
FSF-Altersfreigaben
Über 40.000 Prüfungen hat die FSF bisher durchgeführt. Hier finden Sie die Altersfreigaben und Begründungen zu einer Auswahl von Entscheidungen. Bei Fragen zu anderen Titeln wenden Sie sich bitte an unsere Jugendschutz-Hotline.
Interessieren Sie sich für ausführlichere Erläuterungen einzelner Freigaben? Der Blick in die Prüfungen bietet mehr.

Richter Alexander Hold
Die Gerichtsshow Richter Alexander Hold präsentiert fiktionale Fälle nach einem wiederkehrenden Muster in einer (pseudo-)dokumentarischen, dramatisierten Form, die ausschließlich im Gerichtssaal spielt. Richter Alexander Hold wirkt als moralische Instanz, die versucht die Wahrheit über das Geschehene herauszufinden. Auf eine realitätsnahe Nachstellung der Fälle, die verhandelt werden, verzichtet die Serie.
Der für das Reality-TV typische Mix fiktionaler Inhalte mit vermeintlich dokumentarischen Erzählweisen ist für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren aufgrund der existierenden Flut derartiger Mischformen leicht zu durchschauen. Bei Unter-12-Jährigen kann jedoch kein entsprechendes Formatverständnis vorausgesetzt werden, so dass die Show von der fraglichen Altersgruppe unter 12-Jähriger möglicherweise für eine realistische Darstellung des deutschen Rechtssystems gehalten werden wird – diese Vermischung ist jedoch nicht an sozialethisch desorientierende Inhalte oder Botschaften gekoppelt. Zwar werden Umgangsformen und Abläufe im Gerichtssaal verzerrt und dramatisiert dargestellt; hinsichtlich der Repräsentation von Rechtsnormen muss der Gerichtsshow jedoch insofern eine aufklärerische Komponente attestiert werden, als sie den „Geist des Gesetzes“ in plakativer und allgemeinverständlicher Form vermittelt: Die kriminellen Straftaten werden nicht beschönigt, sondern als gesellschaftlich abweichend und als zu verurteilendes Fehlverhalten dargestellt, das vor Gericht bestraft wird. Richter Alexander Hold zeigt in einfacher und lockerer Sprache auf, welche Folgen kriminelle Handlungen für alle Beteiligten haben können und welche Möglichkeiten bestehen, von einer Beschuldigung im Laufe der Verhandlung freigesprochen zu werden. Am Ende jeder Episode erfolgt die abschließende und nachvollziehbare Bewertung des Richters nach der Urteilsverkündigung. Durch die schlichte Anlage der Serie, die klare Rollenverteilung und die ritualisierten Abläufe von der Befragung der Zeugen, der Suche nach Widersprüchen und der Wahrheit über den Verlauf der einzelnen Vorgänge ist gewährleistet, dass in den vorliegenden Fällen sozial unverträgliche Werte und Orientierungen nicht vermittelt werden.
Vereinzelte dramatische Ereignisse (z. B. Geiselnahme) in wenigen Episoden wurden im Kontext des Formates und der Vermischung von Realität und Fiktion als potenziell ängstigend eingeschätzt. Aufgrund der letztlich wenig spektakulären Inszenierung aber auch für das Tagesprogramm freigegeben.
Ab 6 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)
Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)
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Erläuterungen der Alterskennzeichen
