dialogen um religiöse und politische Krisen und Intrigen und opulenten Bildern, die sich an Renaissance-Gemälden orientieren, richtet sich die Serie nicht explizit an Kinder. Vieles wird ihnen unverständlich bleiben und kaum ihr Interesse wecken. Identifikationsfiguren werden ihnen nicht angeboten. Die abgebildeten Grausamkeiten des Königs in Form einiger Gewaltspitzen sind dramaturgisch eingebunden, werden auf der Sprach- und Bildebene aber überwiegend dezent dargestellt und im Kontext nicht befürwortet. Das Leiden unter der herrschenden Willkür wird spürbar, die Opferperspektive erhält ausreichend Gewicht. Dramatische Szenen sind in lange, ruhige Passagen eingebettet, womit der Verarbeitungsfähigkeit unter 12-Jähriger Rechnung getragen wird. Insgesamt wirkt die historische Folie theaterhaft und alltagsfern, sodass auch jüngere Zuschauer erkennen, dass es sich hier um Spielszenen handelt. Eine Entwicklungsbeeinträchtigung unter 12-Jähriger durch die vorgelegte Fassung der zweiten Staffel wird daher nicht vermutet. (Stand: Dezember 2015)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Turbo & Tacho

D
2012
Komödie

Bei Turbo & Tacho handelt es sich um eine wirklichkeitsfremde Komödie im Polizeiumfeld, in der die beiden Protagonisten den Zuschauer an die Hand nehmen und sicher durch den Film führen. Das gute Ende steht außer Frage – gerade jüngere Kinder werden den schrägen Humor verstehen und über den einen oder anderen Gag lachen. Sämtliche bedrohlichen Szenen lösen sich umgehend positiv auf. Auch die abschließende Schießerei ist so inszeniert, dass zwar viel geschossen wird, Opfer jedoch nicht visualisiert werden. Die Bösewichte werden am Ende dingfest gemacht, der korrupte Onkel abgeführt. Einzig die Nahaufnahme von einem blutigen Bauchschuss wird für die Ausstrahlung im Tagesprogramm mit einer Schnittauflage belegt, da dieses Bild die lustige Rahmung eindeutig durchbricht und sich im Gedächtnis von jüngeren Kindern nachhaltig ängstigend festsetzen kann.

Weitere Informationen zu Turbo & Tacho im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Twilight – Biss zum Morgengrauen

USA
2008
Mystery

Der erste Film der dreiteiligen Mystery-Saga Twilight, die auf den gleichnamigen Romanen von Stephenie Meyer beruht, erzählt den Beginn der romantischen Liebesgeschichte zwischen der 17-jährigen Bella Swan und dem Vampir Edward Cullen.
Der Film verbindet zentrale Elemente des Teen-Movies mit dem klassischen Vampir-Mythos und enthält einige ängstigende und gewalthaltige Szenen. Für die Ausstrahlung im Tagesprogramm wurden Kampfhandlungen verkürzt und drastische Bilder z.B. von blutigen Verletzungen weitgehend entfernt. Eine ängstigende Wirkung dieser Szenen wird durch das Wissen um das gute Ende sowie die tragfähige, bedingungslose Liebe zwischen Bella und Edward abgefedert. Es folgt ein gut 13-minütiges, vollumfängliches, ruhig ausgespieltes Happy End, das die Zuschauer behutsam aus dem Film entlässt. Einer Ausstrahlung im Tagesprogramm der bearbeiteten Fassung wurde daher zugestimmt. (Stand: September 2015)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

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