ProgrammprüfungFSF-Altersfreigaben

FSF-Altersfreigaben mit ProgrammInfos

Die ProgrammInfos der FSF sind Jugendschutzinformationen zum Fernsehprogramm. Sie beinhalten die Altersfreigabe mit einer kurzen Begründung sowie das Maß eines möglichen Wirkungsrisikos in den Kategorien Angst, Gewalt, sozialethische Desorientierung, Sex und Sprache.

Sie finden hier eine Auswahl aus annähernd 35.000 geprüften Programmen. Falls Sie sich für die Freigabe einer Sendung interessieren, die Sie hier nicht finden, wenden Sie sich bitte an unsere Jugendschutz-Hotline.

Bitte beachten Sie: Die Altersfreigabe ist keine pädagogische Empfehlung, sondern das Alter, für das ein Programm nach Einschätzung der FSF nicht entwicklungsbeeinträchtigend wirkt.

 

Aktuelle ProgrammInfos

Gomorrha – Die Serie

Staffel 01: diverse Episoden
D, I 2013
Drama

Die dicht und packend erzählte, sozialkritische Dramaserie handelt von der Camorra, d.h. den kriminell organisierten Clanfamilien Neapels und Umgebung, sowie den physischen und psychischen Gewalteskalationen, auf denen der Drogenhandel fußt.
Die Serie wartet zum Teil mit massiven und brutalen Gewaltszenen auf, welche jedoch nicht selbstzweckhaft sind, sondern dramaturgisch gut eingebunden zu der authentisch wirkenden Erzählung beitragen. Jüngeren Zuschauern ab 12 Jahren ist zuzutrauen, diese Darstellungen ohne Entwicklungsbeeinträchtigung zu verkraften, da das ganze Setting alltagsfern und deutlich fiktional ist. Zudem gibt es auch keine klassische Hauptfigur, die sich zur Identifikation anbietet, denn Hauptprotagonist Ciro ist Täter und Opfer zugleich, und in der Darstellung dieser Figur sind etliche distanzierende Momente angelegt.

Mehr Informationen zur Dramaserie Gomorrha – Die Serie im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Watchmen

USA 2019
Science-Fiction

Basierend auf den gleichnamigen DC-Comics spielt Watchmen in einer realistischen Welt mit alternativer Geschichtsschreibung, in der Polizisten ihr Gesicht hinter Masken verbergen müssen, um sich und ihre Familien vor einer terroristischen Organisation zu schützen.
Komplex und mit Zeitsprüngen versehen erzählt die Science-Fictionserie von einem alternativen Amerika mit einer realitätsfernen Gesellschaftsform, in der es bspw. Tintenfische vom Himmel regnet. Die innerhalb dieser comichaft surrealen Rahmung vorkommenden dunklen und actionreichen Gewaltszenen können für die Altersgruppe ab 12 Jahren u.U. belastend und herausfordernd sein. Wird die Gewalt kontextgebunden in die gesellschaftskritische Story eingebunden und nicht selbstzweckhaft ausgespielt, kann ab 12-Jährigen zugetraut werden, den überhöhten und realitätsfernen Comic-Kosmos zu erkennen und die Folge genregemäß einzuordnen, was zur Entlastung und Distanzierung des Gesehenen beiträgt. Auch wird mit der tatkräftigen und positiven Protagonistin eine starke Orientierungsfigur geboten. Die in einigen Episoden möglicherweise ängstigenden Momente werden somit als verkraftbar und nicht nachhaltig ängstigend für ab 12-Jährige eingeschätzt. Episoden, deren präsentierte Gewaltspitzen zu explizit inszeniert wurden, müssen für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm gekürzt werden bzw. erhalten eine Freigabe für das Spätabendprogramm. (Stand: Dezember 2019)

Weitere Informationen zur Serie Watchmen gibt es im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

11.22.63 – Der Anschlag

Staffel 01: diverse Episoden
USA 2016
Drama

Im Mittelpunkt der Dramaserie steht der Highschool-Lehrer Jake Epping, der durch ein geheimes Zeitportal ins Jahr 1963 zurückreist und dort die Ermordung John. F. Kennedys verhindern soll.
Die Serienadaption zu Stephen Kings Der Anschlag ist ruhig und dialoglastig inszeniert. Viele kurze, spannende Momente sind nicht darauf ausgelegt, Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren nachhaltig zu ängstigen. Zudem ermöglichen die zeitliche Distanz und das US-amerikanische Setting eine distanzierte Rezeption. Belastende und gewalthaltige Bilder sind gut in die Geschichte eingebunden und für 12-Jährige verkraftbar. Episode zwei muss für die Hauptabendprogrammierung um eine Szene, die die Erdrosselung eines Mannes detailliert zeigt, verkürzt werden. Denn diese Sequenz, in die auch Kinder involviert sind, kann auf 12-Jährige verstörend wirken. Mit der Entschärfung ergibt sich die Freigabe ab 12 Jahren für das Hauptabendprogramm. (Stand: April 2016)

Weitere Informationen zur Dramaserie 11.22.63 – Der Anschlag gibt es im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Elysium

USA 2013
Fantasy

Der Science-Fiction-Film spielt im Jahr 2154 und skizziert eine Situation, die an die Flüchtlingskrise in Europa in 2015 erinnert: Die Reichen verteidigen ihre Privilegien gegen das Elend der Welt, wobei es sich in der filmischen Zuspitzung um eine künstliche Siedlung im All handelt, die für die meisten unerreichbar ist.
Der Film lag der FSF in einer geschnittenen Fassung vor, in der einzelne Gewaltmomente in ihrer Brutalitätsspitzen entschärft und gewaltbefürwortende Aussagetendenzen entfernt wurden. Risiken einer Ängstigung konnten so entscheidend minimiert werden. Gleichwohl ist auch diese Fassung kampfbetont und kriegstechnik- und waffenverliebt: So werden Held und Gegenspieler durch das Zwängen in ein „Exo-Skelett“ zu Kampfmaschinen, das sie beinahe unbesiegbar macht. Als entlastend wird gesehen, dass es sich um einen Genrefilm im Fantasybereich mit klarer Figurenzeichnung handelt, der trotz seines politischen Grundthemas und der kranken, kindlichen Nebendarstellerin fern der Lebenswirklichkeit bleibt. Aufgrund der Realitätsferne bieten sich eher wenig empathische Momente für 12- bis 15-Jährige an und sind problematische Übertragungen nicht zu befürchten. Sozialethisch desorientierende Aussagen sind darüber hinaus nicht vorhanden. (Stand: Oktober 2015)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

X-Men Origins: Wolverine

USA 2008
Fantasy

Der Film erzählt die Vorgeschichte des unsterblichen Superhelden Wolverine. Es kann davon ausgegangen werden, dass dieser Held und das Genre der Comicverfilmung älteren Kindern bereits bekannt sind und die Fiktionalität der Story von ihnen eingeordnet werden kann. Ab 12-Jährige erkennen sehr schnell, dass Logan (Wolverine) von den Bösen manipuliert wird, Gewalt auszuüben und dass er nicht nach eigenen Maßstäben handelt, sondern im Grunde seines Herzens ein friedliebender Mensch ist. Das Motiv der Rache ist somit nicht positiv besetzt. Neben vielen fantastischen Kampf- und Explosionsszenen, die eindeutig dem Genre zuzuordnen sind, gibt es wenige kurze realitätsnah inszenierte Sequenzen, die aber sofort wieder im Fantastischen münden, sodass eventuell ängstigende Momente sich schnell verflüchtigen. Da zu jedem Zeitpunkt die Unversehrtheit des Helden außer Frage steht, wird das Risiko einer übermäßigen Angsterzeugung bei Kindern ab 12 Jahren nicht gesehen. Drastische zynische oder gewaltorientierte Bemerkungen wurden senderseitig entfernt. Einzelne verbliebene Sprüche gehen überwiegend von den bösen Figuren aus und wirken nicht vorbildhaft. Die vorgelegte Schnittfassung kann im Hauptabendprogramm gezeigt werden. (Stand: April 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

His Dark Materials

USA, GB ab 2019
Abenteuer

Basierend auf der gleichnamigen Buchreihe spielt die Serie His Dark Materials in einer Parallelwelt, in der die 13-jährige Lyra einem dunklen Geheimnis auf die Spur kommt.
Die Episoden übergreifend erzählte Serie mit ihrer magischen Welt richtet sich an ältere Kinder. Neben der starken kindlichen Protagonistin, die den Kindern als souveräne Identifikationsfigur Orientierung bietet, beinhaltet der historisierende Serienkosmos mit seinen sprechenden Tieren, Luftschiffen und Zeitsprüngen einen deutlich erkennbaren Fantasiecharakter. Die geheimnisvollen Orte und Ereignisse wirken immer mal wieder unheimlich, aber eben auch deutlich realitätsfern. Einige Spannungsspitzen und Schreckmomente sind vorhanden, insgesamt jedoch erscheinen die der FSF zur Prüfung vorgelegten Episoden tagesprogrammtauglich und werden im Hinblick auf das Wohl jüngerer Kinder als nicht übermäßig belastend eingeschätzt, da die fantastischen Elemente die Alltagsferne betonen und übermäßig drastische Bildeindrücke nicht enthalten sind, bzw. umgehend aufgelöst und entlastet werden. Die Mehrheit der Episoden erhält eine Freigabe für Kinder ab 12 Jahren (Tagesprogramm). Eine Episode kann nur unter Schnittauflagen im Tagesprogramm laufen. (Stand: Februar 2020)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Scorpion

USA ab 2014
Krimi

Die US-amerikanische Dramaserie ist angelehnt an die wahren Ereignisse um das „Genie“ Walter O’Brien. Die Firma Scorpion, bestehend aus einem Team Hochbegabter, hilft den amerikanischen Behörden bei schwierigen Kriminalfällen.
Im Fokus der Krimiserie stehen der freundschaftliche Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung innerhalb des Ermittlerteams – auch privat. Zur Prüfung vorgelegt wurden überwiegend bereits um ängstigende Szenen gekürzte Episoden. Vorhandene ängstigende Momente oder auch teilweise eine bedrohliche Gesamtsituation lassen keine nachhaltige Ängstigung für Kinder ab 12 Jahren vermuten, da die Gewaltdarstellungen hinreichend abgeschwächt inszeniert wurden. Auch bieten lang ausgespielte Szenen, längere Dialogpassagen oder ein Happy End ausreichend Entlastung und Spannungsabbau. Zu keiner Zeit wirken die Protagonisten überfordert oder ängstlich, sondern finden aus jeder noch so ausweglos erscheinenden Situationen einen Ausweg und vermitteln dadurch Souveränität und Zuversicht. Die vorgelegten – z.T. geschnittenen – Episoden sind für ein ab 12-jähriges Publikum verkraftbar, weshalb einer Ausstrahlung im Tagesprogramm nichts entgegensteht. (Stand: Februar 2020)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

A Confession

USA 2019
Krimi

Nach einer wahren Begebenheit wird in der sechsteiligen Miniserie die Suche nach der plötzlich verschwundenen jungen Frau Sian O’Callaghan erzählt. Superintendent Fulcher übernimmt den Fall, seine Ermittlungen führen ihn alsbald zu einem Mordfall eines weiteren Mädchens.
Die realistisch und alltagsnah inszenierte fiktionale Krimiserie gibt einen detaillierten Einblick in die Ermittlungsarbeiten. Über einen zunächst langsam erzählten Plot wird ein interessantes Geflecht aus vielen ausdifferenzierten und ambivalenten Charakteren und Beziehungen vorgestellt, dennoch lässt sich das etablierte Gut-Böse-Schema der Protagonisten erkennen. Im Verlauf der Serie steigt das Spannungslevel, sodass das sich aufbauende Bedrohungsszenario einen gewissen Sog entfaltet. Diskutiert wurde die unheilvolle Atmosphäre inbegriffen des Verlusts eines Familienmitglieds. Ein jüngeres Publikum könnte sich überfordert fühlen. Die Mehrheit des Prüfausschusses sah jedoch eine Vielzahl an Faktoren gegeben, die Entlastung bieten, wie z.B. die grundsätzlich positive Darstellung der Institution Familie, die sensible und auch auf der Bildebene zurückhaltende Thematisierung von Gewalt sowie der rücksichtsvolle Umgang der Ermittler mit den Angehörigen. Kinder ab 12 Jahren bringen bereits eine gewisse Genrekompetenz und Strategien der Abgrenzung und Distanzierung von problematischen Momenten der Erzählung mit, weshalb nicht von einer ängstigenden Wirkung bei der Rezeption der Serie bei dieser Altersgruppe auszugehen ist. (Stand: Februar 2020)

Weitere Informationen zur Serie A Confession gibt es im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Die Tribute von Panem – Catching Fire

USA 2013
Abenteuer

In der Fortsetzung der verfilmten Science-Fiction-Jugendromantrilogie – in dem die Zustände des fiktiven totalitären Staats Panem beschrieben werden, der sich nach Kriegen und Hungersnöten aus den ehemaligen USA entwickelt hat – stehen für Katniss und Peeta die nächsten Hungerspiele an.
Der Film präsentiert in einer emotional eindringlichen Geschichte mit einer auch für jüngere Zuschauer nachvollziehbaren und linear inszenierten Handlung eine starke und vertrauenswürdige Hauptheldin als Identifikationsfigur, der man das Gelingen der Aufgaben zutraut. Ihr Handeln, aber auch das anderer positiv besetzter Figuren ist geprägt durch Mut, Stärke und Solidarität. Eine klare Charakterzeichnung hilft, die Figuren in Gut und Böse einzustufen. Gewalt gegen andere findet von der Protagonistin nur in Notwehr statt. Einige Bedrohungsmomente, die geeignet sind jüngere Kinder nachhaltig zu ängstigen, müssen für die Ausstrahlung im Tagesprogram entfallen. Wesentlich stärker als im ersten Teil werden auch medial orientierte Konstruktionen sichtbar, die den Herrschenden als Macht- und Manipulationsmittel dienen. Insofern bietet die Geschichte auch eine interessante Anregung zur Auseinandersetzung mit modernen Medienstrukturen. (Stand: Juli 2018)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Das Ende – Assault on Precinct 13

USA 2005
Action

Am letzten Tag vor Schließung des 13. Polizeireviers in Detroit muss sich der traumatisierte und von Alkohol- und Psychopharmaka abhängige Polizist Jake Roenick gegen die Schergen des Gangsterbosses Marion Bishop wehren, die diesen mit allen Mitteln aus dem Polizeigewahrsam zu befreien versuchen.
Der senderseitig um wesentliche Gewaltspitzen gekürzte Actionfilm präsentiert eine durchweg integre und souveräne Hauptfigur. Jake hält auch der vermeintlich ausweglosen Situation der Belagerung durch seine eigenen Kollegen stand und repräsentiert Stärke und Rechtsstaatlichkeit. Im Überlebenskampf macht er sich selbst die Kriminellen zu Verbündeten, sodass sich eine Ängstigung um das Schicksal der Eingeschlossenen im Rahmen hält. Die Gut-Böse-Zeichnung ist hinreichend deutlich, auch wenn Jake den Drogenboss letztlich laufen lässt. Allein aus seiner abschließenden Mitteilung an den Zuschauer, dass er Bishop weiter auf den Fersen ist und ihn fassen wird, lässt sich eine Befürwortung von selbstjustiziellem Verhalten nicht ableiten. (Stand: Januar 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Terminator: Genisys

USA 2015
Action

Der fünfte Teil der Science-Fiction-Reihe Terminator spielt im Jahr 2029. Die Maschinen haben die Menschen beinahe ausgerottet, doch John Connor und eine Gruppe von Rebellen leisten Widerstand. Nach einem langen, scheinbar aussichtslosen Kampf zwischen Skynet und der Menschheit kann am Ende das Gute siegen.
Das gewaltgeprägte Science-Fiction-Zeitreise- und Actionspektakel um John Connor, seine Eltern und verschiedene Generation von Terminatoren präsentiert in einer düsteren Gesamtatmosphäre bei uneindeutigem Gut-Böse-Schema eine dichte Abfolge an Bedrohungsszenarien und Gewaltszenen in einem nahezu durchgehenden Spannungsbogen. Kinder unter 12 Jähren sind mit Einzelszenen und mit der Verdichtung und Massierung von Gewalt auch in der Schnittfassung des Films überfordert und können nachhaltig verängstigt und gegenüber Gewalt desensibilisiert werden. Ab 12-Jährigen wird dagegen zugetraut, das Spektakel als fiktional und alltagsfern einzuordnen und über das Genre und die ironischen Brechungen die gezeigte Gewalt distanziert zu betrachten. (Stand: August 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben

Teil 5
USA 2012
Action

Im fünften Teil der Stirb langsam-Filmreihe mit Actionheld Bruce Willis alias Detective John McClane dreht sich alles um eine angebliche Geheimakte, die nicht in die falschen Hände geraten soll. An einigen mit dieser Geheimakte in Verbindung stehenden Verbrechen ist diesmal Johns Sohn Jack beteiligt. Beide kämpfen zusammen um ihr Leben.
Trotz Vorlage einer bearbeiteten Fassung des Kinofilms wurde der Prüfausschuss mit unzähligen gewalthaltigen Actionszenen konfrontiert, die den Plot als waffenverliebte Materialschlacht erscheinen lässt. Die überhöhte Actiondarstellung im typischen Bruce-Willis-Stil und weitere durchchoreografierte Stunts wurden allerdings als Relativierungs- und Entlastungsmomente gesehen. Zudem wird davon ausgegangen, dass das Verblüffen über die gut gemachten Special Effects im Vordergrund stehen soll und Zuschauer ab 12 Jahren mit entsprechender Genrekenntnis nicht überfordert werden. Auch einzelne verbliebene Schockmomente befinden sich im Rahmen dessen, was sonst im Hauptabendprogramm vorzufinden ist. Das überzogen, realitätsferne und comichaft inszenierte Geschehen, die Vater-Sohn-Beziehung und der eindeutig fehlende Bezug zur kindlichen Lebenswirklichkeit bieten ausreichend Auflockerung und Entlastung. Die hier mit Gewalt und Zerstörungslust „gelösten“ Probleme überschneiden sich nicht mit den von Kindern real zu lösenden Problemen. Detailliert in Szene gesetzte Gewaltspitzen müssen für die Platzierung im Hauptabendprogramm entfallen. (Stand: Januar 2015)

Weitere Informationen zum Actionfilm Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben gibt es im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Der Schakal

USA 1988
Action

In dem Actionthriller soll der Profikiller „Schakal“ aus Rache ein Attentat auf eine politisch hochrangige Person ausüben. Um dies zu verhindern, bedienen sich die Geheimdienste der Unterstützung des gefangenen IRA-Aktivisten Declen Mulqueen, der den Killer identifizieren soll, sodass es nicht zum Attentat kommt.
Der senderseitig gekürzte Thriller enthält nach wie vor viele Gewaltmomente, die zwar kurzzeitig erschrecken können, aber durch die Schnitte hinreichend entschärft wurden, so dass sie kein nachhaltig ängstigendes Potenzial für die Altersgruppe der ab 12-Jährigen bergen. Auch wird dieser Altersgruppe attestiert, ausreichend Genrekenntnis zu besitzen, um die verbleibenden Action- und Gewalthandlungen adäquat einordnen zu können. Die Gut-Böse-Zeichnung der Charaktere wird in dem Wandel des zu Beginn eventuell faszinierend wirkenden Schakals zum eiskalten und unsympathischen Antiheld deutlich, wohingegen sich Declen nach und nach zur positiven Identifikationsfigur entwickelt, der Gewalt verhindern möchte. Am Ende wird der Schakal entmachtet und versagt. Eine Gewalt befürwortende Wirkung des Actionfilms für 12-Jährige konnte deshalb ausgeschlossen werden. Die abwechselnd eingesetzten langen Dialogpassagen bieten ausreichende Ruhephasen. Zusätzlich schaffen die stilistisch formale Ausrichtung des Films – der sichtlich in den 1990er-Jahren angesiedelt ist – und die genretypische Umsetzung Distanz und korrespondieren nicht mit den Lebensrealitäten hiesiger Jugendlicher. (Stand: Juli 2019)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Jack and the Giants

USA 2013
Abenteuer

Der US-amerikanische Fantasyfilm beinhaltet eine in Teilen abgewandelte Nacherzählung des englischen Märchens Hans und die Bohnenranke. Der Bauernjunge Jack öffnet versehentlich das Portal in eine Riesenwelt und muss nun die Prinzessin befreien.
Aufgrund seiner deutlich märchenhaften Bezüge wendet sich der Abenteuerfilm gezielt auch an Kinder unter 12 Jahren und zieht sie in seinen Bann. In der vom Sender umfangreich bearbeiteten Version wurden alle für das Tagesprogramm zu drastischen bzw. bedrohlichen Bilder entfernt. Es verbleibt ein durchaus spannendes Abenteuer mit zwar z.T. bedrohlichen Bildern, jedoch sind diese nicht geeignet, eine übermäßige Angsterzeugung bei unter 12-Jährigen hervorrufen. Die Protagonisten unterliegen einer klaren Gut-Böse-Zeichnung, die Bösen werden nie als Identifikationsfiguren inszeniert, ihr Verhalten wird eindeutig abschreckend dargestellt. Im Vordergrund steht der fiktionale Charakter des Films mit seinen märchenhaften Figuren und Geschehnissen, die keine Alltagsnähe aufkommen lassen und ausreichend genretypische Entlastungs- und Distanzierungselemente anbieten. (Stand: Oktober 2015)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

The Rock – Fels der Entscheidung

USA 1996
Action

Actionthriller, bei dem eine Geiselnahme auf der Gefängnisinsel Alcatraz beendet und ein sich androhender Giftgasraketenabschuss auf San Francisco vermieden werden soll.
Der Film wurde in einer umfangreich geschnittenen Fassung zur Prüfung vorgelegt, in der u.a. blutige Bilder, Tötungen, Slow-Motion-Aufnahmen sowie Splattereffekte und sprachliche Zynismen deutlich zurückgenommen wurden. Verblieben sind wuchtige Actionsequenzen, deren Gewaltspitzen in ihrer Drastik erheblich reduziert wurden, was das Ängstigungspotenzial und eine mögliche Gewaltfaszination erheblich mindert. Krieg oder der Einsatz von Gewalt werden nicht befürwortend inszeniert. Der rasant geschnittene Film enthält immer noch viele Waffengefechte und Materialschlachten, die aber so überdimensioniert und übertrieben wirken, dass ihre Irrealität dadurch unterstrichen wird. Außerdem werden spannende Situationen immer wieder durch Humor gebrochen. Insgesamt ist der Actionkosmos für Heranwachsende deutlich als alltagsfern zu erkennen und bewegt sich im genretypischen Rahmen. Gemessen an heutigen Produktionsweisen stellt der über 20 Jahre alte Film keine übermäßige Herausforderung für ab 12-Jährige dar. (Stand: März 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)