Aktuell


Am 10. Oktober 2008 erhielt "Krieg in den Medien" den Erasmus EuroMedia Special Award. Die Europäische Gesellschaft für Erziehung und Kommunikation (ESEC) zeichnete die DVD in der Kategorie "Discours and Politics" aus.

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Am 20. Juni 2008 vergab die Gesellschaft für Pädagogik und Information (GPI) in Berlin die Comenius-EduMedia-Auszeichungen, die deutschland- und europaweit bedeutendsten Auszeichnungen für didaktische Multimediaprodukte. Eingereicht wurden 190 Bildungsmedien (CD-ROMs, DVDs, Internetportale) aus ganz Europa.

Die DVD "Krieg in den Medien" erhielt nicht nur das Comenius-EduMedia-Siegel, das den Machern "besondere didaktische und mediale Qualität" bescheinigt, sondern wurde darüber hinaus mit einer Comenius-EduMedia-Medaille für "herausragende exemplarische Multimediaprodukte" ausgezeichnet.

>>>Pressemeldung mit allen Auszeichnungen

 

Vorwort zum Thema

Was sind Bilder vom Krieg fur uns? Dokument, Beweis, Information, Unterhaltung oder zielgerichtete Propaganda? Wer Kriegsdarstellungen wahrnimmt . unabhangig davon, ob es sich dabei um Bilder aus Nachrichtensendungen, Spielfilmen oder Computerspielen handelt ., muss sie verstehen, interpretieren und einordnen. Dasselbe Bild, dieselbe Sequenz, gesehen in einem anderen Kontext, mit anderem Vorwissen oder in eine andere Dramaturgie eingebunden, kann informieren, beunruhigen oder verharmlosen, aber auch manipulieren.

Bis auf die altere Generation musste in unserem Land kaum jemand einen Krieg am eigenen Leib erfahren. Wenn Kinder und Jugendliche also eine Vorstellung von Krieg entwickeln, sind sie . abgesehen von den immer selteneren Erlebnisberichten der Alteren . weitgehend auf mediale Darstellungen angewiesen.

In den letzten Jahren geht es immer haufiger um die Frage, ob unsere Regierung Truppen in ein Krisen-/Kriegsgebiet entsendet oder sich an einem Krieg beteiligt. Dabei sind die Medien zwangslaufig nicht nur Berichterstatter, sondern auch Akteure. Denn die Politik braucht Medien, um die Offentlichkeit zu einer Akzeptanz fur ihre Vorhaben zu bewegen. Die Bereitschaft, einer militarischen Beteiligung des eigenen Landes zuzustimmen, ist in demokratischen Gesellschaften meist nicht sehr gros. Die Regierenden mussen also deutlich machen konnen, dass der Gegner unmenschlich, bose und auch fur unsere Gesellschaft gefährlich ist. Dazu werden die Medien benötigt.

Allerdings sind auch die Medien auf die Politik und die Militars angewiesen, denn von ihnen erhalten sie wichtige Informationen. Manche Ereignisse werden eigens fur die Medien produziert. Auch terroristische Anschlage wurden an Wirkung verlieren, wenn die Medien daruber nicht berichteten. Insgesamt entsteht so eine Mischung aus serioser Berichterstattung, Propaganda und gezielter Inszenierung von Ereignissen, die der Zuschauer nicht ohne Weiteres auseinanderhalten kann. Er versucht, sich aus all den Bildern und veroffentlichten Nachrichten ein Bild zu konstruieren, das er mit bereits bestehenden Vorstellungen kombiniert. Diese Vorstellungen resultieren nicht zuletzt auch aus Kriegsfilmen, Antikriegsfilmen und Computerkriegsspielen.


Entstehung des Projekts

Die Entstehung der DVD "Krieg in den Medien" geht auf ein Problem des Jugendschutzes zurück, das sich häufig bei der Bewertung sogenannter Antikriegsfilme stellt: Die Gewalt des Krieges, insbesondere das Leiden der Zivilbevölkerung, wird schonungslos und in allen Einzelheiten dargestellt. Die Dramaturgie und die Story solcher Filme zwingen den Zuschauer, sich mit den Opfern zu identifizieren und so quasi selbst den Krieg zu erleben.

Für eine Gesellschaft, die den Frieden will, ist es wichtig, dass junge Menschen wissen, was Krieg bedeutet, und solche Filme sehen. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass Kriegsbilder in hohem Maße geeignet sind, Ängste auszulösen, die nicht ohne Weiteres zu verarbeiten sind.
Die Sorge der Gutachter gilt nicht nur den Jugendlichen, sondern auch den Eltern, die einfach nicht mehr verstehen, was da passiert.
Marek Klingelstein, Spieletester
So ist zum Beispiel Der Soldat James Ryan aufgrund der drastisch gezeigten Gewalt für junge Zuschauer ab 12 Jahren schwer zu ertragen, was für eine Freigabe ab 16 Jahren und eine Sendezeitbeschränkung im Fernsehen auf 22.00 Uhr spricht. Auf der anderen Seite muss man aber Kindern möglichst früh deutlich aufzeigen, wie grausam der Krieg ist, um langfristig eine Ablehnung des Krieges in den Köpfen der Menschen zu erreichen. In Bewertungsfragen des Jugendschutzes ist es oft so, dass es kein eindeutiges Richtig oder Falsch gibt. Deshalb ist es umso wichtiger, Kindern und Jugendlichen geeignetes pädagogisches Material zur Verfügung zu stellen, um ihnen zu vermitteln, wie wichtig die Medien – unabhängig davon, ob es sich um eine Berichterstattung oder Kriegsfilme handelt – für das Wissen über den Krieg und die innere Haltung ihm gegenüber sind. Hierzu soll diese DVD einen Beitrag leisten.

Grundlage für die Behandlung des Themas war eine öffentliche Fachtagung, die sich theoretisch und praktisch mit der Frage auseinandersetzte, welche Rolle dem Krieg in der Berichterstattung der Medien sowie in Kriegsfilmen und Computerkriegsspielen zukommt, aber auch umkehrt, welche Bedeutung die Medien für die Krieg führenden Parteien haben. Die Tagung fand im September 2003 in Berlin statt. Sie wurde inhaltlich maßgeblich von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) unter Beteiligung der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gestaltet. Von vornherein war beabsichtigt, das umfangreiche Material der Tagung in ein multimediales Lernkonzept einfließen zu lassen.

Für die nun vorliegende DVD holten sich die Tagungsveranstalter Unterstützung von dem Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft (IBI) sowie von freien Autoren und Gestaltern.
Im Krieg werden viele Regeln, nach denen wir hier leben, gebrochen – und damit muss man sich auseinandersetzen. Auch wenn alle Welt vom objektiven Journalisten spricht – den gibt es nicht!
Guido Schmidtke, Journalist