VeranstaltungenSommerforum11.06.2026: Digitale Mündigkeit

Zu jung fürs Netz?

Jugend zwischen Verbot und digitaler Mündigkeit

Sommerforum Medienkompetenz und medius-Preisverleihung, 11.06.2026, 15–17.15 Uhr, ALEX Berlin

Das Verbot von Sozialen Medien für Jugendliche in Australien hat auch in Deutschland und Europa eine intensive Debatte rund um den angemessenen Schutz von Jugendlichen entfacht. 

Dabei sind die Risiken Sozialer Medien insbesondere für Heranwachsende in den Fokus gerückt. Dazu gehören u. a. Cybergrooming, Cybermobbing, gefährliche Online-Challenges, Kostenfallen, Hassrede, Gewaltdarstellungen oder Inhalte, die Essstörungen verherrlichen. Aber auch potenziell suchtfördernde Plattformarchitekturen, die auf maximale Verweildauer, kontinuierliche Rückkopplung und hohe Interaktionsdichte ausgelegt sind. 

Gleichzeitig sind Soziale Medien für sehr viele Jugendliche Teil ihres Sozialisationsraums und wichtiges Mittel der Teilhabe. Sie organisieren und pflegen dort Beziehungen, entwickeln eigene Identitäten und nutzen die vielfältigen Angebote für das Ausbilden und Äußern eigener Meinungen. In diesen digitalen Räumen verorten sich Jugendliche ständig neu: Sie deuten Inhalte und Medienformate um, entwickeln eigene Sprachen und etablieren in ihren Gruppen Interaktionsstrukturen, in denen sie ihre Rollen und ihren Status gemeinsam verhandeln.

Das Sommerforum Medienkompetenz hat sich dieser komplexen Ausgangslage genähert und jenseits vermeintlich einfacher Lösungen diskutiert, wie wirksamer Schutz verbessert werden kann, ohne Ausdrucksmöglichkeiten und Teilhabe einzuschränken. 

Im Mittelpunkt standen hierbei folgende Fragen:

  • Welche Kompetenzen benötigen junge Menschen, um unbeschadet an Sozialen Medien teilzuhaben?

  • Welchen Beitrag kann das Bildungssystem leisten, was Eltern, Kinderärzt:innen und Jugendpsycholog:innen?

  • Wie sehen altersgerechte Soziale Medien aus, welche Verantwortung tragen die Plattformanbieter und was kann der Gesetzgeber tun?

 

  • Moderatorin Teresa Sickert

  • Impulsreferat Dr. Daniel Illy

  • Gesprächsrunde

  • Dr. Daniel Illy in der Gesprächsrunde

  • Sanya Lehmann in der Gesprächsrunde

  • Sanya Lehmann und Maximilian Seeberger

  • Regie ALEX Berlin

Fotos: © sh/fsf

Gesprächsrunde

Dr. Daniel Illy

Dr. Daniel Illy ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und ‑psychotherapie. Er beschäftigt sich seit 2015 intensiv mit dem Thema Medienabhängigkeit und hat in und um Berlin insgesamt vier Ambulanzsprechstunden für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene samt Gruppentherapie ins Leben gerufen. Daniel Illy ist Autor diverser Bücher zum Thema.

Ich möchte gern auf Augenhöhe mit den jungen Menschen an diesem wichtigen Thema unserer Zeit arbeiten.“


Sanya Lehmann

Sanya Lehmann ist 17 Jahre alt, schreibt gerade ihr Abitur und ist seit Anfang 2025 Mitglied im Jugendrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Dort bespricht sie medienpolitische Themen und bringt die Sicht von Jugendlichen mit ein. Beispielsweise hat sie schon an Panels der re:publica teilgenommen oder bei der Radiosendung „mabb-Jugendrat bespricht: Family Influencing“ mitgewirkt.

„Der Jugendrat ist der Meinung, dass ein flächendeckendes Verbot für alle Jugendlichen am Schutzziel vorbeigeht – stattdessen befürworten wir die konsequente Durchsetzung der schon bestehenden Richtlinien von Plattformen, welche oftmals ein Mindestalter von 13 Jahren festschreiben. Daran anknüpfend muss die Vermittlung von Informations- und Nachrichtenkompetenz aber an erster Stelle stehen. “


Maximilian Seeberger

Maximilian Seeberger ist Sozialpädagoge (BA) und Spiel- & Medienpädagoge (MA). Aus der offenen Kinder- und Jugendarbeit kommend, ist er heute im Kinder- und Jugendmedienschutz tätig, arbeitet als Hochschuldozent und referiert bundesweit zu den digitalen Lebenswelten junger Menschen. In Seminaren für Multiplikator:innen fördert er den Dialog und das gegenseitige Verständnis zwischen den Generationen und sensibilisiert zugleich für Risiken im digitalen Raum. 2025 prägte er den Begriff „Hybride Sozialisation“ im medienpädagogischen Fachdiskurs und gründete das Pilotprojekt „RESET“ für junge Menschen, die im digitalen Raum straffällig geworden sind.

„Eine wirklich nachhaltige Lösung für diese Herausforderung kann nur im Diskurs mit den betroffenen jungen Menschen gefunden werden.“


Livestream am 11. Juni, 15–17.15 Uhr
 



Im Rahmen des Sommerforums findet ab ca. 16.15 Uhr die medius-Preisverleihung statt.



Die Veranstaltungsreihe Sommerforum Medienkompetenz entsteht in Kooperation mit:


Hinweis:

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass Sie sich mit Ihrer Teilnahme an der Tagung einverstanden erklären, im Rahmen der Berichterstattung über die Veranstaltung auf Fotos und Videomaterial zu erscheinen.