ProgrammprüfungFSF-Altersfreigaben

FSF-Altersfreigaben mit ProgrammInfos

Die ProgrammInfos der FSF sind Jugendschutzinformationen zum Fernsehprogramm. Sie beinhalten die Altersfreigabe mit einer kurzen Begründung sowie das Maß eines möglichen Wirkungsrisikos in den Kategorien Angst, Gewalt, sozialethische Desorientierung, Sex und Sprache.

Sie finden hier eine kleine Auswahl aus mehr als 37.000 geprüften Programmen. Falls Sie sich für die Freigabe einer Sendung interessieren, die Sie hier nicht finden, wenden Sie sich bitte an unsere Jugendschutz-Hotline.

Bitte beachten Sie: Die Altersfreigabe ist keine pädagogische Empfehlung, sondern das Alter, für das ein Programm nach Einschätzung der FSF nicht entwicklungsbeeinträchtigend wirkt.

 

Aktuelle ProgrammInfos

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

USA 2017
Mystery

Das romantisch-skurrile Fantasy-Märchen spielt in den 1960er-Jahren zur Zeit des Kalten Krieges und handelt von der stummen Labormitarbeiterin Elisa, die sich mit einer in einem Wassertank lebenden und gefangen gehaltenen Kreatur anfreundet.
Die vorliegende Filmversion wurde senderseitig um gewalthaltige Spitzen gekürzt, sodass eine übermäßige Ängstigung ab 12-Jähriger nicht mehr anzunehmen ist. Zur Entlastung tragen zahlreiche Szenen sowie die klare Gut-Böse-Zeichnung der Protagonisten und das Happy End bei, das eine positive Botschaft beinhaltet. Insgesamt  ergeben sich durch klassische Fantasyelemente wie Wunder- oder Heilkräfte selbst bei Verletzungsszenen keine Realitätsanklänge für Zuschauende. Die in der Vergangenheit inszenierte Handlung des Films greift damalige gesellschaftliche Missstände auf, bspw. Diskriminierung von Homosexuellen und Rassismus. Ab 12-Jährigen wird jedoch zugetraut, diese Umstände in den historischen Kontext einordnen zu können. Außerdem führen die klaren Charaktere durch den Film und lassen kaum Fehlinterpretationen zu. Die gekürzte Filmfassung kann im Hauptabendprogramm ausgestrahlt werden. (Stand: April 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Bruce Lee – Die Todesfaust des Cheng Li

Hong Kong 1972
Action

Der erste Teil der vierteiligen Martial-Arts-Filmreihe aus den 1970er-Jahren mit Bruce Lee präsentiert die Geschichte von Cheng, der in die Großstadt kehrend die mörderischen Machenschaften eines Rauschgifthändlers entdeckt und sich kämpferisch wehrt.
Der FSF wurde eine um zahlreiche Kämpfe und Gewaltspitzen reduzierte Filmfassung eingereicht, in der unmodern wirkende Inszenierungen Distanz zum Handlungsgeschehen schaffen; eine veraltete Tonspur, dialoglastige Szenen sowie überzeichnete Posen verstärken diesen Eindruck. In den verbliebenen Gewaltszenen setzt der Protagonist seine Kampffähigkeiten zur Abwehr gegen das Böse ein. Der sich an ein erwachsenes Publikum richtende Film enthält für Kinder keine Identifikationsangebote und auch kaum Situationen, die direkt ihre Lebenswirklichkeit betreffen. Somit sind ausreichend Distanzierungs- und Relativierungsangebote vorhanden, sodass keine Beeinträchtigungen für ein Publikum ab 12-Jahren erkannt wurden. (Stand: Januar 2017)

Ausführlichere Informationen zu den FSF-Entscheidungen der Actionfilme mit Bruce Lee im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Krieg der Welten

Serie
Großbritannien 2019
Science-Fiction

Die britische Science-Fiction-Serie handelt von einer außerirdischen Invasion auf der Erde durch aggressive Aliens. Als Handlungsort wurde Europa auserkoren.
Die langsam erzählte Handlung ist in ihrer Tongestaltung düster und dramatisch angelegt. Auf blutige Darstellungen wird zu Beginn verzichtet, die Darstellungsebene zieht jedoch hinsichtlich Gewalt- und Gewaltfolgeszenen im Laufe der Staffel an. Die Story ist von einem Publikum ab 12 Jahren klar dem fiktiven Genre zuzuordnen. Als entlastend wird zudem gewertet, dass die Hauptpersonen überleben. Eine übermäßige Inszenierung von Angst, Leiden oder Schmerzen findet in den meisten geprüften Episoden nicht statt, weshalb für diese Folgen mehrheitlich keine nachhaltige Ängstigung oder andere Wirkungsrisiken für ab 12-Jährige gesehen werden. In der dritten Episode ist die Bedrohung jedoch so allgegenwärtig, die Leichen zahlreich, dass angesichts der jungen Darsteller die Zielgruppe der Jugendlichen angesprochen wird – somit knüpft das Geschehen gezielt an Entwicklungsthemen und Ängste von ab 12-Jährigen an. Das düstere Setting mit den verlassenen Kindern und verunsicherten Erwachsenen bietet keine ausreichenden Entlastungsmöglichkeiten und wird für ab 12-Jährige in der Summe als übermäßig ängstigend gewertet, weshalb diese Folge nur für das Spätabendprogramm, für ein Publikum ab 16 Jahren, freigegeben werden konnte. (Stand: April 2021)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)
Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

American Sniper

USA 2014
Drama

American Sniper gilt als einer der am kontroversesten diskutierten Hollywoodfilme der letzten Jahre. Für die einen repräsentiert er den Heroismus der US-Truppen, andere betrachten ihn als einen Propagandastreifen, der einen Angriff auf Araber und Muslime schlechthin darstellt. Es wird die Lebensgeschichte des kurz zuvor verstorbenen Scharfschützen Chris Kyle abgebildet, der laut Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten der erfolgreichste amerikanische Scharfschütze war.
Die eingereichte Schnittfassung wurde senderseitig entschärft, indem drastische Verletzungs- und Tötungssequenzen sowie gewaltbefürwortende Aussagen weitgehend entfernt wurden. Dennoch bleibt der Film in einem für das Hauptabendprogramm vertretbaren Rahmen spannend und emotionalisierend. Ab 12-jährigen wird zugetraut, sich mit den verbliebenen deutlichen Kriegsbildern – bei denen jedoch keine Gewalt zelebriert wird – ohne Entwicklungsbeeinträchtigung zu konfrontieren. Auch die einseitige Schilderung des Kriegsgeschehens aus der Sicht der Amerikaner wird letztlich mit Blick auf diese Altersgruppe nicht als desorientierend eingeschätzt, weil der kritische Blick auf Krieg insgesamt viel Gewicht erhält. Es gibt glaubhafte Gegenpositionen zur anfänglichen Kriegsbegeisterung durch den Bruder des Helden, seine mahnende Ehefrau und einen später erschossenen Soldaten. Protagonist Kyle wandelt sich von einem Hurrapatrioten zu einem an seinem Tun zweifelnden und letztlich gebrochenen Menschen. Am Ende steht sein Trauma, hervorgerufen durch das verheerende Kriegsgeschehen, und er ist unfähig, ein normales Leben zu führen. Dazu schafft der Psychiater genauso ein Gegenbild zur Kriegsverherrlichung wie der Anblick von Kriegsveteranen. Die negativen Folgen des Krieges werden somit auch für ab 12-Jährige deutlich. (Stand: November 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Djatlow-Pass – Tod im Schnee

Russland 2020
Action

Die achtteilige Dramaserie Djatlow-Pass – Tod im Schnee läuft international unter dem Titel Dead Mountain. Der Titel nimmt Bezug auf den Namen des Berges, auf dem 1959 acht Personen bei einer Wanderung auf ungeklärter Weise zu Tode kamen. Die Serie greift diese Geschichte nun auf und verknüpft sie mit recht außergewöhnlichen Erzählsträngen rund um den ermittelnden KGB-Major Oleg Kostin und die Gerichtsmedizinerin Katya Shumanova.
Die FSF geprüfte Pilotfolge ist für jüngere Zuschauergruppen nicht ganz unproblematisch, da sie mit einigen sehr horroraffinen Bildern aufwartet und auf den Schauwert bizarrer Leichenkörper setzt, die zwar artifiziell wirken, aber doch recht eindringlich sind. Neben drastischen Bildern verbleibt vieles in Andeutungen, was die mysteriöse und mystische Atmosphäre verstärkt. Es existieren kaum entlastende Momente. Die deutlich erkennbare Historizität wirkt hingegen auch distanzierend. Der FSF-Prüfausschuss sprach sich mehrheitlich dafür aus, die integrale Fassung der Pilotfolge erst ab 16 Jahren freizugeben. Zwei weitere Episoden werden jeweils unmittelbar vor der Ausstrahlung geprüft. (Stand: Juli 2021)

Weitere Informationen zur Serie Djatlow-Pass – Tod im Schnee gibt es im fsf blog.

Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

The Detail

Kanada 2018
Krimi

The Detail ist eine kanadische Krimiserie, bei der sich die Mordermittlungen in den Händen dreier sehr unterschiedlicher Frauen befinden. Neben der wirklichkeitsgetreuen Aufklärung der Kriminalfälle stehen ihre privaten und beruflichen Konflikte im Mittelpunkt. 
In der atmosphärisch hell inszenierten Serie liegt der Fokus überwiegend auf der Dialogebene. Die für ein solches Seriensujet typischen Bilder von Leichen werden ausreichend zurückhaltend in Szene gesetzt, explizite Gewaltdetails gibt es nicht zu sehen. Somit wird eine ängstigende Wirkung auf ab 12-Jährige ausgeschlossen. Der Alkoholkonsum einer der Ermittlerinnen wird nicht vordergründig inszeniert und kritisch eingebettet. Eine vorbildhafte und somit desorientierende Wirkung geht von diesem Verhalten nicht aus. Ab 12-Jährigen wird zugetraut, dass sie die genrekonform inszenierte Serie als Fiktion einzuordnen vermögen. Da in den vorgelegten Episoden insgesamt keine überfordernden Details erkannt wurden, entschied der Prüfausschuss einhellig für eine Altersfreigabe ab 12 Jahren. (Stand: September 2019)

Weitere Informationen zur Krimiserie The Detail gibt es im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Suicide Squad

USA 2016
Fantasy

Der Film spielt im Batman-Universum und dreht sich um eine Truppe hochgefährlicher inhaftierter Comic-Schurken, die im Auftrag der US-Regierung für einen Sonderauftrag als Team zusammengestellt werden.
Der gekürzt zur Prüfung eingereichte Action-Fantasy-Film verzichtet auf drastische Gewaltspitzen und einige herabwürdigende Sprachbilder. Zu Beginn recht martialisch und waffenstrotzend anmutend, entwickelt sich der Film in der zweiten Hälfte immer mehr zu einem Fantasymärchen in Computerspiel-Ästhetik. Dazu tragen vor allem die grellen Farben, die typischen Comic-Ausstattungen, Kostümierungen und das Auftauchen bekannter Figuren wie Batman oder Joker bei. Dies lässt das Abenteuer für ab 12-Jährige als reines "Popcorn-Kino" erscheinen, das keinerlei eindringliche oder nachhaltige Wirkmacht entfaltet. Und so werden auch die Eindrücke aus der ersten Hälfte hinreichend abgefedert und konterkariert. Denn ab 12-Jährige sind in der Lage, diese Entwicklung nachzuvollziehen und den Film mitsamt aller für sich genommen bedenklichen Gewalttendenzen in einer vollkommen fiktionalen, auf Action- und Spannungs-Effekte setzenden Märchenwelt einzuordnen. Auch wenn Erholungsphasen selten vorkommen, helfen Überzeichnungen und Gags immer wieder, die Szenerie aufzulockern. So bleibt die Spannung insgesamt verkraftbar, entlastend wirkt letztlich auch das Happy End. (Stand: Januar 2019)

Weitere Informationen zum Actionfilm Suicide Squad gibt es im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Vacation – Wir sind die Griswolds

USA 2015
Komödie

Die Komödie erzählt von den Eskapaden und Peinlichkeiten einer amerikanischen Familie. Der konstant überforderte Vater Rusty tritt mit seiner Frau Debbie und den beiden Söhnen einen Urlaubstrip nach Kalifornien an, der von vielen skurrilen Situationen und Katastrophen begleitet wird.
Der Film mixt Albernheiten, Slapstick- und Ekelszenen und ist durch einen derben Humor und eine sexualisierte Sprache geprägt. Den älteren Kindern wird eine ausreichende Medienkompetenz zugetraut, um den zuweilen derben Humor rund um die potenzielle Identifikationsfigur, den Teenager James, einordnen und verarbeiten zu können. Diese Altersgruppe kann hinter der rauen Oberfläche das Grundmotiv der Komödie erkennen, das im Nichterfüllen von Rollenanforderungen und verinnerlichten Erwartungen liegt. Da sich die Geschichte in einem parodistischen Kontext bewegt, der Handlungsort fern und die Situationen schrill überzeichnet sind, ergeben sich zudem ausreichend Distanzierungsmöglichkeiten auch für jüngere Zuschauer. Bereits unter 12-Jährige werden das Unrealistische und Konstruierte der Geschichte und damit ihren Unernst erkennen. Eine beeinträchtigende Wirkung auf unter 12-Jährige wird nicht angenommen. In der Gesamtschau handelt es sich um einen heiteren und letztlich hochmoralischen Familienfilm, der im Tagesprogramm ausgestrahlt werden kann. (Stand: März 2016)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Ich und die Anderen

D 2021
Drama

Hauptdarsteller Tristan entwickelt plötzlich eine wundersame Gabe, mit der er seine Umwelt durch Wünsche verändern kann. Aber statt damit Klarheit zu finden, stellen sich ihm immer neue Fragen und sein Leben rutscht ins Chaos.
Die wenig kindaffine Serie richtet sich klar an ein erwachsenes Publikum. Mit ihrem artifiziellen und skurrilen Setting, den doppeldeutigen, kryptischen und teils sprachlich expliziten Dialogen und Anspielungen sowie den erwachsenen Protagonisten ist sie für eine junge Zuschauergruppe eher schwer zugänglich. Die zur Prüfung vorgelegten Episoden enthalten z.T. irritierende Sequenzen sowie auch teilweise gewaltsame, fast horroraffine Szenen. In der Mehrzahl der geprüften Episoden führte dies zu einer Freigabe für das Hauptabendprogramm/ab 12 Jahren, da der Anblick dieser Bilder bei der jüngeren Altersgruppe nachhaltig schockierend wirken könnte. Zwar sind einige sexualisierte Bildinhalte auch im Kontext des Hauptabendprogramms grenzwertig, hier wird ab 12-Jährigen jedoch zugetraut, die Bilder als Kunst-Performance wahrzunehmen und adäquat einordnen zu können. Dies hat eine distanzierende Wirkung. (Stand: Juli 2021)

Weitere Informationen zur Serie Ich und die Anderen gibt es im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Population 436

USA 2006
Fantasy

Rätselhaftes Mysterydrama um den Ort Rockwell, in dem die Einwohnerzahl seit einem Jahrhundert exakt gleich bleibt. Steve Kady, Mitarbeiter der Volkszählungsbehörde, versucht dem Ganzen auf den Grund zu gehen und gerät in größte Gefahr.
Die Geschichte folgt einem stringenten und konventionellen Erzählschema, dem ab 12-Jährige gut folgen können. Die etwas unheimliche und sich verdichtende Atmosphäre erzeugt Spannung und Neugier. Potenziell ängstigende Elemente bzw. gewalthaltige Szenen wurden durch die senderseitige Schnittbearbeitung wirkungsvoll eingekürzt. Die verbliebenen spärlich gesetzten gewalthaltigen Szenen sind weder in Qualität noch Quantität geeignet, ab 12-jährige Zuschauer nachhaltig zu ängstigen. Ebenfalls wird die religiöse Verbrämung der Dorfbewohner als wenig wirkmächtig bzw. attraktiv und hinreichend dekodierend eingeschätzt. Eine desorientierende Wirkung wird daher nicht vermutet. Für Kinder unter 12 Jahren ist der Film jedoch zu ängstigend, weshalb eine Freigabe für das Tagesprogramm nicht in Betracht kommt. (Stand: April 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Der Soldat James Ryan

USA 1998
Kriegsfilm

In dem 1944 spielenden Kriegsdrama geht es um die Rettung des US-Soldaten James Ryan, der in den Wirren des Zweiten Weltkrieges als einziger von vier Brüdern lebend zu seiner Mutter zurückkehren soll.
Der Film zeigt ausführlich Gewalt, vor allem in den Anfangsszenen, die die Landung von US-Truppen in der Normandie visualisieren. Die ungeschönten und brutalen Kriegsbilder wirken abschreckend. Wie die Soldaten, die der kriegerischen Auseinandersetzung nicht ausweichen können, möchte sich der Zuschauer dieser Gewalt entziehen. Mit Rücksicht auf Kinder ab 12 Jahren wurden extreme Gewaltbilder vor allem in diesen ersten 20 Minuten des Films sorgfältig entfernt, ohne den Szenen ihre abschreckende Wirkung zu nehmen. Obwohl der Film in seiner Gesamtaussage eher pathetisch und ambivalent ist, gibt es immer wieder Szenen, die existenzielle Bedrohungs- und Belastungssituationen zeigen und die Sinnlosigkeit des Krieges vor Augen führen. Nicht strategisch-taktische Überlegungen stehen im Vordergrund, sondern die an einem Krieg beteiligten Menschen. Der Film ist nicht aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen erzählt, die Protagonisten sind Erwachsene. Die Zuschauenden werden nicht mit Gefühlen des Verlustes oder der Trauer zurückgelassen, sondern der Rührung. Mit der Rettung in letzter Minute gibt es ein starkes Entlastungsmoment. Auch im mittleren Filmteil sorgen lange Ruhephasen für Entspannung. Insgesamt bietet die bearbeitete Fassung mit Blick auf 12-Jährige hinreichend Entlastungsmomente und kann im Hauptabendprogramm ausgestrahlt werden. (Stand: November 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Matrix

USA 1999
Science-Fiction

Der Programmierer und Hacker Neo muss erkennen, dass sein Leben nicht real ist: Maschinen haben die Macht übernommen und halten die Menschen als lebende Energiequellen in riesigen Zuchtanlagen. Was die Menschen für ihr wirkliches Leben halten, ist eine komplexe Computersimulation – die Matrix. Neo schließt sich einer Rebellengruppe an und nimmt den Kampf gegen die Maschinen auf.
Die verwirrende Geschichte des oscarprämierten Science-Fiction-Films stellt für 12-Jährige eine intellektuelle Herausforderung dar, der Unterschied zwischen Realität und Matrix kann von der Altersgruppe aber nachvollzogen werden. Der Film ist von einer düsteren Grundstimmung geprägt. Lange religiös-philosophische Dialogpassagen wechseln mit wuchtigen Action- und Gewaltszenen. Die Gewalt geht zu keinem Zeitpunkt von den Hauptfiguren aus, die nur kämpfen, wenn eine Flucht nicht mehr möglich ist. Die Kämpfe sind bildgewaltig umgesetzt und stark ästhetisiert, wirken aber wie die Helden comichaft und überzeichnet. Die Fiktionalität ist somit klar erkennbar. Realistische, blutige Bilder von Gewaltfolgen wurden für die Platzierung im Hauptabendprogramm geschnitten. (Stand: November 2014)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Face Off – Im Körper des Feindes

USA 1997
Action

Im Mittelpunkt des klassischen Actionfilms steht der unerbittliche Kampf zweier Gegner: FBI-Agent Sean Archer und Terrorist Castor Troy, die ihre Identität austauschen. Bei allen Widrigkeiten gilt es die eigene Familie zu schützen.
Vorgelegt wurde eine um ängstigende und Gewaltszenen gekürzte Filmversion für die beantragte Freigabe im Hauptabendprogramm. Mit seiner leicht verständlichen Story um den Identitätstausch der Hauptfiguren und den dazu inszenierten choreographierten Actionszenen spricht der Film durchaus ein junges Publikum an. Neben zahlreichen leicht erkennbaren Spezialeffekten, die die Realitätsferne des Gesehenen unterstreichen, sind etliche Kampf- und Gewaltszenen sowie eine hohe Anzahl an dichten Actionszenen in der Schnittfassung verblieben. Die Kampfszenen sind jedoch von kurzer Dauer und bestehen oft aus pathetisch inszenierten, fast stilisierten Bildern, sodass die Actiongeschichte genretypisch überzeichnet und wirklichkeitsfremd wirkt. Entlastungs- und Entspannungsmomente finden sich in dem deutlich einzuordnenden Gut-Böse-Schema, der klar wahrnehmbaren Fiktionalität und in der glücklich endenden Familiengeschichte. (Stand: Februar 2019)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Watchmen

USA 2019
Science-Fiction

Basierend auf den gleichnamigen DC-Comics spielt Watchmen in einer realistischen Welt mit alternativer Geschichtsschreibung, in der Polizisten ihr Gesicht hinter Masken verbergen müssen, um sich und ihre Familien vor einer terroristischen Organisation zu schützen.
Komplex und mit Zeitsprüngen versehen erzählt die Science-Fictionserie von einem alternativen Amerika mit einer realitätsfernen Gesellschaftsform, in der es bspw. Tintenfische vom Himmel regnet. Die innerhalb dieser comichaft surrealen Rahmung vorkommenden dunklen und actionreichen Gewaltszenen können für die Altersgruppe ab 12 Jahren u.U. belastend und herausfordernd sein. Wird die Gewalt kontextgebunden in die gesellschaftskritische Story eingebunden und nicht selbstzweckhaft ausgespielt, kann ab 12-Jährigen zugetraut werden, den überhöhten und realitätsfernen Comic-Kosmos zu erkennen und die Folge genregemäß einzuordnen, was zur Entlastung und Distanzierung des Gesehenen beiträgt. Auch wird mit der tatkräftigen und positiven Protagonistin eine starke Orientierungsfigur geboten. Die in einigen Episoden möglicherweise ängstigenden Momente werden somit als verkraftbar und nicht nachhaltig ängstigend für ab 12-Jährige eingeschätzt. Episoden, deren präsentierte Gewaltspitzen zu explizit inszeniert wurden, müssen für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm gekürzt werden bzw. erhalten eine Freigabe für das Spätabendprogramm. (Stand: Dezember 2019)

Weitere Informationen zur Serie Watchmen gibt es im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Legacies

USA 2018
Mystery

Die US-amerikanische Fantasyserie handelt von der Internatsschülerin Hope Mikaelson, Tochter eines sehr mächtigen Vampirs und einer Werwölfin, die sich mit anderen übernatürlichen Wesen zusammenschließt. Viele müssen erst einmal lernen, mit den verschiedenen magischen Fähigkeiten umzugehen und ihre dunklen Impulse zu kontrollieren.
Die sich an Teenager richtende Highschool-Mysteryserie knüpft mit ihren jugendaffinen Themen – Schule, erste Liebe, Eifersucht, Ausgrenzung, u.a. – an Ängste und Entwicklungsthemen der Pubertät an. Die Handlung ist teilweise düster inszeniert, bietet mit ihren offensichtlich alltags- und realitätsfernen Momenten, bspw. Magie, Verwandlung, Superkräfte, etc., sowie den dargestellten Romanzen, aber auch den vielen ruhigen und harmonischen Sequenzen ausreichend Entlastung. Zusätzlich relativierend offenbart die Story komödiantische und satirische Züge. Ein Publikum ab 12 Jahren verfügt über genügend erworbene Medienkompetenz, um diese genretypischen Sequenzen innerhalb eines künstlichen Erzählkonstrukts zu verkraften und entsprechend dem Fantasygenre zuzuordnen. Jüngere Kinder könnten durch die zwar wenigen, aber dennoch vorhandenen unheimlichen Szenen wie dem Morphing zum Werwolf u.a. übermäßig geängstigt werden, weshalb eine Freigabe für das Tagesprogramm nicht in Betracht kommt. (Stand: November 2019)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)