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John-Dylan Haynes:

Wenig Raum für Rationalität

Das Unbewusste und die Interpretation von Wirklichkeit

In: tv diskurs. Verantwortung in audiovisuellen Medien
21. Jg., 2/2017 (Ausgabe 80), S. 72-77

Medienwissenschaftler sprechen vom postfaktischen Zeitalter: Politiker operieren mit falschen Zahlen, machen im Wahlkampf unsinnige Ankündigungen – und obwohl die seriöse Presse solch angebliche Fakten als falsch entlarvt, kümmert das die Wähler wenig. Das Kommunikationsideal der Aufklärung, das auf Diskurs und an Fakten orientierter Argumentation beruht, scheint dahin. Es gibt offenbar eine gefühlte Wahrheit, eine eigene Sicht auf die Dinge, die durch entsprechende politische Pamphlete angesprochen und bestätigt wird. Aber ist das etwas Neues? Wirklichkeit und Wahrheit waren schon immer eher abstrakte Ziele und nicht etwas, was man realistisch tatsächlich erkennen kann. Und auch die Vernunft spielte bei den Erkenntnisprozessen wahrscheinlich schon immer eine eher untergeordnete Rolle. tv diskurs sprach über dieses Phänomen mit dem Psychologen und Hirnforscher Dr. John-Dylan Haynes, Professor am Bernstein Center for Computational Neuroscience, einem Verbundprojekt der Charité, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Technischen Universität Berlin.

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