ProgrammprüfungFSF-Altersfreigaben

FSF-Altersfreigaben mit ProgrammInfos

Die ProgrammInfos der FSF sind Jugendschutzinformationen zum Fernsehprogramm. Sie beinhalten die Altersfreigabe mit einer kurzen Begründung sowie das Maß eines möglichen Wirkungsrisikos in den Kategorien Angst, Gewalt, sozialethische Desorientierung, Sex und Sprache.

Sie finden hier eine Auswahl aus annähernd 35.000 geprüften Programmen. Falls Sie sich für die Freigabe einer Sendung interessieren, die Sie hier nicht finden, wenden Sie sich bitte an unsere Jugendschutz-Hotline.

Bitte beachten Sie: Die Altersfreigabe ist keine pädagogische Empfehlung, sondern das Alter, für das ein Programm nach Einschätzung der FSF nicht entwicklungsbeeinträchtigend wirkt.

 

Aktuelle ProgrammInfos

Lizzie Borden Kills

Staffel 01: einige Episoden
USA 2015
Krimi

Die Beweislast im Mordfall Andrew und Abby Borden ist erdrückend, trotzdem wird die Verdächtige und Tochter Lizzie Borden vor Gericht freigesprochen. Mit ihrer Schwester ein neues Leben ohne Geldsorgen beginnend, eilt Lizzie ihr Ruf voraus und das mysteriöse Versterben von Menschen in ihrem Umfeld weckt das Interesse eines weiteren Ermittlers, der Lizzie zu Fall bringen könnte.
Die Inszenierung der Krimiserie wirkt tarantinoesk und jugendaffin. Es sind sehr viele Gewaltszenen enthalten, die z.T. in Slow Motion, als Großaufnahmen und auch als detailreich eingeblendete Flashbacks mit entsprechender Musikuntermalung wiederholt zu sehen sind. Dieser dargebotene Grundtenor von Zynismus und Gewaltfaszination, bei dem die Sympathien trotz aller Tötungen auf der Hauptfigur Lizzie Borden liegen, spricht klar gegen eine Freigabe des Formats für das Hauptabendprogramm. Ein Publikum ab 16 Jahren ist dagegen in der Lage, die kontextuell gut in den alltagsfernen Plot eingebundenen, aber dennoch artifiziell wirkenden Gewaltdarstellungen distanziert und ohne Beeinträchtigungen zu rezipieren. (Stand: Mai 2018)

Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly

AU, GB, F 2004
Western

Das Westerndrama erzählt die Lebensgeschichte des Iren Ned Kelly, der um 1875 durch Repressionen der viktorianischen Polizei in Australien zum Gesetzlosen wird. Gemeinsam mit seinem Bruder und zwei Freunden wird er zum Staatsfeind – und zu einem Robin Hood seiner Zeit im Kampf gegen gesellschaftliche Ungerechtigkeit.
Die Geschichte um die vier Freunde wird in epischer Länge erzählt und findet ihren Höhepunkt im Showdown zwischen Polizei und vermeintlichen Verbrechern. Diese und andere Gewaltszenen wurden um besonders brutale und potenziell ängstigende Bilder gekürzt. Heath Ledger als Ned Kelly ist zwar durchaus ein anziehender Held, aber er ist keine realitätsnahe Figur mit cooler Aura, die Kinder und Jugendliche desorientieren könnte. Dem wirkt entgegen, dass das Drama die Verbrecherlaufbahn klar in eine historische Dimension fasst. Das Unrechtbewusstsein der Protagonisten wird thematisiert, der Protagonist reflektiert regelmäßig als Stimme aus dem Off sein Handeln. Desorientierende Wirkungsrisiken wurden daher ausgeschlossen. (Stand: Januar 2015)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Face Off – Im Körper des Feindes

USA 1997
Action

Im Mittelpunkt des klassischen Actionfilms steht der unerbittliche Kampf zweier Gegner: FBI-Agent Sean Archer und Terrorist Castor Troy, die ihre Identität austauschen. Bei allen Widrigkeiten gilt es die eigene Familie zu schützen.
Vorgelegt wurde eine um ängstigende und Gewaltszenen gekürzte Filmversion für die beantragte Freigabe im Hauptabendprogramm. Mit seiner leicht verständlichen Story um den Identitätstausch der Hauptfiguren und den dazu inszenierten choreographierten Actionszenen spricht der Film durchaus ein junges Publikum an. Neben zahlreichen leicht erkennbaren Spezialeffekten, die die Realitätsferne des Gesehenen unterstreichen, sind etliche Kampf- und Gewaltszenen sowie eine hohe Anzahl an dichten Actionszenen in der Schnittfassung verblieben. Die Kampfszenen sind jedoch von kurzer Dauer und bestehen oft aus pathetisch inszenierten, fast stilisierten Bildern, sodass die Actiongeschichte genretypisch überzeichnet und wirklichkeitsfremd wirkt. Entlastungs- und Entspannungsmomente finden sich in dem deutlich einzuordnenden Gut-Böse-Schema, der klar wahrnehmbaren Fiktionalität und in der glücklich endenden Familiengeschichte. (Stand: Februar 2019)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen

USA 2013
Abenteuer

Percy Jackson ist kein gewöhnlicher Junge, er ist der Sohn des Meeresgottes Poseidon. Gemeinsam mit anderen jungen Halbgöttern wächst er friedlich in einem Camp auf. Doch das Lager wird angegriffen und nur Percy kann es retten, wenn er das Goldene Vlies findet.
Der US-amerikanische Action-Fantasy-Film richtet sich an die Zielgruppe der älteren Kinder ab etwa 10 Jahren. Jüngere Zuschauer werden die bedrohlichen Situationen und die Düsternis des Filmes möglicherweise unheimlich finden. Alle bedrohlichen Monster sind aber deutlich erkennbar nicht real, und auch die zwar heftigen, aber kurzen Kämpfe sind unrealistisch dargestellt. Die Protagonisten zeigen keine Angst und sind in ihrem Handeln erfolgreich. Zudem finden sie Halt und Unterstützung bei ihren Freunden und Familien. Wesentlich ist der positive Ausgang des Fantasymärchens, der Spannungen wirksam auflöst. Von einer nachhaltigen Ängstigung wird daher nicht ausgegangen, so dass der Platzierung im Tagesprogramm zugestimmt wird. (Stand: Juni 2015)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

The Transporter

USA, Frankreich 2002
Action

Der ehemalige Soldat Frank Martin transportiert als Kurierfahrer illegale Päckchen. Dabei ist die wichtigste Regel, ein Paket niemals zu öffnen. Als Frank eines Tages diese Vorschrift notgedrungen umgeht, macht er eine überraschende Entdeckung, die ihn plötzlich selbst in gefährliche Machenschaften involviert.
Der rasant und actionreich inszenierte Film bewegt sich in einem realitätsfremd angelegten Kontext und wird von einem starken und positiven Charakter getragen, der sich als potenzielle Identifikationsfigur eignet. Das klare Gut-Böse-Schema bietet dem Zuschauenden Orientierung. Dabei enthält der um Action- und Gewaltszenen gekürzt eingereichte Actionfilm noch einige spannend inszenierte Kampfszenen, die jedoch dem Filmgenre entsprechend einen positiven Filmausgang vorhersagen lassen und Gewalt nicht befürwortend darstellen. Denn Gewalt wird vom Filmhelden und weiteren „Guten“ nur zur Verteidigung anwendet und ist in ähnliche artifiziell und unglaubwürdig inszenierte Actionszenen eingebunden wie in „Mission Impossible“, „Jacky Chan“ oder „MacGyver“. Jugendliche ab 12 Jahren besitzen bereits genügend Medienerfahrung, um Vertrauen in die Unversehrtheit des Filmhelden zu haben und somit die erregenden Actionszenen angstfrei verarbeiten zu können sowie diese realitätsferne Vorführung nicht auf das eigene Leben zu übertragen. Diese Schnittfassung erhält eine Freigabe ab 12 Jahren. (Stand: September 2019)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Django Unchained

USA 2012
Western

Der Western von Quentin Tarantino spielt im 19. Jahrhundert in den Südstaaten der USA und erzählt die Geschichte des Sklaven Django, der dem deutschen Zahnarzt Dr. King Schultz bei seiner Tätigkeit als Kopfgeldjäger hilft, um im Gegenzug für sich und seine Frau die Freiheit zu erlangen.
Der Film enthält viele für Tarantino typische Gewaltszenen (Prügelszenen, Auspeitschungen, Erschießungen). Doch wurden diese gegenüber der Originalversion durch viele Kürzungen entschärft. Darüber hinaus bieten friedfertige Szenen, slapstickartige Dialoge sowie Naturaufnahmen ausreichende Möglichkeiten zur Distanz. Das Risiko einer übermäßigen Ängstigung, der Befürwortung bzw. Förderung von Gewalt sowie der sozialethischen Desorientierung wird daher für Zuschauer ab 12 Jahren nicht gesehen und der Film für eine Ausstrahlung ab 20 Uhr im Hauptabendprogramm freigegeben. (Stand: März 2015)

Weitere Informationen zum Western Django Unchained im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Promis unter Palmen

Deutschland, Thailand 2020
Realityshow

Die Realityshow, in der zehn Prominente in einer Luxusvilla als WG zusammenleben und in verschiedenen Spielen um 100.000 Euro kämpfen, präsentiert neben den üblichen Spieleinlagen und Lästereien einen gruppendynamischen Mobbingprozess gegen Claudia Obert.
Das antisoziale Verhalten der Gruppenmitglieder gegen vorwiegend eine Mitspielerin in der fünften Episode der Realityshow wird durch die teils ironischen und entlarvenden Off-Kommentare, durch das abstoßende Verhalten selbst als auch durch die klaren Einlassungen und Interventionen von Mitspieler Tobi für Kinder und Jugendliche ab 12 erkennbar negativ eingeordnet. Zwar gewinnt die Person, die die Attacken maßgeblich mit vorantreibt, letztlich die Show, aber nicht die Sympathien der Zuschauerinnen und Zuschauer. Eine Vorbildwirkung des ausgrenzenden Verhaltens und in diesem Sinne eine sozialethische Desorientierung der Altersgruppe wird daher nicht vermutet. (Stand: Juni 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Es (2017)

USA 2017
Horror

In einer US-amerikanischen Kleinstadt verschwinden über Jahre mehrere Kinder. Eine Gruppe Jugendlicher versucht dem auf den Grund zu gehen. In der Begegnung mit dem unheimlichen Clown Pennywise müssen sie ihre persönlichen Ängste überwinden.
Die senderseitig bereits um drastische Gewalt- und Splattermomente gekürzte Neuverfilmung des Horrorklassikers Es enthält nach wie vor klassische Horrorelemente, v.a. im letzten Drittel des Films. Jedoch treten diese durch die Schnittbearbeitung soweit in den Hintergrund, dass die Motive eines klassischen Coming-of-Age-Films mit seinen positiven Botschaften (Freundschaft, Zusammenhalt, Besiegen eigener Ängste) deutlicher in den Vordergrund rücken. Die Gruppe der "Verlierer“ gewinnt im Laufe der Handlung deutlich an Stärke und schafft es, sich gegen Anfeindungen älterer Jugendlicher zu behaupten und auch dem Clown – Symbol der Summe aller eigenen Ängste – die Stirn zu bieten. Neben dieser entlastenden, kathartischen positiven Gesamtaussage wird ebenfalls als entlastend gewertet, dass die Figur des Horrorclowns mittlerweile in vielen Produktionen etabliert sei. Die verbliebenen Gewaltaspekte werden nicht detailliert dargestellt und die Gewaltbereitschaft der Kinder begründet sich einzig auf Verteidigung. Trotz des hohen Spannungsbogens kann sich ein Publikum ab 12 Jahren der Unversehrtheit der konstant starken kindlichen Helden gewiss sein. Ein adäquates Handling mit den noch vorhandenen Bedrohungsmomenten wird der Altersgruppe ab 12 Jahren ohne die Entwicklung übermäßiger Ängste zugetraut. (Stand: Mai 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Full Metal Jacket

USA 1987
Kriegsfilm

Der aus dem Jahre 1987 stammende Anti-Kriegs-Film zeigt im ersten Teil die harten und unmenschlichen Ausbildungsbedingen US-amerikanischer Marines und im zweiten Teil die Brutalität und Sinnlosigkeit des Vietnamkrieges.
Full Metal Jacket enthält einige Gewaltspitzen, die gemessen am Genre und an heutigen Sehgewohnheiten eher rar gesät sind und den Film nicht prägen. Im Fokus stehen vielmehr die psychodynamischen Prozesse der Dehumanisierung und Willensbrechung, die aus jungen Männern Killermaschinen machen. Vor diesem Hintergrund erschüttern sowohl die Gewalteskalation im Ausbildungslager als auch die vorangehende lange Phase der systematischen Demütigung und Erniedrigung und erzeugen eher moralische Empörung als Angst. Auch der zweite in Vietnam spielende Block ist so inszeniert, dass sich die kriegskritische Haltung des Films bereits einem jüngeren Publikum erschließt. Die leicht spöttischen, distanzierten Off-Kommentierungen des Erzählers Jokers sind ebenfalls geeignet, eine kritisch-reflexive Haltung des Zuschauers zu befördern. Insgesamt bleiben Qualität und Quantität der Gewaltdarstellungen in einem Rahmen, der von ab 12-Jährigen adäquat zu rezipieren und ohne Beeinträchtigung zu verarbeiten ist. (Stand: Januar 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Meine geniale Freundin

I, USA ab 2018
Drama

Die italienisch-amerikanische Co-Produktion basiert auf der gleichnamigen Buchreihe von Elena Ferrante. Es geht um die Freundschaft von Elena und Lila und wie sich ihre Lebenswege von der Kindheit  bis ins Erwachsenenalter im Armenviertel Neapels und darüber hinaus ab den 1950er-Jahren entwickeln.
Die Dramaserie richtet sich eher an ein erwachsenes Publikum, wenngleich sie durch ihre kindaffinen Themen, die von den Hauptfiguren getragen werden, auch ein jüngeres Publikum in ihren Bann zieht. In der ersten Staffel werden die Kindheits- bzw. Jugendjahre (10-16) der Heldinnen und ihrer Freunde gezeigt, daher könnten sie auch als Vorbilder für gleichaltrige Kinder dienen. Die historische Rahmung ist sowohl bildlich als auch über die Audiospur mit Elenas Off-Kommentierung erkennbar. Zur historischen Wahrheit gehören jedoch auch u.a. die Abbildungen von Gewalt in der Ehe, erzieherische Gewalt gegenüber Kindern und erhöhter Tabakkonsum – wie es damals üblich war. Diese Szenen geben einen harten und realitätsnahen Einblick in eine relativ nahe Vergangenheit, die im starken Kontrast zu heutigen Selbstverständlichkeiten steht. Die z.T. brutal inszenierten Momente sind sehr gut dramaturgisch eingebettet, plausibel und historisch kontextualisiert. Zudem werden sie durch Elenas gelassener Off-Erzählung eingeordnet. Kurzzeitig können sie ein Publikum ab 12 Jahren schockieren bzw. irritieren, eine nachhaltig ängstigende oder desorientierende Wirkung wird jedoch nicht angenommen, da viele ruhige und dialogorientierte Momente für einen Spannungsausgleich sorgen und Kindern dieses Alters genügend Medienkompetenz zugeschrieben wird, die historischen Szenen adäquat einordnen zu können. Zudem sind Elena und Lila sowohl als Kinder wie auch als Heranwachsende und junge Frauen souveräne und eigenwillige Charaktere, die sich selbstbewusst und überwiegend autonom in ihrer Umgebung bewegen und sich von nichts und niemanden einschüchtern lassen. Einer Freigabe für das Hauptabendprogramm konnte entsprochen werden. (Stand: April 2020)

Weitere Informationen zur Dramaserie Meine geniale Freundin gibt es im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Big Game – Die Jagd beginnt

FIN, GB, D 2014
Abenteuer

Der Abenteuerfilm handelt von dem 13-jährigen Oskari, der mit seiner Familie in der finnischen Wildnis lebt. Nachdem er eines Nachts auf den per Flugzeug abgeschossenen US-Präsidenten trifft, beginnt für beide ein Kampf ums Überleben.
Durch die senderseitige Schnittbearbeitung wurden Gewaltspitzen im Film deutlich abgemildert. Verbliebene Gewalthandlungen werden u.a. nur aus der Ferne gezeigt und gehen eindeutig von den Bösewichten aus, denn die „Guten“ wenden Gewalt nur zur Verteidigung an. Die von humoristischen und märchenhaften Elementen geprägte Story bietet ausreichend Entlastungsmomente. Außerdem beinhaltet die positive Grundtendenz des Films eine klare Botschaft, den eigenen Kräften zu vertrauen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die souverän agierende Hauptfigur Oskari. Im Filmverlauf gewinnt der Junge immer mehr an Selbstvertrauen. Kurze Spannungsmomente werden durch witzige Dialoge und Szenen aufgefangen, sodass keine nachhaltige Ängstigung von Kindern unter 12 Jahren zu befürchten ist. Der FSF-Prüfausschuss sprach sich einhellig für eine Freigabe im Tagesprogramm aus. (Stand: April 2020)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Big Little Lies

Staffel 01: diverse Episoden
USA 2016
Drama

Die Miniserie erzählt die Geschichte reicher Mütter, deren vermeintlich perfekte Leben auf den Kopf gestellt werden.
Die Episoden und der abstrakt gehaltene Krimiplot richten sich an Erwachsene und knüpfen nicht an die kindliche Alltagswelt an. Für Kinder relevante Handlungsstränge wurden als unproblematisch gewertet. Kinder kommen zwar in der Serie vor, bieten jedoch kaum Identifikationspotenzial, da mehrheitlich über sie und nicht mit ihnen gesprochen wird. Lediglich der Handlungsstrang um das Ehepaar Celine und Perry wurde als problematisch eingeordnet. Die in der Serie dargestellte Verbindung von häuslicher Gewalt und sexueller Erregung wurde nur unter Schnittauflagen für das Tagesprogramm freigegeben. Eine übermäßige Ängstigung und Beeinträchtigung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren kann sonst nicht ausgeschlossen werden. (Stand: April 2017)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie

GB, USA 1997
Action

Der britische Spezialagent 007 kämpft dieses Mal gegen einen Medienmogul, der aus Profitgründen nicht nur den Weltfrieden in Gefahr zu bringen versucht, sondern die Weltherrschaft anstrebt.
Der senderseitig für die Primetime-Sendeschiene geschnittene Film ist klar im Actiongenre zu verorten. Trotz Kürzungen hält er eine Reihe von gewalthaltigen, bedrohlichen, aber vor allem spannungsreichen Sequenzen bereit. In den verbliebenen Gewaltpassagen wird der Gebrauch von Schusswaffen bzw. Gewalt von Seiten des Hauptdarstellers und seiner Mitstreiterinnen nur zum Ziele der Selbstverteidigung angewendet. Längere Gewaltszenen sind nicht positiv besetzt. Durch die alltagsferne Handlung, das klare Gut-Böse-Schema sowie die Unbesiegbarkeit und konstante Furchtlosigkeit des Helden ergeben sich ausreichend Entlastungs- und Distanzierungsmomente, die den FSF-Prüfausschuss einstimmig veranlassten, die angestrebte Hauptabendprogramm-Freigabe zu entscheiden. Angesichts der zahlreichen Distanzierungsangebote sowie der Schnitte werden keine nachhaltigen Wirkungsrisiken für ab 12-Jährige befürchtet. (Stand: Mai 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

The Rookie

USA 2018
Krimi

Erzählt wird die Geschichte John Nolans, der mit Mitte 40 beschließt, als ältester „Rookie“ –  Neuanfänger zur Polizei zu gehen. Die harten Bedingungen der Polizeiarbeit und die Schikanen durch Kollegen und Vorgesetzte stellen seinen Entschluss immer wieder auf die Probe.
In der rasant geschnittenen und mit Humor gespickten Polizeiserie wechseln sich kurze Actionszenen in Form von Verfolgungsjagden und Kampfhandlungen mit ruhigen und teils heiteren Dialogsequenzen ab. Da die Handlung jedoch darauf aus ist, überlastende Erfahrungen und Grenzsituationen als authentischen Teil der Polizeiarbeit zu skizzieren, sind eine Vielzahl an Actionszenen von großer Ernsthaftigkeit und Bedrohlichkeit geprägt. Diese potenziell ängstigenden Sequenzen können jüngere Zuschauer unter 12 Jahren nachhaltig beeinträchtigen. Auch werden die Sympathiefiguren mitunter schwer bedroht und gar ernsthaft verletzt, sodass die Polizisten jüngeren Kindern keinen sicheren Rahmen bieten. Die Mehrzahl der zur Prüfung vorgelegten Episoden wurden für eine Ausstrahlung im Hauptabendprogramm freigegeben, da sie die Verarbeitungsfähigkeiten jüngerer Kinder überfordern würden. (Stand: Juli 2019)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Bad Spies

USA 2018
Action

Die Actionkomödie erzählt die Geschichte von Audrey, die im Auftrag ihres vermeintlich toten Ehemanns geheime Dokumente durch Europa transportieren muss. Während wilder Verfolgungsjagden muss sie sich mit ihrer Freundin gegenüber einer Gruppe von Auftragskillern behaupten.
Die senderseitig um drastische Gewaltspitzen entschärfte Actionkomödie bewegt sich klar im realitätsfernen Rahmen. Trotz Kürzungen sind eine Vielzahl an Schießereien, Verfolgungsjagden und Actionszenen weiterhin enthalten. Davon können einige makabre Gewaltmomente ein Publikum ab 12 Jahren kurzzeitig erschrecken. Eine nachhaltige Ängstigung wird jedoch aufgrund der hinreichenden Entlastungs- und Distanzierungsangebote sowie des von einem jugendlichen Publikum dechiffrierbaren komödiantischen Genres nicht vermutet. Entlastend wirkt auch die klare Gut-Böse-Zeichnung der Protagonisten. Positive Botschaften werden über die Heldinnen transportiert, deren freundschaftliches Verhältnis sich stark auf gegenseitiges Vertrauen stützt, sodass sie sich im Verlauf der Handlung zu souveränen Charakteren entwickeln. Der FSF-Prüfausschuss votierte mehrheitlich für eine Freigabe ab 12 Jahren. (Stand: Mai 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)