ProgrammprüfungFSF-Altersfreigaben

FSF-Altersfreigaben mit ProgrammInfos

Die ProgrammInfos der FSF sind Jugendschutzinformationen zum Fernsehprogramm. Sie beinhalten die Altersfreigabe mit einer kurzen Begründung sowie das Maß eines möglichen Wirkungsrisikos in den Kategorien Angst, Gewalt, sozialethische Desorientierung, Sex und Sprache.

Sie finden hier eine kleine Auswahl aus mehr als 38.500 geprüften Programmen. Falls Sie sich für die Freigabe einer Sendung interessieren, die Sie hier nicht finden, wenden Sie sich bitte an unsere Jugendschutz-Hotline.

Bitte beachten Sie: Die Altersfreigabe ist keine pädagogische Empfehlung, sondern das Alter, für das ein Programm nach Einschätzung der FSF nicht entwicklungsbeeinträchtigend wirkt.

 

Aktuelle ProgrammInfos

Swimming with Sharks

USA 2022
Drama

Die Dramaserie begleitet eine Praktikantin mit starkem Karrierewillen durch Hollywood, der fast jedes Mittel, so auch Sex, recht ist, um an ihr etwas unklares Ziel zu gelangen.  

Die Serie enthält:

  • moderate Darstellung von desorientierenden Verhaltensweisen/Wertebildern
  • belastende, bedrohliche bzw. ängstigende Szenen (einzelne Episoden)
  • moderate Darstellung/Thematisierung sexueller Handlungen oder Gesten (einzelne Episoden)
  • problematische Sprache (einzelne Episoden)

Insgesamt übersteigt die Darstellung nicht die Verarbeitungsfähigkeit ab 12-Jähriger.

Mehr zur Serie bietet der Blick in die Programmprüfung.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Oh Hell

Deutschland 2022
Komödie/Comedy

Die 24-jährige Helene, die im Zentrum der Dramedy-Serie steht, passt nicht ins Bild einer selbstoptimierten Millenial-Frau: Sie hat nur zum Schein studiert, schlittert von einem vermasselten Job zum nächsten und tritt mit ihrer direkten Art auch privat häufig in Fettnäpfchen. Aber Helene hat auch einzigartige Qualitäten: Mit viel Fantasie kann sie sich zu jeder Person, jedem Kleidungsstück oder Dialog eine ganze Welt ausmalen. Als sie in einer ihrer vielen Krisen den Cello-Lehrer Oskar kennenlernt, der sie und ihr Kopfkino zu verstehen scheint, hat sie erstmals auch von ihrem eigenen Leben eine klare Vorstellung.

Die freundliche, teils absurde Sitcom ist eine dialogorientierte Collage aus Rückblenden, Innenbildern und teils unzuverlässigen Erzählungen. Die radikale Innenperspektive der alltagsfernen Heldin mit Pippi-Langstrumpf-Attitüde lädt zur Akzeptanz von unangepassten Gedanken und Gefühlen ein. Das hielt der FSF-Prüfausschuss für so relevant, dass trotz wilder Sprachbilder, zahlreicher Peinlichkeiten und galoppierender Verantwortungslosigkeit der Protagonistin bei Oh Hell nahezu einstimmig für eine weitergehende Freigabe im Tagesprogramm, z. T. verbunden mit einer Altersfreigabe ab 6 Jahren, votiert wurde.

Darstellungen von Gewalt oder ängstigende Inhalte sind für die Bewertung der Serie nicht relevant. Einzelne Szenen können kurzfristig irritieren, sind aber so humorvoll und grotesk eingebettet, dass negative Wirkungen nicht zu vermuten sind. Die Dialoge bleiben auf einer skurril-harmlosen Ebene. Diverse Anspielungen und Witzchen dürften für Kinder kaum decodierbar sein und an diesen wirkungslos vorbeigehen. Zwar zielt die Serie offensichtlich auf junge Erwachsene als Publikum und bietet diesen mit der Protagonistin auch Anknüpfungspunkte zur Identifikation. In der Figur „Hell“ wurde aber ein entlastendes Plädoyer gegen Selbstoptimierung und zwanghafte Anpassung an die Inszenierungen der Social-Media-Welt erkannt, was diese Trends auch für Jüngere vielleicht etwas relativiert. (Stand: März 2022)

Mehr zur Serie bietet der Blick in die Programmprüfung.

Ab 6 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)
Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

The Dark Knight

USA 2008
Action

The Dark Knight ist die Fortsetzung der US-amerikanischen Comicverfilmung Batman Begins. Batman sieht sich einem neuen Bösewicht gegenüber – dem Joker. Thematisiert wird der Triumph des Bösen über das Gute.
Der im Original von der FSK ab 16 Jahren freigegebene Film wurde für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm umfangreich bearbeitet. Zahlreiche Darstellungen von Erschießungen, Bedrohungssituationen oder Folterszenen wurden stark verkürzt bzw. entfernt, sodass eine nachhaltige Ängstigung ab 12-Jähriger durch die verbliebenen Gewaltszenen nicht mehr vermutet wird. Überdies wirken längere Dialogpassagen entlastend und bieten sich oft auch humorvolle, entspannende Momente. Gemeinhin kann davon ausgegangen werden, dass die Altersgruppe ab 12 Jahren Kenntnis von der Comicfigur und den diversen Storys rund um Batman im düsteren Gotham-City hat. Eine Übertragung des Gesehenen auf das eigene Alltagsleben ab 12-Jähriger scheint unwahrscheinlich. Angesichts der deutlichen Heldenzeichnung und der leicht erkennbaren Ansiedlung im Fiktionalen ist eine nachhaltige Beeinträchtigung dieser Altersgruppe nicht zu vermuten. (Stand: Juli 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

The Leftovers

USA 2014
Mystery

Die Mysteryserie erzählt ein Endzeitszenario, bei dem plötzlich 140 Millionen Menschen von der Erde verschwinden. Die Handlung spielt zum Zeitpunkt drei Jahre später, die Verbliebenen quälen sich mit Fragen und müssen sich dennoch dem veränderten Alltag stellen.
Die vom jugendlichen Publikum leicht zu erkennende alltagsferne Handlung wird über weite Strecken ruhig erzählt, wechselt sich jedoch mit kurzen, actionreichen Flashbacks ab. Einzelne Gewalthandlungen werden gezeigt, sind jedoch kurz und dramaturgisch eingebettet und werden nicht befürwortet oder verharmlost. Ab 12-Jährige besitzen die nötige Medienkompetenz, die gezeigten Gewaltszenen klar dem realitätsfernen Science-Fictiongenre zuzuordnen und ohne Entwicklungsbeeinträchtigung zu verkraften. Vereinzelte zu drastisch inszenierte Gewaltsspitzen müssen für die Programmierung im Hauptabendprogramm entfernt werden, um einer möglichen Ängstigung vorzubeugen. (Stand: Oktober 2014)

Mehr Informationen zur Dramaserie The Leftovers im fsf blog.
*Informationen über digitale Vorsperren als Alternative zur Vergabe von Sendezeitbeschränkungen im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Population 436

USA 2006
Fantasy

Rätselhaftes Mysterydrama um den Ort Rockwell, in dem die Einwohnerzahl seit einem Jahrhundert exakt gleich bleibt. Steve Kady, Mitarbeiter der Volkszählungsbehörde, versucht dem Ganzen auf den Grund zu gehen und gerät in größte Gefahr.
Die Geschichte folgt einem stringenten und konventionellen Erzählschema, dem ab 12-Jährige gut folgen können. Die etwas unheimliche und sich verdichtende Atmosphäre erzeugt Spannung und Neugier. Potenziell ängstigende Elemente bzw. gewalthaltige Szenen wurden durch die senderseitige Schnittbearbeitung wirkungsvoll eingekürzt. Die verbliebenen spärlich gesetzten gewalthaltigen Szenen sind weder in Qualität noch Quantität geeignet, ab 12-jährige Zuschauer nachhaltig zu ängstigen. Ebenfalls wird die religiöse Verbrämung der Dorfbewohner als wenig wirkmächtig bzw. attraktiv und hinreichend dekodierend eingeschätzt. Eine desorientierende Wirkung wird daher nicht vermutet. Für Kinder unter 12 Jahren ist der Film jedoch zu ängstigend, weshalb eine Freigabe für das Tagesprogramm nicht in Betracht kommt. (Stand: April 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Westworld

USA 2016
Science-Fiction

Die dystopische Science-Fiction-Serie spielt in einem futuristischen Freizeitpark und handelt von der Koexistenz zwischen Menschen und humanoiden Robotern. In einer authentisch anmutenden Wild-West-Kulisse sind zahlenden Spielern keine moralischen Grenzen gesetzt, an lebensechten Androiden können sie der Mord- und Sexlust freien Lauf lassen.
Der stetige Wechsel zwischen Zeit-, Raum- und Perspektive sowie die sich ständig wiederholenden Handlungsabläufe im Freizeitpark stellen das Fantastische der Geschichte heraus und schaffen so eine Distanz zum Geschehen. Die eindeutig negativ konnotierten Gewaltdarstellungen werden meist überzeichnet und theatralisch inszeniert und sind als Spezialeffekte zu erkennen. Älteren Kindern ab 12 Jahren wird aufgrund ihrer bereits erworbenen Medienkompetenz zugetraut, die hier kurz eingeblendete, aber z. T. roh dargebotene Brutalität an den Opfern als Gewalt an Robotern und nicht an Menschen zu dechiffrieren. Einer möglichen Ängstigung ab 12-Jähriger steht entgegen, dass sie keine wirkliche emotionale Bindung zu den Figuren aufbauen. Entlastend tritt hinzu, dass es keine jugendaffinen Protagonisten gibt, die eine Identifikationsmöglichkeit bieten. In einzelnen Episoden nehmen Drastik und Dichte der abgebildeten Gewalthandlungen aber so stark zu, dass diese Folgen entweder für ein Publikum ab 16 Jahren freigegeben werden oder um einzelne Szenen für eine Ausstrahlung im Hauptabendprogramm gekürzt werden müssen. (Stand: Februar 2017)

Weitere Informationen zur Science-Fiction-Serie Westworld im fsf blog.
*Informationen über digitale Vorsperren als Alternative zur Vergabe von Sendezeitbeschränkungen im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Die Insel

USA 2005
Abenteuer

In dem in der Zukunft spielenden Abenteuerfilm werden Menschen geklont und unwissentlich als Organspender ihrer wohlhabenden „Originale“ gefangen gehalten. Als einer der Klone dahinterkommt, beginnt ein Wettlauf um die Wahrheit und ums Überleben.
Das futuristische Setting des Films ist gut erkennbar und lässt keinerlei Bezüge zum gesellschaftlichen und sozialen Alltag von Zuschauern ab 12 Jahren herstellen. Da diese Altersgruppe bereits Erfahrungen mit Science-Fiction-Filmen hat und auch mit Themen wie Klonen und künstlichem Leben vertraut ist, kann sie die z.T. zynischen und skrupellosen Charaktere des Films und sensible Themen wir Organzucht und Kinderhandel als fiktive, futuristische Interpretation einer Welt in der fernen Zukunft einordnen. Auch unterstützt die klar in Gut und Böse aufgeteilte Figurenkonstellation die moralische Einschätzung des Geschehens. Durch die senderseitige Reduktion von Gewaltspitzen wurden die verbliebenen Gewaltdarstellungen als verkraftbar für Zuschauer ab 12 Jahren eingeschätzt. Damit erhöht sich überdies der Anteil an Entspannungsmomenten und auch das harmonische und ruhig inszenierte Happy End bietet Entlastung. (Stand: April 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

1992

Italien 2015
Drama

Die italienische TV-Serie zeigt fiktive Figuren vor der Folie einer realen Geschichte mit politischem Hintergrund. Im Mittelpunkt der komplexen Dramaserie steht das Geflecht aus Korruption, Amtsmissbrauch und Kriminalität im Italien der frühen 1990er-Jahre.
Im Allgemeinen gibt es für den jüngeren Zuschauer ausreichend Distanzierungsmomente, wie die historische Distanz, Thematik, Dialoglastigkeit, fehlende Identifikationsmöglichkeiten und Inszenierung. Als problematisch im Sinne einer Beeinträchtigung für unter 12-Jährige wurden in den einzelnen Episoden vereinzelte Überfall-, Bedrohungs- und Sexszenen diskutiert, jedoch aufgrund der sehr zurückgenommenen Darstellungsebene als nicht nachhaltig eingeschätzt. (Stand: Juli 2015)

Weitere Informationen zur Dramaserie 1992 gibt es im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Verblendung

USA 2011
Thriller

Der Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist soll in dem komplex angelegten, fesselnden Thriller das Geheimnis um die verschwundene Harriet Vanger auflösen, die vor vielen Jahren entführt worden war. Gemeinsam mit Hacker-Kollegin Lisbeth Salander kommt er den grausamen, mörderischen Geheimnissen innerhalb der Großfamilie Vanger auf die Spur.
Die recht eindringlichen Darstellungen von (sexueller) Gewalt wurden in der geschnitten Fassung des Filmes zurückgenommen und nun für Zuschauer ab 12 Jahren als verkraftbar eingeschätzt. Die Handlung wird über weite Strecken von ruhigen Gesprächen und Recherchearbeiten dominiert. Zudem ist die spannungsgeladene Geschichte für Zuschauer ab 12 Jahren klar als zugespitzte filmische Fiktion zu erkennen. (Stand: Dezember 2014)

Weitere Informationen zum Thriller Verblendung im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Euphoria

USA 2019
Drama

Die Dramaserie beleuchtet die jugendlichen Probleme einer Freundesclique. Es geht um das Zurechtfinden in lebenswichtigen Fragen. Thematisiert werden u.a. Drogenmissbrauch, Sexualität, Selbstzweifel, Aggressionen, Liebe und Freundschaft.
Unvorhersehbar, multiperspektivisch, auf verschiedenen Zeitebenen und visuell originell erzählt – mit attraktiven Protagonistinnen und Protagonisten besetzt und einem zeitgenössischen, Hiphop-lastigen Soundtrack unterlegt –, besitzt Euphoria großes Potenzial, Jugendliche anzusprechen und sie mit ihren jugendrelevanten Inhalten in den Bann zu ziehen. Gezeigt werden Bilder des Drogenmissbrauchs, angewendete sexuelle Praktiken und Gewaltmomente – dargestellt von nach Orientierung suchenden Jugendlichen, die ihren Weg ins Leben erst finden müssen. Somit ist die Serie thematisch wie gestalterisch jugendaffin inszeniert, gleichzeitig entwirft sie jedoch ein düsteres Gesellschaftsbild. Der thematisierte Drogenkonsum oder auch das vielfach selbstzerstörerische Handeln der Jugendlichen sowie das Thema der Internetpornografie werden nicht direkt kritisch eingeordnet, sondern erschließen sich einem erwachsenem Publikum über die Metaebene. Ab 12-jährige Kinder sind mit der Art der Darstellung und ihrer fehlenden kritischen Einordnung überfordert und könnten womöglich nachhaltig irritiert werden. Einige Bilder könnten diese Altersgruppe auch verängstigen. Hingegen wird einem Publikum ab 16 Jahren zugetraut, die Kritik an den gesellschaftlichen Zuständen vollumfänglich dechiffrieren zu können, weshalb die Serie eine Freigabe für das Spätabendprogramm erhält. (Stand: Oktober 2019)

Weitere Informationenzur Serie Euphoria im fsf blog.
*Informationen über digitale Vorsperren als Alternative zur Vergabe von Sendezeitbeschränkungen im fsf blog.

Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

G. I. Joe: Die Abrechnung

USA 2013
Action

Der auf dem „G.I.-Joe“-Spielzeugfranchise beruhende Actionfilm bildet die Fortsetzung des Films J.I. Joe – Geheimauftrag Cobra. Im aktuellen Teil Die Abrechnung wird der US-Präsident von der Terrororganisation Cobra entführt, deren Ziel es ist, die Weltherrschaft an sich zu reißen.
Der Actionfilm mit seiner turbulenten Story wurde senderseitig umfangreich bearbeitet und um etliche Gewalt- und Actionszenen gekürzt. Detailliert in Szene gesetzte Bilder von Gewalt an Opfern sind kaum mehr vorhanden. Die Schnittfassung bietet dennoch ein hohes Gewalt-Action-Niveau, enormen Waffeneinsatz und einen starken Soundtrack. Aufgrund der comichaften Inszenierung und der coolen Sprüche entwickelt der Film für Jugendliche einen hohen Unterhaltungswert. Die Kampfszenen sind erkennbar durchchoreografiert und ästhetisch überhöht dargestellt und die Filmfiguren eindeutig als Comicfiguren identifizierbar, sodass an der Fiktionalität der Story, die sich bis ins Science-Fiction-Genre zieht, keine Zweifel aufkommen. Ein Publikum ab 12 Jahren ist fähig, dies als realitätsfremd einzuordnen. Schnittstellen zur Lebensrealität hiesiger Heranwachsender sind nicht gegeben. Zudem wird ein klares Gut-Böse-Schema mit den positiv und sympathisch inszenierten Joes geboten versus den feindlichen „bösen“ Cobras. Das Gewaltniveau des Films wurde insgesamt soweit reduziert, dass von der vorliegenden Schnittfassung keine nachhaltig beeinträchtigenden Wirkungen auf ab 12-Jährige ausgehen, sodass der Actionfilm ab 12 Jahren freigegeben wird. (Stand: Februar 2022)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Spiel mit der Angst

Kanada, Großbritannien 2007
Thriller

Das idyllische Leben des Ehepaars Neil und Abby Randall ändert sich schlagartig, als ihre kleine Tochter Sophie von einem Unbekannten entführt wird. Um ihr Kind wiederzusehen, müssen sich die Eltern den Forderungen des Entführers für 24 Stunden beugen.
Der senderseitig für die Primetime gekürzte Rachethriller enthält ein gewisses Gewaltniveau, dessen Spannungsspitzen durch mehrere Schnitte entsprechend des FSK-Jugendentscheides entschärft wurden. Die verbliebenen Gewalthandlungen gehen fast ausschließlich vom Entführer aus, Neil und Abby wenden Gewalt meist nur reaktiv an. Im Handlungsverlauf wird immer wieder die Bedrohung der kleinen Sophie thematisiert – allerdings verbal und nicht auf der Bildebene visualisiert. Es werden v.a. die Ängste der erwachsenen Hauptfiguren aufgegriffen, eine Identifikation jüngerer Zuschauer mit ihnen scheint jedoch unwahrscheinlich. Zum Filmende löst sich die Gefahr auf und erweist sich als Täuschung. Insgesamt ist der Plot sehr alltagsfern und konstruiert konzipiert und bietet ab 12-Jährigen entsprechende Distanzierungsmomente. Zwar zeigen alle Figuren ein sozialethisch abweichendes Verhalten, dennoch wird dieses im Hinblick auf die Probleme und seelischen Verletzungen der Protagonisten eingeordnet und ausführlich erklärt. Das moralisch verwerfliche Gebaren aller Beteiligten führt zum Ende für Keinen zu Glück oder Zufriedenheit. Ab 12-Jährigen wird zugemutet, dass sie die Konfliktlösung nicht als „normal“ bzw. sozial akzeptiert wahrnehmen. Der FSF-Prüfausschuss sprach sich entsprechend für eine Freigabe ab 12 Jahren im Hauptabendprogramm aus. (Stand: Juli 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Q: Into the Storm

USA 2021
Dokumentation

Die US-amerikanische Dokumentation über die QAnon-Bewegung zeigt, welchen Einfluss die rechtsextreme Bewegung auf unsere Gesellschaft und Politik ausübt und geht der Frage nach, welche Folgen eine uneingeschränkt freie Meinungsäußerung nach sich zieht.
Die Dokumentation beleuchtet im sachlichen Stil den Verschwörungslügenkomplex im Internet; auf eine missverständliche Interpretationsweise wird dabei durchgehend verzichtet. Befragt werden u.a. Anhänger der Bewegung, sodass deren teilweise abstrusen, falschen und u.U. menschenverachtenden Behauptungen Eingang in die Reportage finden. Jedoch werden diese Antworten ausreichend kritisch eingeordnet, sodass nach einhelliger Ansicht des Prüfausschusses Zwölfjährigen zugetraut werden kann, die mehrteilige Dokumentation differenziert wahrzunehmen und adäquat einordnen zu können. Im Verlauf der Doku-Reihe werden Bilder von Attentaten und NS-Symbole eingeblendet – zu dokumentarischen Zwecken ist dies erlaubt. Jedoch grob anreißerisch präsentierte Bilder, um den Hintergrund eines QAnon-Mitglieds (ehemaliger Pornoproduzent) zu illustrieren, müssen für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm entfernt bzw. geblurrt werden. Nach Prüfung der ersten vier von sechs Episoden wird eine übermäßig ängstigende oder eine desorientierende Wirkung für ein Publikum ab 12 Jahren nicht vermutet, die Politdoku erhält – z.T. unter Auflagen – eine Freigabe ab 12 Jahren. (Stand: Februar 2022)

Weitere Informationen zur Dokumentation Q: Into the Storm im fsf blog.
*Informationen über digitale Vorsperren als Alternative zur Vergabe von Sendezeitbeschränkungen im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Culpa – Niemand ist ohne Schuld

D 2017
Krimi

Ein unkonventioneller Priester versucht in der Serie Culpa – Niemand ist ohne Schuld mit der Kraft seiner Worte Verbrechen zu verhindern, die ihm im Schutz des Beichtstuhls anvertraut werden.
Die Atmosphäre der kammerspielartigen Inszenierung ist ruhig und teils etwas düster. Bei der fiktionalen Behandlung relevanter Themen wie Gerechtigkeit und soziale Normen bleibt der Hauptprotagonist als verlässliche Bezugsperson bestehen. Gewaltdarstellungen finden mehrheitlich auf der Dialogebene statt. Zu eindringliche und explizite Beschreibungen von Gewalthandlungen wurden gekürzt, da sie unter 16-Jährige in der Rezeption überfordern können. Die verbleibenden Gewaltszenen sind für medienerfahrene ab 12-Jährige im Hauptabendprogramm verkraftbar. (Stand: April 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

The Gifted

USA ab 2017
Science-Fiction

Die Science-Fiction-Serie erzählt das Geschehen von friedliebenden Mutanten, die übernatürliche Fähigkeiten besitzen und in einer Untergrundgesellschaft gegen die Verfolgung der Regierung ankämpfen – mit dem Ziel, gleichberechtigt neben den „Normalos“, den Menschen, leben zu dürfen.
Der deutlich fiktionale Charakter der mit zahlreichen fantastischen Elementen ausgestatteten Serie bietet genügend Distanzierungsmomente. Die jugendlichen Protagonisten meistern auch spannendere Gefahrenmomente erfolgreich, weshalb eine übermäßig ängstigende Wirkung für ab 12-Jährige nicht vermutet wird. Die Serie kann im Hauptabendprogramm ausgestrahlt werden. Aufgrund der düsteren Atmosphäre, den längeren Kampfsituationen und dem ungewissen Ende kann jedoch eine Freigabe für das Tagesprogramm nicht befürwortet werden, da diese Aspekte geeignet sind, das Wohl jüngerer Kinder zu beeinträchtigen. (Stand: Januar 2018)

Weitere Informationen zur Serie The Gifted im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)