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Isabel Fastus:

Zu nah am Geschehen

Das „Geiseldrama von Gladbeck“ jährte sich zum 30. Mal

Online seit 23.08.2018: https://tvdiskurs.de/beitrag/zu-nah-am-geschehen/

Isabel Fastus hat Medienforschung an der TU Dresden studiert und macht zurzeit ihren Master in Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Halle.

Nicht nur das weitgehende Versagen der beteiligen polizeilichen Einsatzkräfte machten das Geiseldrama von Gladbeck zu einem einschneidenden Ereignis der neueren deutschen Geschichte. Auch die Rolle, die die Medien und ihre Vertreter im Verlauf der drei Tage einnahmen, gilt noch heute als einzigartiges Beispiel für ein völlig distanzloses Verhältnis der damaligen Reporter zu den Tätern. Die Ereignisse der Geiselnahme wurden dabei fast von Anfang bis Ende flächendeckend und rund um die Uhr dokumentiert und begleitet. Es folgte eine Welle der Kritik an den beteiligten Journalisten, die nicht nur mit den Geiselnehmern während des Tatgeschehens und ihrer Flucht mehrere Interviews führten, sondern möglicherweise für den Tod einer jungen Geisel mitverantwortlich waren.

 

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