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Artikel in tv diskurs

Jürgen Grimm:

A-Moral, Anti-Moral, zügellose Moral

Zu normativen Aspekten von Daily Talks

In: tv diskurs. Verantwortung in audiovisuellen Medien
5. Jg., 3/2001 (Ausgabe 17), S. 50-57

Sind Talkshows die "Schule der Toleranz" oder auf Sensation, Tabubruch, antimoralische Exzesse und "Schmuddel" ausgerichtet? Fakt ist: Talkshows greifen in die Moralbildung der Zuschauer ein, indem sie direkt die Relevanz einzelner Handlungsziele und Werte verändern und psychosoziale Rahmenbedingungen schaffen, die der moralischen Kommunikation zuträglich ist. Die Aufwertung oder Abwertung der Person des Talkgastes erfolgt in Talkshows über die Moral. Die Talkshow-Moral wird als "passagene Unterhaltungs-Moral" charakterisiert, die sich durch leichte Konsumierbarkeit und geringe Verbindlichkeit auszeichnet, allerdings in ihrer Wirkung auf den Zuschauer nicht unterschätzt werden darf.

 

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