Keine Tabus beim Blind Date
„Maison Tabou” auf RTLZWEI

- Maison Tabou
- D 2026–Dokumentation
- Anbieter
- RTLZWEI
- Zu sehen
- ab 30.09.2026
Wer klassische Dating-Szenarien erwartet, wird in der Maison Tabou wohl eher nicht einchecken. Das neue Dating-Realityformat auf RTLZWEI bricht bewusst mit konventionellen Dating-Mustern. Das Prinzip: Singles, die sich bisher weder online noch offline „gematcht“ haben, treffen in einem inszenierten Hotelsetting aufeinander. Dabei bleiben sie vorerst anonym, legen ihre echten Identitäten ab und kommen sich körperlich näher. Erst beim gemeinsamen Frühstück am darauffolgenden Morgen erfahren sie, mit wem sie zuvor auf Tuchfühlung gegangen sind.

Maison Tabou läuft ab dem 30. September 2026 um 23:35 Uhr bei RTLZWEI (Bild: © RTLZWEI).
Doch was bewegt die Singles zum „Kurzurlaub“ in diesem Hotel? Die Beweggründe sind verschieden – im Vordergrund stehen vor allem die Neugier und der Wunsch, nach dem Ausleben eigener, möglicherweise verborgener, Fantasien. Das bis dato fremde Gegenüber wird zum Spiegel eines persönlichen Experiments: Wie definiert man die eigene Sexualität, wie möchte man sie gestalten und welche Grenzen sollen dabei ausgetestet werden? Bei der Suche nach Antworten rückt das Format körperliche Nähe und Intimität in den Mittelpunkt. Zugleich zeigt sich: Es sind nicht nur die körperlichen Berührungen, die Nähe schaffen, sondern vor allem die unerwartet ungefilterten Gespräche über Vorlieben und Erfahrungen, die zwei Menschen einander näherbringen können. Mit Tabus soll gebrochen werden, dennoch werden die Grenzen immer klar gezogen – Lust, Konsens und Selbstbestimmung schließen sich zu keiner Zeit aus.
Zugegeben: Dauerhafte Beziehungen stehen bei Maison Tabou vielleicht weniger im Vordergrund, auch wenn einige der Teilnehmenden sich nichts Schöneres vorstellen können, als eine:n Lebenspartner:in zu finden. Vielmehr gleicht das Format einer intimen Entdeckungsreise, bei der eigene Wünsche und Fantasien erkundet werden dürfen.
Freigegeben ab 16 Jahren | ab 22 Uhr
Das Reality-Datingformat spielt sich in einer insgesamt sexuell konnotierten Gesamtatmosphäre ab. Im Vordergrund steht zunächst das unverbindliche Kennenlernen verschiedener Singles, die recht schnell miteinander intim werden. Sämtliche Annäherungen und sexuell-spielerische Aktionen laufen ausnahmslos unter Konsens ab. Die Paare verständigen sich aktiv über ihre Grenzen. Trotz der Thematisierung von Sextoys, sexuellen Erfahrungen und Fantasien übersteigen die verbalen Ausführungen nicht die Verarbeitungsfähigkeit von ab 16-Jährigen. Es wird zu keiner Zeit Druck aufgebaut, explizite Sexualerfahrungen zu sammeln. Obwohl die intimen Momente vorerst in einem anonymen und unverbindlichen Setting stattfinden, werden keine einseitigen oder oberflächlichen Beziehungsmodelle propagiert – so äußern auch einige Teilnehmende sehr direkt, dass sie sich langfristig eine:n Partner:in wünschen.
Explizitere intime Momente und Handlungen sind stets in einen einvernehmlichen und respektvollen Kontext eingebettet. So versichern sich die Pärchen bei härteren Praktiken wie beispielsweise BDSM-Szenen immer gegenseitig, dass es ihnen gut geht und ihre Grenzen eingehalten werden. Szenen dieser Art werden zudem von einem hohen Maß an Selbstbestimmung begleitet. Trotz sexueller Konnotation teilen die Pärchen auch humorvolle Momente und lernen sich zudem über Gespräche kennen. Primär steht nicht der kurzfristige Lustgewinn, sondern die Möglichkeit, sich ernsthaft kennenzulernen, im Fokus.
Gezeigt werden volljährige Personen, die deutlich erkennbar bereits sexuell erfahren sind – direkte Identifikationsmöglichkeiten für jugendliche Zuschauer:innen lassen sich nicht erkennen. Die zum Teil recht einseitigen und optimierten Körperideale der Teilnehmenden (Tattoos, Schönheitsoperationen) sind mit Blick auf die bereits vorhandene Medien- und Genreerfahrung von Jugendlichen kritisch einordbar. Insgesamt kann ab 16-Jährigen aufgrund einer bereits vorhandenen Medien- und Sexualkompetenz zugetraut werden, die gezeigten sexpositiven Handlungen und Ausführungen ausreichend zu verarbeiten. Alle bis zum Erscheinen des Artikels geprüften Folgen erhielten folglich eine Freigabe ab 16 Jahren für das Spätabendprogramm (Ausstrahlung ab 22 Uhr).
Über die Autorin:
Lena Wandner studierte Kinder- und Jugendmedien an der Universität Erfurt und ist Prüferin bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF). Aktuell ist sie als Referentin für Kinder- und Jugendschutz bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. tätig.
Bitte beachten Sie:
Bei den Altersfreigaben handelt es sich nicht um pädagogische Empfehlungen, sondern um die Angabe der Altersstufe, für die ein Medieninhalt nach Einschätzung der Prüferinnen und Prüfer keine entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung hat.
Weiterlesen: Sendezeiten und Altersfreigaben
Hinweis:
Pay-TV-Anbieter oder Streamingdienste können eine Jugendschutzsperre aktivieren, die von den Zuschauerinnen und Zuschauern mit der Eingabe einer Jugendschutz-PIN freigeschaltet werden muss. In dem Fall gelten nicht die üblichen Sendezeitbeschränkungen und Schnittauflagen. Weitere Informationen zu Vorschriften und Anforderungen an digitale Vorsperren als Alternative zur Vergabe von Sendezeitbeschränkungen sind im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (§ 5 Abs. 3 Nr. 1; § 9 Abs. 2 JMStV) sowie in der Jugendschutzsatzung der Landesmedienanstalten (§ 2 bis § 5 JSS) zu finden.
Weiterlesen: Jugendschutz bei Streamingdiensten

