ProgrammprüfungFSF-Altersfreigaben

FSF-Altersfreigaben mit ProgrammInfos

Die ProgrammInfos der FSF sind Jugendschutzinformationen zum Fernsehprogramm. Sie beinhalten die Altersfreigabe mit einer kurzen Begründung sowie das Maß eines möglichen Wirkungsrisikos in den Kategorien Angst, Gewalt, sozialethische Desorientierung, Sex und Sprache.

Sie finden hier eine kleine Auswahl aus mehr als 38.500 geprüften Programmen. Falls Sie sich für die Freigabe einer Sendung interessieren, die Sie hier nicht finden, wenden Sie sich bitte an unsere Jugendschutz-Hotline.

Bitte beachten Sie: Die Altersfreigabe ist keine pädagogische Empfehlung, sondern das Alter, für das ein Programm nach Einschätzung der FSF nicht entwicklungsbeeinträchtigend wirkt.

 

Aktuelle ProgrammInfos

Matrix

USA 1999
Science-Fiction

Der Programmierer und Hacker Neo muss erkennen, dass sein Leben nicht real ist: Maschinen haben die Macht übernommen und halten die Menschen als lebende Energiequellen in riesigen Zuchtanlagen. Was die Menschen für ihr wirkliches Leben halten, ist eine komplexe Computersimulation – die Matrix. Neo schließt sich einer Rebellengruppe an und nimmt den Kampf gegen die Maschinen auf.
Die verwirrende Geschichte des oscarprämierten Science-Fiction-Films stellt für 12-Jährige eine intellektuelle Herausforderung dar, der Unterschied zwischen Realität und Matrix kann von der Altersgruppe aber nachvollzogen werden. Der Film ist von einer düsteren Grundstimmung geprägt. Lange religiös-philosophische Dialogpassagen wechseln mit wuchtigen Action- und Gewaltszenen. Die Gewalt geht zu keinem Zeitpunkt von den Hauptfiguren aus, die nur kämpfen, wenn eine Flucht nicht mehr möglich ist. Die Kämpfe sind bildgewaltig umgesetzt und stark ästhetisiert, wirken aber wie die Helden comichaft und überzeichnet. Die Fiktionalität ist somit klar erkennbar. Realistische, blutige Bilder von Gewaltfolgen wurden für die Platzierung im Hauptabendprogramm geschnitten. (Stand: November 2014)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Der Soldat James Ryan

USA 1998
Kriegsfilm

In dem 1944 spielenden Kriegsdrama geht es um die Rettung des US-Soldaten James Ryan, der in den Wirren des Zweiten Weltkrieges als einziger von vier Brüdern lebend zu seiner Mutter zurückkehren soll.
Der Film zeigt ausführlich Gewalt, vor allem in den Anfangsszenen, die die Landung von US-Truppen in der Normandie visualisieren. Die ungeschönten und brutalen Kriegsbilder wirken abschreckend. Wie die Soldaten, die der kriegerischen Auseinandersetzung nicht ausweichen können, möchte sich der Zuschauer dieser Gewalt entziehen. Mit Rücksicht auf Kinder ab 12 Jahren wurden extreme Gewaltbilder vor allem in diesen ersten 20 Minuten des Films sorgfältig entfernt, ohne den Szenen ihre abschreckende Wirkung zu nehmen. Obwohl der Film in seiner Gesamtaussage eher pathetisch und ambivalent ist, gibt es immer wieder Szenen, die existenzielle Bedrohungs- und Belastungssituationen zeigen und die Sinnlosigkeit des Krieges vor Augen führen. Nicht strategisch-taktische Überlegungen stehen im Vordergrund, sondern die an einem Krieg beteiligten Menschen. Der Film ist nicht aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen erzählt, die Protagonisten sind Erwachsene. Die Zuschauenden werden nicht mit Gefühlen des Verlustes oder der Trauer zurückgelassen, sondern der Rührung. Mit der Rettung in letzter Minute gibt es ein starkes Entlastungsmoment. Auch im mittleren Filmteil sorgen lange Ruhephasen für Entspannung. Insgesamt bietet die bearbeitete Fassung mit Blick auf 12-Jährige hinreichend Entlastungsmomente und kann im Hauptabendprogramm ausgestrahlt werden. (Stand: November 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

The Leftovers

USA 2014
Mystery

Die Mysteryserie erzählt ein Endzeitszenario, bei dem plötzlich 140 Millionen Menschen von der Erde verschwinden. Die Handlung spielt zum Zeitpunkt drei Jahre später, die Verbliebenen quälen sich mit Fragen und müssen sich dennoch dem veränderten Alltag stellen.
Die vom jugendlichen Publikum leicht zu erkennende alltagsferne Handlung wird über weite Strecken ruhig erzählt, wechselt sich jedoch mit kurzen, actionreichen Flashbacks ab. Einzelne Gewalthandlungen werden gezeigt, sind jedoch kurz und dramaturgisch eingebettet und werden nicht befürwortet oder verharmlost. Ab 12-Jährige besitzen die nötige Medienkompetenz, die gezeigten Gewaltszenen klar dem realitätsfernen Science-Fictiongenre zuzuordnen und ohne Entwicklungsbeeinträchtigung zu verkraften. Vereinzelte zu drastisch inszenierte Gewaltsspitzen müssen für die Programmierung im Hauptabendprogramm entfernt werden, um einer möglichen Ängstigung vorzubeugen. (Stand: Oktober 2014)

Mehr Informationen zur Dramaserie The Leftovers im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Terminator 2

Tag der Abrechnung
USA 1991
Action

Zwei Terminatoren werden aus dem Jahr 2029 zurück in das Jahr 1994 geschickt. Beide haben ein Ziel, den zehnjährigen John Connor. Während der T-800 der gute Terminator ist, der von John Connor selbst aus der Zukunft in die Vergangenheit geschickt wurde, um ihn als Kind zu beschützen, ist der T-1000 ein höher entwickelter Prototyp und Abgesandter der Maschinen mit dem Auftrag John Connor zu eliminieren.
Der Film ist klar in einem Science-Fiction-Kontext angesiedelt und beginnt in der Zukunft, in der Kriegsszenen zwischen Menschen und Maschinen gezeigt werden. Nicht zuletzt die Tricktechnik um das immer wieder einschmelzende Metall beim Terminator T-1000 verdeutlich wiederholt den rein fantastischen Charakter des Filmes. Nach einer umfassenden senderseitigen Schnittbearbeitung erhielt der Actionfilm eine Freigabe für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm in Verbindung mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren. Sowohl was den Gewalteinsatz angeht – in Bezug auf eine nachhaltige Ängstigung – als auch einem möglichen Waffenfetischismus – mit Blick auf eine etwaige Gewaltbefürwortung bzw. -förderung – wurde so entscheidend entgegengewirkt. Das Kind John ist clever genug, sich gefährlichen Situationen zu entziehen bzw. wird vom guten Terminator beschützt; auch dessen Mutter übersteht alle Gefahren, wenngleich leicht lädiert, letztlich wohlbehalten. Die zunehmend menschlichen Züge des Terminators stellen auch eine humorige Komponente deutlicher heraus. Heutigen ab 12-Jährigen wird zugetraut, das Gezeigte entsprechend ohne eine Entwicklungsbeeinträchtigung zu rezipieren. (Stand: Juni 2015)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

The Rookie

USA 2018
Krimi

Erzählt wird die Geschichte John Nolans, der mit Mitte 40 beschließt, als ältester „Rookie“ –  Neuanfänger zur Polizei zu gehen. Die harten Bedingungen der Polizeiarbeit und die Schikanen durch Kollegen und Vorgesetzte stellen seinen Entschluss immer wieder auf die Probe.
In der rasant geschnittenen und mit Humor gespickten Polizeiserie wechseln sich kurze Actionszenen in Form von Verfolgungsjagden und Kampfhandlungen mit ruhigen und teils heiteren Dialogsequenzen ab. Da die Handlung jedoch darauf aus ist, überlastende Erfahrungen und Grenzsituationen als authentischen Teil der Polizeiarbeit zu skizzieren, sind eine Vielzahl an Actionszenen von großer Ernsthaftigkeit und Bedrohlichkeit geprägt. Diese potenziell ängstigenden Sequenzen können jüngere Zuschauer unter 12 Jahren nachhaltig beeinträchtigen. Auch werden die Sympathiefiguren mitunter schwer bedroht und gar ernsthaft verletzt, sodass die Polizisten jüngeren Kindern keinen sicheren Rahmen bieten. Die Mehrzahl der zur Prüfung vorgelegten Episoden wurden für eine Ausstrahlung im Hauptabendprogramm freigegeben, da sie die Verarbeitungsfähigkeiten jüngerer Kinder überfordern würden. (Stand: Juli 2019)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Tremors – Im Land der Raketenwürmer

USA 1989
Action

In dem Genremix aus Action, Abenteuer und Fantasy überfallen Raketenwürmer die Wüstenstadt Perfection. Nach zahlreichen mysteriösen Tötungen wollen die Freunde Valentine und Earl zusammen mit der Seismologin Rhonda den Vorfällen näher auf den Grund gehen.
Die vom Sender bearbeitete Filmfassung verzichtet auf Nahaufnahmen von monströsen Riesenwürmern oder der Darstellung anderer drastischer Details. Auch wurden potenzielle Schockmomente wirkungsvoll entfernt und die erregenden Spannungsbögen somit verkürzt. Älteren Kindern ab 12 Jahren wird aufgrund ihrer Sehgewohnheiten und Medienerfahrung zugetraut, dass sie das mit zunehmender Spannung geschilderte Geschehen klar als realitätsferne Fiktion einordnen. Es werden ihnen weder potenzielle Identifikationsfiguren offeriert noch einseitige an Gewalt orientierte Konfliktlösungsmuster geboten. Zudem bietet der dicht inszenierte Genremix nicht nur spannende Szenen, sondern auch humorvoll-komödiantische Momente, die zur Entlastung beitragen. Da insgesamt für 12-15-Jährige Zuschauer keine nachhaltigen Beeinträchtigungen vermutet werden, kann die Schnittfassung im Hauptabendprogramm gezeigt werden. (Stand: Oktober 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Doctor Strange

USA 2016
Mystery

Das Fantasyspektakel handelt vom genialen Dr. Strange, der in die Geheimnisse eines verborgenen Multiversums eindringt. Mit seinen neu gewonnenen magischen Kräften muss er alsbald die Welt vor einer Bedrohung retten.
Die senderseitig um zahlreiche Gewalthandlungen gekürzte Fassung des opulenten Films lässt sich auch von einer jüngeren Zuschauergruppe klar dem fiktionalen Fantasygenre zuordnen. Das schnelle Wandern in den mystischen Welten beinhaltet mitunter einen "Geisterbahneffekt". Die verbliebenen dargestellten Kämpfe wirken fantastisch überhöht, sodass von ihnen kein ängstigendes Potenzial ausgeht – sie erinnern mitunter an Harry Potter-Filme. Diese deutlich mystischen Inhalte lassen sich nicht in die kindliche Lebensrealität hiesiger Kinder und Jugendlichen transferieren. Der anhaltenden Spannung der Actionhandlung werden viele kürzere Pausen entgegengesetzt, die Entlastung bieten. Der Held zeigt keine Angst und stellt sich erfolgreich dem Bösen, wobei Gut und Böse eindeutig zu unterscheiden sind. Orientierung wird zusätzlich in der positiven Wandlung des Helden geboten – vom genialen Egoisten zu einem sozialen Wesen, das Verantwortung übernimmt. Somit konnte diese umfangreich bearbeitete Filmfassung für eine Ausstrahlung im Tagesprogramm freigegeben werden. (Stand: Juni 2016)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

The Outsider

USA 2019
Mysterie

In der US-Mystery-Thriller-Serie geht es um die Verfolgung eines Kindermörders. Bei den Ermittlungen tun sich unerklärliche Vorfälle auf und es bleibt auch nicht bei einem Opfer. Stecken tatsächlich übernatürliche, böse Mächte dahinter?
Im Vordergrund der Serie steht eine Mordermittlung, dennoch wird der ermordete Junge nicht als Identifikationsfigur aufgebaut, wodurch das Thema der Kindstötung für Kinder und jüngere Jugendliche nicht anschlussfähig wird. Gewalthandlungen und Androhungen werden primär auf der Dialogebene thematisiert. So werden Bilder der Kinderleiche nur flüchtig und abstrakt gezeigt und von dem anschließenden Fokus auf die Ermittlungsarbeiten entlastend aufgefangen. Ein zu drastisch inszeniertes Bild muss für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm entfallen. Die thematisierten Gewaltaspekte werden zu keiner Zeit positiv oder befürwortend dargestellt. Insgesamt ist das Setting zwar düster und unheimlich inszeniert, dennoch wird die Handlung langsam erzählt und ist vor allem dialogorientiert, was ebenfalls Entlastung bringt. In der Gesamtbetrachtung überwiegt das Rätsel des Whodunit und weniger die brutale Tat selbst. Trotz der ambivalenten Figurendarstellung verfolgen die Hauptpersonen immer die Aufklärung des Verbrechens. Einem jüngeren Publikum ab 12 Jahren ist zuzutrauen, die erste Episode ohne nachhaltige Entwicklungsbeeinträchtigungen zu verarbeiten. Die vorgelegte Episode wird unter einer Schnittauflage für eine Ausstrahlung im Hauptabendprogramm freigegeben; in der ungeschnittenen Originalversion bedeutet dies eine Freigabe für das Spätabendprogramm. (Stand: März 2020)

Mehr Informationen zur Serie The Ousider gibt es im fsf blog.

 

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)
Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

Hunter Killer

USA 2018
Action

Ein innerrussischer Putschversuch zieht einen provokativen Anschlag auf das im Nordmeer liegende US-amerikanische U-Boot USS Tampa Bay nach sich. Um einen drohenden Dritten Weltkrieg zwischen den beiden Großmächten abzuwenden, startet ein US-Himmelfahrtskommando zur Verteidigung.
Der ursprünglich ab 16 Jahren freigegebene Anti-Kriegsfilm wurde senderseitig gekürzt und Gewaltspitzen gründlich entfernt. Das Spannungs- und Gewaltniveau bleibt hoch – es wird jedoch keine übermäßige Ängstigung ab 12-Jähriger vermutet. Eine mögliche gewaltbefürwortende Wirkung wird nach eingehender Diskussion ausgeschlossen, da die gezeigte Gewalt nicht spekulativ, drastisch oder ausgespielt inszeniert ist. Sie bleibt genretypisch und ab 12-Jährige können diese Szenen angemessen einordnen und verkraften. Mit dem U-Boot-Kapitän als Orientierungsfigur wird das typische Freund-Feind-Schema in positiver Weise durchbrochen. Der Actionfilm enthält neben seiner pazifistischen Gesamtaussage zusätzlich die Botschaft, den Menschen im Feind zu erkennen. Insgesamt wirkt die alltagsferne, fiktionale Handlung distanzierend; der positive Ausgang bietet nach dem spektakulären Showdown Entlastungsmöglichkeiten. Aus dem Grund wird eine Entwicklungsbeeinträchtigung ab 12-Jähriger nicht vermutet. (Stand: Oktober 2021)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (1)

Teil 7
Großbritannien, USA 2010
Fantasy

In diesem Teil der bekannten Filmsaga müssen Harry, Hermine und Ron allein versuchen, das Geheimnis der Unsterblichkeit von Voldemort zu entschlüsseln. Dem Fantasyfilm wurden vom Sender zu spannungsreiche und ängstigende Szenen entnommen, sodass er in der Wirkung entschärft und für eine Ausstrahlung im Tagesprogramm geeignet ist. Gegen eine nachhaltige Angsterzeugung sprechen daneben die Länge des Films und die unzähligen Dialoge, die einem emotionalen Sog entgegenstehen. Entlastend wirkt ferner, dass durch den hohen Bekanntheitsgrad Harry Potters als unbesiegbaren Helden der fantastischen Geschichte ein gutes Ende wahrscheinlich ist. (Stand: Apil 2013)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie

Großbritannien, USA 1997
Action

Der britische Spezialagent 007 kämpft dieses Mal gegen einen Medienmogul, der aus Profitgründen nicht nur den Weltfrieden in Gefahr zu bringen versucht, sondern die Weltherrschaft anstrebt.
Der senderseitig für die Primetime-Sendeschiene geschnittene Film ist klar im Actiongenre zu verorten. Trotz Kürzungen hält er eine Reihe von gewalthaltigen, bedrohlichen, aber vor allem spannungsreichen Sequenzen bereit. In den verbliebenen Gewaltpassagen wird der Gebrauch von Schusswaffen bzw. Gewalt von Seiten des Hauptdarstellers und seiner Mitstreiterinnen nur zum Ziele der Selbstverteidigung angewendet. Längere Gewaltszenen sind nicht positiv besetzt. Durch die alltagsferne Handlung, das klare Gut-Böse-Schema sowie die Unbesiegbarkeit und konstante Furchtlosigkeit des Helden ergeben sich ausreichend Entlastungs- und Distanzierungsmomente, die den FSF-Prüfausschuss einstimmig veranlassten, die angestrebte Hauptabendprogramm-Freigabe zu entscheiden. Angesichts der zahlreichen Distanzierungsangebote sowie der Schnitte werden keine nachhaltigen Wirkungsrisiken für ab 12-Jährige befürchtet. (Stand: Mai 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Watchmen

USA 2019
Science-Fiction

Basierend auf den gleichnamigen DC-Comics spielt Watchmen in einer realistischen Welt mit alternativer Geschichtsschreibung, in der Polizisten ihr Gesicht hinter Masken verbergen müssen, um sich und ihre Familien vor einer terroristischen Organisation zu schützen.
Komplex und mit Zeitsprüngen versehen erzählt die Science-Fictionserie von einem alternativen Amerika mit einer realitätsfernen Gesellschaftsform, in der es bspw. Tintenfische vom Himmel regnet. Die innerhalb dieser comichaft surrealen Rahmung vorkommenden dunklen und actionreichen Gewaltszenen können für die Altersgruppe ab 12 Jahren u.U. belastend und herausfordernd sein. Wird die Gewalt kontextgebunden in die gesellschaftskritische Story eingebunden und nicht selbstzweckhaft ausgespielt, kann ab 12-Jährigen zugetraut werden, den überhöhten und realitätsfernen Comic-Kosmos zu erkennen und die Folge genregemäß einzuordnen, was zur Entlastung und Distanzierung des Gesehenen beiträgt. Auch wird mit der tatkräftigen und positiven Protagonistin eine starke Orientierungsfigur geboten. Die in einigen Episoden möglicherweise ängstigenden Momente werden somit als verkraftbar und nicht nachhaltig ängstigend für ab 12-Jährige eingeschätzt. Episoden, deren präsentierte Gewaltspitzen zu explizit inszeniert wurden, müssen für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm gekürzt werden bzw. erhalten eine Freigabe für das Spätabendprogramm. (Stand: Dezember 2019)

Weitere Informationen zur Serie Watchmen gibt es im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis

Großbritannien 2007
Action

Der Londoner Polizist Angel wird in die kleine Provinz Stanford versetzt. Als sich in der makellosen dörflichen Idylle bizarre Unfälle mit tödlichem Ausgang mehren, wittert Angel eine Mordserie.
Die komödiantische und actiongeladene Polizeifilm-Persiflage wurde gekürzt vorgelegt. Entfernt wurden drastische Splatterszenen, wodurch das Komödiantische und Theaterhafte sowie die zahlreichen ironischen Brechungen deutlich in den Vordergrund rücken und die Alltagsferne hervorheben. Die Stilmittel des Genrefilms, u.a. schwarzer Humor, sind aufgrund bereits erworbener Genrekompetenz von ab 12-Jährigen zu entschlüsseln und führen zu ausreichend Entlastung. In den verbliebenen Gewaltmomenten, in denen der Hauptdarsteller involviert ist, kommt niemand zu Tode, alle Bösewichte werden verhaftet und Todeskämpfe werden nicht abgebildet. Ernstzunehmende Freude an Gewaltausübung, Zerstörung oder Verletzung von Menschen wird somit nicht vermittelt, eine mögliche Gewaltbefürwortung bzw. -förderung oder übermäßige Ängstigung wird nicht gesehen. Auch birgt der Antiheld, den niemand leiden mag, kein Identifikations- oder Nachahmungspotenzial. Die sehr artifizielle und verdichtete Erzählweise enthält somit zahlreiche Distanzierungsangebote. Einem Publikum ab 12 Jahren wird zugetraut, den Persiflage-Charakter zu erkennen und die Actionkomödie ohne Beeinträchtigung im Hauptabendprogramm rezipieren zu können. (Stand: Juni 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Chapelwaite

USA 2021
Drama

Die US-amerikanische Dramaserie spielt im 19. Jhd. und erzählt von einem düsteren Familiengeheimnis um das Anwesen der Boones. Die im Ort verhasste Familie stößt bei ihrer Rückkehr auf Feindseligkeit, eine mysteriöse Krankheit und Mord, während Familienvater Charles sich auf eine gefährliche Reise der Selbstfindung begibt.
Bei der Serie handelt es sich um ein atmosphärisch düster und größtenteils ruhig erzähltes Drama, das auch ein jüngeres Publikum anspricht, da es sowohl um Urängste, um Glauben und Aberglauben als auch um aktuelle Themen wie Mobbing und Rassismus geht. Die zeitliche Verortung in der Vergangenheit sowie das gesamte Setting aber auch die sympathisch inszenierte Familie Boone, die Identifikationspotenzial bietet, sorgen für zahlreiche distanzierende Momente. Demgegenüber stehen allerdings drastische Gewaltspitzen und Bedrohungsmomente (u.a. Morde, Quälerei, Wahnvorstellungen), die bei ab 12-Jährigen nachhallende Ängste wecken können. Für die bisher zur Prüfung vorgelegten Episoden wurde daher eine Altersfreigabe ab 16 Jahren entschieden. (Stand: November 2021)

Weitere Informationen zur Dramaserie Chapelwaite gibt es im fsf blog.

Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

Harry Potter und der Halbblutprinz

Teil 6
Großbritannien 2008
Fantasy

Im sechsten Teil der Harry Potter-Verfilmung rückt die Vergangenheit Lord Voldemorts in den Mittelpunkt. Hermine, Ron und insbesondere Harry nehmen den Kampf gegen den dunklen Zauberer auf.
Entsprechend der Buchvorlage nimmt die Bedrohung der guten Seite durch den bösen Lord Voldemort in diesem Teil der Reihe zu, weshalb die Atmosphäre düsterer, das Geschehen dramatischer und actionhaltiger ist als in den ersten Teilen. Für die Ausstrahlung im Tagesprogramm wurde allerdings eine Fassung vorgelegt, in der Bedrohungsszenarien und unheimliche Einzelbilder, die Kinder erschrecken und ängstigen könnten, entfernt bzw. abgemildert wurden. Verbliebene bedrohliche Situationen wirken spannend, bieten aber keine schockierenden Einzelbilder, die jüngere Kinder nachhaltig belasten und ängstigen können. Die Entlastungsangebote treten so stärker in den Vordergrund: Der Kampf gegen dunkle Mächte bewegt sich in einem vorhersehbaren Rahmen, den Protagonisten stehen viele Helfer und Freunde zur Seite, die an den Sieg des Guten über das Böse glauben. Harry und seine Freunde kämpfen aktiv gegen das Böse an und sind – durch die Schnittbearbeitung – im vorliegenden Teil auch nicht dauerhaft direkt bedroht. Heitere Momente um erste Verliebtheiten und diesbezügliche Verwirrtheiten durchbrechen die Bedrohungssituationen. Die Liebesgeschichten zwischen Harry und Ginny sowie zwischen Hermine und Ron konterkarieren die Spannung und bilden entlastende Handlungsstränge. Somit konnte die Schnittfassung für die Ausstrahlung im Tagesprogramm freigegeben werden. (Stand: Dezember 2017)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)