Was ist KIM?

Die DVD-ROM "Krieg in den Medien" (KIM) ist ein modernes und interaktives Unterrichtsmaterial, das den Blick auf reale Kriege und deren mediale Inszenierung schärft. Die DVD hilft Lehrerinnen und Lehrern der Sekundarstufe I und II, Ursachen und Folgen von Krieg deutlich zu machen und bietet zahlreiche Angebote, die komplizierte Interaktion von Wirklichkeit und Medien verstehen zu lernen. Dabei geht es sowohl um die Vermittlung von Wissen als auch um die Förderung von Medienkompetenz.

KIM nutzt optimal die interaktiven Darstellungs- und Lernmöglichkeiten der DVD-Rom-Technik. Sie setzt sich mit der Darstellung des Krieges in Nachrichten, Filmen und Computerspielen auseinander und beinhaltet ca. 250 Beispiele, die das theoretische Konzept erläutern. Dazu gehören Nachrichten aus Hörfunk und Fernsehen, Ausschnitte aus Filmen und Computerkriegsspielen. Mit Texten und Zitaten wird die Wechselwirkung zwischen Medien und Krieg veranschaulicht. Medienübergreifend werden auf der DVD die Unterschiede zwischen Fiktion und Realität immer wieder herausgearbeitet. Die Wirkung der Gewaltdarstellungen, insbesondere in Kriegsfilmen und Computerkriegsspielen, ist ebenso Gegenstand der DVD wie die Auseinandersetzung mit der Frage, ob und wann ein militärisches Eingreifen gerecht sein kann oder in welcher Form die Opfer in Kriegsnachrichten dargestellt werden sollten.
Krieg bedeutet immer Gewalt, aber nicht jede Form von Gewalt ist Krieg. Wenn Blut geflossen ist, interessiert das jede Redaktion auf der Welt. Die Frage ist, ob man den Hintergrundbericht dazu auch noch losbekommt.
Bettina Gaus, Journalistin
Angereichert ist das Material mit Experteninterviews. Befragt wurden der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Herfried Münkler, die Journalistin Bettina Gaus, die ebenso wie die Fernsehjournalistin Antonia Rados selbst aus Kriegsbieten berichtet hat, der Spieletester Marek Klingelstein, der Journalist und Fernsehmoderator Thomas Kausch, der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Lothar Mikos und der Fernsehreporter Guido Schmidtke.

Unterrichtsrelevante Aufgaben ermöglichen darüber hinaus eine aktive und motivierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Handreichung zur DVD bietet darüber hinaus zahlreiche Unterrichtsentwürfe als Anregung für Lehrer.


Was will KIM?

Mit der DVD "Krieg in den Medien" wird den Bildungseinrichtungen ein anspruchsvolles, multimediales Lern- und Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt. Das Konzept der DVD basiert auf Überlegungen der politischen Bildung, die es als eine wichtige Aufgabe ansieht, Jugendlichen perspektivenreiche und herausfordernde Zugänge zu kontroversen Fragen zu ermöglichen, die ihr individuelles und gesellschaftliches Leben betreffen. Die Jugendlichen sollen Handlungskriterien erwerben, die sie befähigen, am politischen Leben der Gesellschaft teilzuhaben und als mündige Bür- ger die Angebote der Medien kritisch zu reflektieren, um so zu möglichst selbstbestimmten und realistischen Meinungen zu gelangen.

Die medienerzieherische mit der friedenspädagogischen Perspektive zu verknüpfen, wie das in dieser DVD geschieht, hat motivierende Effekte: Beide stoßen bei Jugendlichen stets auf großes Interesse; Medien gehören zu ihrer Alltagskultur und die Darstellung von Krieg in den Nachrichten, im Spielfilm sowie im Computerspiel übt eine gewisse – anziehende oder abstoßende – Faszination aus. Jugendliche müssen wissen, nach welchen Kriterien die Medien ihre Produkte herstellen und präsentieren. Damit einhergehend sollen sie über die unterschiedlichen Wirkungen und Wahrnehmungsmöglichkeiten der Medien informiert sein. Das Leben in einer von Medien mitgeprägten Gesellschaft erfordert Kompetenzen, die die Befähigung zu reflektiertem Handeln und kritischen Urteilen einschließt. Hierfür liefert die DVD "Krieg in den Medien" wertvolle Anregungen.

Die Autoren von "Krieg in den Medien" legen außerdem einen Schwerpunkt auf die medienpädagogische Perspektive. Dabei geht es ihnen besonders um die Aufklärung über die medienrelevanten Aspekte von Fragestellungen im Kontext von Gewalt, Krieg, Terror, Propaganda etc. Die Inhalte der DVD berücksichtigen aber ebenso den Stand der friedenspädagogischen Forschung im Kontext der politisch-historischen Bildung.

Diese DVD trägt mit ihrer Fülle an multimedialem Material, Hintergrundinformationen und Aufgaben für schulisches und außerschulisches Lehren und Lernen zu einem besseren Verständnis der komplexen Verflechtungen von Medien und Krieg bei. Sie leistet so einen Beitrag zur Friedenserziehung ganz im Sinne des von Walter Benjamin geprägten Satzes: "Wer aber Frieden will, der rede vom Krieg."
Wir dürfen bei den heutigen Kriegen eben nicht weggucken und so tun, als hätten wir damit nichts zu tun. Beim Terrorismus werden die Medien benutzt als ein Verstärker der Detonationswirkung des Angriffs. Sie erst versetzen uns in Angst und Schrecken.
Prof. Dr. Herfried Münkler, Politikwissenschaftler