ProgrammprüfungFSF-Altersfreigaben

FSF-Altersfreigaben mit ProgrammInfos

Die ProgrammInfos der FSF sind Jugendschutzinformationen zum Fernsehprogramm. Sie beinhalten die Altersfreigabe mit einer kurzen Begründung sowie das Maß eines möglichen Wirkungsrisikos in den Kategorien Angst, Gewalt, sozialethische Desorientierung, Sex und Sprache.

Sie finden hier eine Auswahl aus annähernd 35.000 geprüften Programmen. Falls Sie sich für die Freigabe einer Sendung interessieren, die Sie hier nicht finden, wenden Sie sich bitte an unsere Jugendschutz-Hotline.

Bitte beachten Sie: Die Altersfreigabe ist keine pädagogische Empfehlung, sondern das Alter, für das ein Programm nach Einschätzung der FSF nicht entwicklungsbeeinträchtigend wirkt.

 

Aktuelle ProgrammInfos

Passagier 23

D 2018
Thriller

Der Thriller beruht auf dem gleichnamigen Buch von Sebastian Fitzek und erzählt die Geschichte von verlorengegangenen Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff, deren Verschwinden der Polizeipsychologe Martin Schwartz versucht aufzudecken.
Der Film wird sehr ruhig erzählt und wechselt kontinuierlich zwischen spannungsreichen, auch musikalisch entsprechend untermalten dynamischen Phasen und zur Entspannung einladenden reflektierenden Dialogphasen. Actionszenen sind kaum vorhanden – der "Thrill", der sich aus dem mysteriösen Verschwinden von Mutter und Kind entspinnt, entwickelt sich erst nach und nach. Die Tatsache, dass der Ermittler Martin Schwarz die Wahrheit Stück für Stück ans Licht bringen kann und am Ende sogar seinen eigenen Sohn wiedersehen kann, sorgt für Entlastung. Die eigentlich kritische Problematik des Kindermissbrauchs durch die eigenen Eltern wird erst ganz am Ende und für 12-Jährige nur sehr verklausuliert und nicht bildlich inszeniert. Sodass insgesamt davon ausgegangen wird, dass ab 12-Jährige fähig sind, das Gezeigte entsprechend zu verarbeiten. Der Film erhielt eine Freigabe für das Hauptabendprogramm. (Stand: November 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Die Insel

USA 2005
Abenteuer

In dem in der Zukunft spielenden Abenteuerfilm werden Menschen geklont und unwissentlich als Organspender ihrer wohlhabenden „Originale“ gefangen gehalten. Als einer der Klone dahinterkommt, beginnt ein Wettlauf um die Wahrheit und ums Überleben.
Das futuristische Setting des Films ist gut erkennbar und lässt keinerlei Bezüge zum gesellschaftlichen und sozialen Alltag von Zuschauern ab 12 Jahren herstellen. Da diese Altersgruppe bereits Erfahrungen mit Science-Fiction-Filmen hat und auch mit Themen wie Klonen und künstlichem Leben vertraut ist, kann sie die z.T. zynischen und skrupellosen Charaktere des Films und sensible Themen wir Organzucht und Kinderhandel als fiktive, futuristische Interpretation einer Welt in der fernen Zukunft einordnen. Auch unterstützt die klar in Gut und Böse aufgeteilte Figurenkonstellation die moralische Einschätzung des Geschehens. Durch die senderseitige Reduktion von Gewaltspitzen wurden die verbliebenen Gewaltdarstellungen als verkraftbar für Zuschauer ab 12 Jahren eingeschätzt. Damit erhöht sich überdies der Anteil an Entspannungsmomenten und auch das harmonische und ruhig inszenierte Happy End bietet Entlastung. (Stand: April 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Spiel mit der Angst

Kanada, Großbritannien 2007
Thriller

Das idyllische Leben des Ehepaars Neil und Abby Randall ändert sich schlagartig, als ihre kleine Tochter Sophie von einem Unbekannten entführt wird. Um ihr Kind wiederzusehen, müssen sich die Eltern den Forderungen des Entführers für 24 Stunden beugen.
Der senderseitig für die Primetime gekürzte Rachethriller enthält ein gewisses Gewaltniveau, dessen Spannungsspitzen durch mehrere Schnitte entsprechend des FSK-Jugendentscheides entschärft wurden. Die verbliebenen Gewalthandlungen gehen fast ausschließlich vom Entführer aus, Neil und Abby wenden Gewalt meist nur reaktiv an. Im Handlungsverlauf wird immer wieder die Bedrohung der kleinen Sophie thematisiert – allerdings verbal und nicht auf der Bildebene visualisiert. Es werden v.a. die Ängste der erwachsenen Hauptfiguren aufgegriffen, eine Identifikation jüngerer Zuschauer mit ihnen scheint jedoch unwahrscheinlich. Zum Filmende löst sich die Gefahr auf und erweist sich als Täuschung. Insgesamt ist der Plot sehr alltagsfern und konstruiert konzipiert und bietet ab 12-Jährigen entsprechende Distanzierungsmomente. Zwar zeigen alle Figuren ein sozialethisch abweichendes Verhalten, dennoch wird dieses im Hinblick auf die Probleme und seelischen Verletzungen der Protagonisten eingeordnet und ausführlich erklärt. Das moralisch verwerfliche Gebaren aller Beteiligten führt zum Ende für Keinen zu Glück oder Zufriedenheit. Ab 12-Jährigen wird zugemutet, dass sie die Konfliktlösung nicht als „normal“ bzw. sozial akzeptiert wahrnehmen. Der FSF-Prüfausschuss sprach sich entsprechend für eine Freigabe ab 12 Jahren im Hauptabendprogramm aus. (Stand: Juli 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Wer ist Hanna?

USA, GB, D 2011
Thriller

Der artifizielle und sich aus den unterschiedlichen Genres Agententhriller, Roadmovie, Action- und Teenagerfilm bedienende Filmmix erzählt vom Prozess des Erwachsenwerdens eines genmanipulierten und zur Kämpferin erzogenen Mädchens.
Die senderseitig um drastische Gewaltdarstellungen gekürzte Filmfassung zeigt eine recht unerschütterliche Heldin, die zwar aufgrund ihrer Jugendlichkeit Identitätsfigur sein könnte, allerdings in ihrer Künstlichkeit eine lebensferne Figur abgibt, die das Einfühlen schwierig macht. Ein klares Gut-Böse-Schema der Charaktere, das surreale Filmsetting, welches die alltags- und realitätsferne Handlung unterstreicht, und der Wechsel von längeren ruhigen Passagen auf spannende Szenen bieten ausreichend Distanzierungsmomente für Zuschauer ab 12 Jahren. Dargestellte Gewaltszenarien, in denen Hanna tötet, geschehen aus Notwehr und nicht aus der Lust am Töten. Eine Beeinträchtigung für die Altersgruppe der ab 12-Jährigen wird nicht gesehen, eine Freigabe für das Tagesprogramm kommt aufgrund der Vielzahl an Gewalthandlungen und ängstigenden Momenten jedoch nicht in Betracht. (Stand: Januar 2017)

Weitere Informationen zum Agententhriller Wer ist Hanna? im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Population 436

USA 2006
Fantasy

Rätselhaftes Mysterydrama um den Ort Rockwell, in dem die Einwohnerzahl seit einem Jahrhundert exakt gleich bleibt. Steve Kady, Mitarbeiter der Volkszählungsbehörde, versucht dem Ganzen auf den Grund zu gehen und gerät in größte Gefahr.
Die Geschichte folgt einem stringenten und konventionellen Erzählschema, dem ab 12-Jährige gut folgen können. Die etwas unheimliche und sich verdichtende Atmosphäre erzeugt Spannung und Neugier. Potenziell ängstigende Elemente bzw. gewalthaltige Szenen wurden durch die senderseitige Schnittbearbeitung wirkungsvoll eingekürzt. Die verbliebenen spärlich gesetzten gewalthaltigen Szenen sind weder in Qualität noch Quantität geeignet, ab 12-jährige Zuschauer nachhaltig zu ängstigen. Ebenfalls wird die religiöse Verbrämung der Dorfbewohner als wenig wirkmächtig bzw. attraktiv und hinreichend dekodierend eingeschätzt. Eine desorientierende Wirkung wird daher nicht vermutet. Für Kinder unter 12 Jahren ist der Film jedoch zu ängstigend, weshalb eine Freigabe für das Tagesprogramm nicht in Betracht kommt. (Stand: April 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Mütter machen Porno

Deutschland 2020
Doku-Serie

Deutsche Version der britischen Original-Dokumentation Moms make porn: Fünf Mütter tauschen sich über Internetpornografie aus und planen, einen eigenen Porno zu drehen – abgestoßen von der im Netz dominierenden harten Pornografie.
Die Doku-Serie wurde in den Prüfausschüssen sehr kontrovers diskutiert. Zwei Folgen wurden – z.T. erst im Berufungsverfahren – ab 12 Jahren freigegeben, sodass eine Ausstrahlung ab 20 Uhr möglich ist, eine Episode erhielt die Freigabe ab 16 Jahren und kann entsprechend im Spätabendprogramm ab 22 Uhr gezeigt werden. Für eine Freigabe ab 16 Jahren spricht die z.T. dichte Bildebene mit Bildern von Standardpornos sowie die Tatsache, dass die Pornoindustrie an sich nicht kritisch kommentiert wird. Erst ältere Jugendliche könnten Pornografie als bloße Facette von Sexualität angemessen einordnen. Für eine Freigabe ab 12 Jahren spricht, dass eindeutig das Ziel der Aufklärung und der Aufruf zum Gespräch zwischen den Generationen im Mittelpunkt der Sendung steht. Die sexuellen Inhalte werden deutlich in einen aufklärerischen Kontext über die Machart und typischen Muster von Pornos eingebettet. Die Darstellungen selbst sind geblurrt oder aus der Distanz dargestellt. Vor diesem Hintergrund traute die Mehrheit der Prüferinnen und Prüfer bei den ersten beiden Episoden bereits ab 12-Jährigen zu, die Szenen mit sexuellen Inhalten in den beschriebenen Kontext zu setzen und diese entsprechend einzuordnen. Positiv wurden die offenen Interviewsequenzen mit Jugendlichen bewertet, in denen sie Auskunft über ihre eigenen Erfahrungen und Einstellungen geben. In Teil 3, in dem dann verpixelte Szenen aus dem fertigen Film gezeigt werden, ist der Aufklärungscharakter trotz der Kommentare der Mütter geringer – dieser Teil wurde einstimmig ab 16 Jahren freigegeben. (Stand: Juli 2020)

Weitere Informationen zur Doku Mütter machen Porno im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)
Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

Gangs of Lonodon

Großbritannien, Nordirland 2019
Drama

In der Mafiaserie geht es um das Fortführen des Familienimperiums von Finn Wallace, mächtigster Pate im organisierten Verbrechen Londons. Nach dessen Tod übernimmt Sohn Sean das „Unternehmen“ und schwört auf Rache.
Das bildmächtige Gewaltspektakel setzt auf eine ernsthafte Dramaturgie, die eine realitätsnahe Abbildung findet und im kriminellen Milieu Londons der Gegenwart angesiedelt ist. Die zumeist düstere Inszenierung ist geprägt von drastischen Gewaltspitzen, die zuweilen gewaltbefürwortend in Szene gesetzt, aber durch die Handlungskontexte durchaus plausibel intendiert sind. Die Mehrheit der Episoden wurde, bei aller Künstlichkeit, zum Teil als verrohend und desensibilisierend für unter 18-Jährige eingeschätzt. Der intensiven Darstellung grausamer Details ist eine gewisse Gewaltlust nicht abzusprechen, sodass diese als sozialethisch desorientierend gewertet werden. Ab 18-Jährigen wird aufgrund einer größeren Medienerfahrung und -kompetenz zugetraut, sich von den Gewaltexzessen distanzieren- und diese Szenen einordnen zu können. Wenige Episoden, die diese herausgestellten Gewaltakte nicht beinhalten, erhalten eine Freigabe ab 16 Jahren. Das exzessive Gewalthandeln ist jedoch klar als ein Teil eines Verbrechermilieus zu erkennen. Insgesamt ist die atmosphärisch dichte Erzählung fokussiert auf intensive Höhepunkte und weniger auf entlastende Passagen. Zudem gibt es kaum deutlich positive Identifikationsfiguren. Das Gangsterepos wurde daher überwiegend für das Nachtprogramm und nur in Ausnahmen für das Spätabendprogramm freigegeben. (Stand: Juli 2020)

Mehr Informationen zur Dramaserie Gangs of London gibt es im FSF-Blog.

Ab 18 Jahren / Nachtprogramm (23.00 – 6.00 Uhr)
Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

Lizzie Borden – Kills!

Staffel 01: einige Episoden
USA 2015
Krimi

Die Beweislast im Mordfall Andrew und Abby Borden ist erdrückend, trotzdem wird die Verdächtige und Tochter Lizzie Borden vor Gericht freigesprochen. Mit ihrer Schwester ein neues Leben ohne Geldsorgen beginnend, eilt Lizzie ihr Ruf voraus und das mysteriöse Versterben von Menschen in ihrem Umfeld weckt das Interesse eines weiteren Ermittlers, der Lizzie zu Fall bringen könnte.
Die Inszenierung der Krimiserie wirkt tarantinoesk und jugendaffin. Es sind sehr viele Gewaltszenen enthalten, die z.T. in Slow Motion, als Großaufnahmen und auch als detailreich eingeblendete Flashbacks mit entsprechender Musikuntermalung wiederholt zu sehen sind. Dieser dargebotene Grundtenor von Zynismus und Gewaltfaszination, bei dem die Sympathien trotz aller Tötungen auf der Hauptfigur Lizzie Borden liegen, spricht klar gegen eine Freigabe des Formats für das Hauptabendprogramm. Ein Publikum ab 16 Jahren ist dagegen in der Lage, die kontextuell gut in den alltagsfernen Plot eingebundenen, aber dennoch artifiziell wirkenden Gewaltdarstellungen distanziert und ohne Beeinträchtigungen zu rezipieren. (Stand: Mai 2018)

Weitere Informationen zur Krimiserie Lizzie Borden – Kills! im FSF-Blog​​​.

Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly

AU, GB, F 2004
Western

Das Westerndrama erzählt die Lebensgeschichte des Iren Ned Kelly, der um 1875 durch Repressionen der viktorianischen Polizei in Australien zum Gesetzlosen wird. Gemeinsam mit seinem Bruder und zwei Freunden wird er zum Staatsfeind – und zu einem Robin Hood seiner Zeit im Kampf gegen gesellschaftliche Ungerechtigkeit.
Die Geschichte um die vier Freunde wird in epischer Länge erzählt und findet ihren Höhepunkt im Showdown zwischen Polizei und vermeintlichen Verbrechern. Diese und andere Gewaltszenen wurden um besonders brutale und potenziell ängstigende Bilder gekürzt. Heath Ledger als Ned Kelly ist zwar durchaus ein anziehender Held, aber er ist keine realitätsnahe Figur mit cooler Aura, die Kinder und Jugendliche desorientieren könnte. Dem wirkt entgegen, dass das Drama die Verbrecherlaufbahn klar in eine historische Dimension fasst. Das Unrechtbewusstsein der Protagonisten wird thematisiert, der Protagonist reflektiert regelmäßig als Stimme aus dem Off sein Handeln. Desorientierende Wirkungsrisiken wurden daher ausgeschlossen. (Stand: Januar 2015)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Face Off – Im Körper des Feindes

USA 1997
Action

Im Mittelpunkt des klassischen Actionfilms steht der unerbittliche Kampf zweier Gegner: FBI-Agent Sean Archer und Terrorist Castor Troy, die ihre Identität austauschen. Bei allen Widrigkeiten gilt es die eigene Familie zu schützen.
Vorgelegt wurde eine um ängstigende und Gewaltszenen gekürzte Filmversion für die beantragte Freigabe im Hauptabendprogramm. Mit seiner leicht verständlichen Story um den Identitätstausch der Hauptfiguren und den dazu inszenierten choreographierten Actionszenen spricht der Film durchaus ein junges Publikum an. Neben zahlreichen leicht erkennbaren Spezialeffekten, die die Realitätsferne des Gesehenen unterstreichen, sind etliche Kampf- und Gewaltszenen sowie eine hohe Anzahl an dichten Actionszenen in der Schnittfassung verblieben. Die Kampfszenen sind jedoch von kurzer Dauer und bestehen oft aus pathetisch inszenierten, fast stilisierten Bildern, sodass die Actiongeschichte genretypisch überzeichnet und wirklichkeitsfremd wirkt. Entlastungs- und Entspannungsmomente finden sich in dem deutlich einzuordnenden Gut-Böse-Schema, der klar wahrnehmbaren Fiktionalität und in der glücklich endenden Familiengeschichte. (Stand: Februar 2019)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen

USA 2013
Abenteuer

Percy Jackson ist kein gewöhnlicher Junge, er ist der Sohn des Meeresgottes Poseidon. Gemeinsam mit anderen jungen Halbgöttern wächst er friedlich in einem Camp auf. Doch das Lager wird angegriffen und nur Percy kann es retten, wenn er das Goldene Vlies findet.
Der US-amerikanische Action-Fantasy-Film richtet sich an die Zielgruppe der älteren Kinder ab etwa 10 Jahren. Jüngere Zuschauer werden die bedrohlichen Situationen und die Düsternis des Filmes möglicherweise unheimlich finden. Alle bedrohlichen Monster sind aber deutlich erkennbar nicht real, und auch die zwar heftigen, aber kurzen Kämpfe sind unrealistisch dargestellt. Die Protagonisten zeigen keine Angst und sind in ihrem Handeln erfolgreich. Zudem finden sie Halt und Unterstützung bei ihren Freunden und Familien. Wesentlich ist der positive Ausgang des Fantasymärchens, der Spannungen wirksam auflöst. Von einer nachhaltigen Ängstigung wird daher nicht ausgegangen, so dass der Platzierung im Tagesprogramm zugestimmt wird. (Stand: Juni 2015)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

The Transporter

USA, Frankreich 2002
Action

Der ehemalige Soldat Frank Martin transportiert als Kurierfahrer illegale Päckchen. Dabei ist die wichtigste Regel, ein Paket niemals zu öffnen. Als Frank eines Tages diese Vorschrift notgedrungen umgeht, macht er eine überraschende Entdeckung, die ihn plötzlich selbst in gefährliche Machenschaften involviert.
Der rasant und actionreich inszenierte Film bewegt sich in einem realitätsfremd angelegten Kontext und wird von einem starken und positiven Charakter getragen, der sich als potenzielle Identifikationsfigur eignet. Das klare Gut-Böse-Schema bietet dem Zuschauenden Orientierung. Dabei enthält der um Action- und Gewaltszenen gekürzt eingereichte Actionfilm noch einige spannend inszenierte Kampfszenen, die jedoch dem Filmgenre entsprechend einen positiven Filmausgang vorhersagen lassen und Gewalt nicht befürwortend darstellen. Denn Gewalt wird vom Filmhelden und weiteren „Guten“ nur zur Verteidigung anwendet und ist in ähnliche artifiziell und unglaubwürdig inszenierte Actionszenen eingebunden wie in „Mission Impossible“, „Jacky Chan“ oder „MacGyver“. Jugendliche ab 12 Jahren besitzen bereits genügend Medienerfahrung, um Vertrauen in die Unversehrtheit des Filmhelden zu haben und somit die erregenden Actionszenen angstfrei verarbeiten zu können sowie diese realitätsferne Vorführung nicht auf das eigene Leben zu übertragen. Diese Schnittfassung erhält eine Freigabe ab 12 Jahren. (Stand: September 2019)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Django Unchained

USA 2012
Western

Der Western von Quentin Tarantino spielt im 19. Jahrhundert in den Südstaaten der USA und erzählt die Geschichte des Sklaven Django, der dem deutschen Zahnarzt Dr. King Schultz bei seiner Tätigkeit als Kopfgeldjäger hilft, um im Gegenzug für sich und seine Frau die Freiheit zu erlangen.
Der Film enthält viele für Tarantino typische Gewaltszenen (Prügelszenen, Auspeitschungen, Erschießungen). Doch wurden diese gegenüber der Originalversion durch viele Kürzungen entschärft. Darüber hinaus bieten friedfertige Szenen, slapstickartige Dialoge sowie Naturaufnahmen ausreichende Möglichkeiten zur Distanz. Das Risiko einer übermäßigen Ängstigung, der Befürwortung bzw. Förderung von Gewalt sowie der sozialethischen Desorientierung wird daher für Zuschauer ab 12 Jahren nicht gesehen und der Film für eine Ausstrahlung ab 20 Uhr im Hauptabendprogramm freigegeben. (Stand: März 2015)

Weitere Informationen zum Western Django Unchained im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Promis unter Palmen

Deutschland, Thailand 2020
Realityshow

Die Realityshow, in der zehn Prominente in einer Luxusvilla als WG zusammenleben und in verschiedenen Spielen um 100.000 Euro kämpfen, präsentiert neben den üblichen Spieleinlagen und Lästereien einen gruppendynamischen Mobbingprozess gegen Claudia Obert.
Das antisoziale Verhalten der Gruppenmitglieder gegen vorwiegend eine Mitspielerin in der fünften Episode der Realityshow wird durch die teils ironischen und entlarvenden Off-Kommentare, durch das abstoßende Verhalten selbst als auch durch die klaren Einlassungen und Interventionen von Mitspieler Tobi für Kinder und Jugendliche ab 12 erkennbar negativ eingeordnet. Zwar gewinnt die Person, die die Attacken maßgeblich mit vorantreibt, letztlich die Show, aber nicht die Sympathien der Zuschauerinnen und Zuschauer. Eine Vorbildwirkung des ausgrenzenden Verhaltens und in diesem Sinne eine sozialethische Desorientierung der Altersgruppe wird daher nicht vermutet. (Stand: Juni 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Es (2017)

USA 2017
Horror

In einer US-amerikanischen Kleinstadt verschwinden über Jahre mehrere Kinder. Eine Gruppe Jugendlicher versucht dem auf den Grund zu gehen. In der Begegnung mit dem unheimlichen Clown Pennywise müssen sie ihre persönlichen Ängste überwinden.
Die senderseitig bereits um drastische Gewalt- und Splattermomente gekürzte Neuverfilmung des Horrorklassikers Es enthält nach wie vor klassische Horrorelemente, v.a. im letzten Drittel des Films. Jedoch treten diese durch die Schnittbearbeitung soweit in den Hintergrund, dass die Motive eines klassischen Coming-of-Age-Films mit seinen positiven Botschaften (Freundschaft, Zusammenhalt, Besiegen eigener Ängste) deutlicher in den Vordergrund rücken. Die Gruppe der "Verlierer“ gewinnt im Laufe der Handlung deutlich an Stärke und schafft es, sich gegen Anfeindungen älterer Jugendlicher zu behaupten und auch dem Clown – Symbol der Summe aller eigenen Ängste – die Stirn zu bieten. Neben dieser entlastenden, kathartischen positiven Gesamtaussage wird ebenfalls als entlastend gewertet, dass die Figur des Horrorclowns mittlerweile in vielen Produktionen etabliert sei. Die verbliebenen Gewaltaspekte werden nicht detailliert dargestellt und die Gewaltbereitschaft der Kinder begründet sich einzig auf Verteidigung. Trotz des hohen Spannungsbogens kann sich ein Publikum ab 12 Jahren der Unversehrtheit der konstant starken kindlichen Helden gewiss sein. Ein adäquates Handling mit den noch vorhandenen Bedrohungsmomenten wird der Altersgruppe ab 12 Jahren ohne die Entwicklung übermäßiger Ängste zugetraut. (Stand: Mai 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)