Qualitätsfernsehen: Qualität mit Quote oder Kulturfernsehen?

In der öffentlichen Diskussion über das Fernsehen und die Fernsehprogramme sind implizite und explizite Wertungen enthalten. Ästhetische Kriterien stehen bei der Bewertung von Programmen im Mittelpunkt. Kritiker und Praktiker legen darauf Wert, wollen sie doch schließlich "gute" Programme produzieren. Schließlich gibt es auch genug Preise zu gewinnen, vom renommierten Grimme-Preis bis zum Deutschen Fernsehpreis.

Die Qualität der Programme und des Fernsehens als Medium erlangte seit der Einführung des dualen Rundfunksystems selbst eine neue Qualität. Das kommerzielle Fernsehen wurde teilweise mit niveaulosem, trivialem Programm gleichgesetzt – das öffentlich-rechtliche Fernsehen durfte dagegen die Fahne des kulturell anspruchsvollen Programms hochhalten. Qualität mit Quote oder Kulturfernsehen waren die scheinbaren Alternativen. Unberücksichtigt blieben dabei häufig die rundfunkpolitischen, ökonomischen, medienpädagogischen und ethischen Kriterien für Fernsehqualität. Diese Rahmenbedingungen und die ihnen zugrunde liegenden Kriterien und Wertungen wurden auf der Tagung diskutiert.

"Qualität ist unendlich relativ", so ein erstes Fazit. Je nach Perspektive – etwa der Filmproduktion oder -kritik, der Literatur- oder Medienwissenschaft, der Pädagogik oder der Ethik – wird die Beschaffenheit eines Programms oder des Mediums anders beurteilt werden. Und: Es ist nicht nur die Qualität im Fernsehen, die die Qualität des Fernsehens ausmacht ... 

Die Tagung fand in Kooperation mit der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) "Konrad Wolf" und mit Unterstützung der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) am 11. und 12. Dezember 1998 in Potsdam-Babelsberg statt.