ProgrammprüfungFSF-Altersfreigaben

FSF-Altersfreigaben mit ProgrammInfos

Die ProgrammInfos der FSF sind Jugendschutzinformationen zum Fernsehprogramm. Sie beinhalten die Altersfreigabe mit einer kurzen Begründung sowie das Maß eines möglichen Wirkungsrisikos in den Kategorien Angst, Gewalt, sozialethische Desorientierung, Sex und Sprache.

Sie finden hier eine kleine Auswahl aus mehr als 37.000 geprüften Programmen. Falls Sie sich für die Freigabe einer Sendung interessieren, die Sie hier nicht finden, wenden Sie sich bitte an unsere Jugendschutz-Hotline.

Bitte beachten Sie: Die Altersfreigabe ist keine pädagogische Empfehlung, sondern das Alter, für das ein Programm nach Einschätzung der FSF nicht entwicklungsbeeinträchtigend wirkt.

 

Aktuelle ProgrammInfos

Watchmen

USA 2019
Science-Fiction

Basierend auf den gleichnamigen DC-Comics spielt Watchmen in einer realistischen Welt mit alternativer Geschichtsschreibung, in der Polizisten ihr Gesicht hinter Masken verbergen müssen, um sich und ihre Familien vor einer terroristischen Organisation zu schützen.
Komplex und mit Zeitsprüngen versehen erzählt die Science-Fictionserie von einem alternativen Amerika mit einer realitätsfernen Gesellschaftsform, in der es bspw. Tintenfische vom Himmel regnet. Die innerhalb dieser comichaft surrealen Rahmung vorkommenden dunklen und actionreichen Gewaltszenen können für die Altersgruppe ab 12 Jahren u.U. belastend und herausfordernd sein. Wird die Gewalt kontextgebunden in die gesellschaftskritische Story eingebunden und nicht selbstzweckhaft ausgespielt, kann ab 12-Jährigen zugetraut werden, den überhöhten und realitätsfernen Comic-Kosmos zu erkennen und die Folge genregemäß einzuordnen, was zur Entlastung und Distanzierung des Gesehenen beiträgt. Auch wird mit der tatkräftigen und positiven Protagonistin eine starke Orientierungsfigur geboten. Die in einigen Episoden möglicherweise ängstigenden Momente werden somit als verkraftbar und nicht nachhaltig ängstigend für ab 12-Jährige eingeschätzt. Episoden, deren präsentierte Gewaltspitzen zu explizit inszeniert wurden, müssen für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm gekürzt werden bzw. erhalten eine Freigabe für das Spätabendprogramm. (Stand: Dezember 2019)

Weitere Informationen zur Serie Watchmen gibt es im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Legacies

USA 2018
Mystery

Die US-amerikanische Fantasyserie handelt von der Internatsschülerin Hope Mikaelson, Tochter eines sehr mächtigen Vampirs und einer Werwölfin, die sich mit anderen übernatürlichen Wesen zusammenschließt. Viele müssen erst einmal lernen, mit den verschiedenen magischen Fähigkeiten umzugehen und ihre dunklen Impulse zu kontrollieren.
Die sich an Teenager richtende Highschool-Mysteryserie knüpft mit ihren jugendaffinen Themen – Schule, erste Liebe, Eifersucht, Ausgrenzung, u.a. – an Ängste und Entwicklungsthemen der Pubertät an. Die Handlung ist teilweise düster inszeniert, bietet mit ihren offensichtlich alltags- und realitätsfernen Momenten, bspw. Magie, Verwandlung, Superkräfte, etc., sowie den dargestellten Romanzen, aber auch den vielen ruhigen und harmonischen Sequenzen ausreichend Entlastung. Zusätzlich relativierend offenbart die Story komödiantische und satirische Züge. Ein Publikum ab 12 Jahren verfügt über genügend erworbene Medienkompetenz, um diese genretypischen Sequenzen innerhalb eines künstlichen Erzählkonstrukts zu verkraften und entsprechend dem Fantasygenre zuzuordnen. Jüngere Kinder könnten durch die zwar wenigen, aber dennoch vorhandenen unheimlichen Szenen wie dem Morphing zum Werwolf u.a. übermäßig geängstigt werden, weshalb eine Freigabe für das Tagesprogramm nicht in Betracht kommt. (Stand: November 2019)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

The Detail

Kanada 2018
Krimi

The Detail ist eine kanadische Krimiserie, bei der sich die Mordermittlungen in den Händen dreier sehr unterschiedlicher Frauen befinden. Neben der wirklichkeitsgetreuen Aufklärung der Kriminalfälle stehen ihre privaten und beruflichen Konflikte im Mittelpunkt. 
In der atmosphärisch hell inszenierten Serie liegt der Fokus überwiegend auf der Dialogebene. Die für ein solches Seriensujet typischen Bilder von Leichen werden ausreichend zurückhaltend in Szene gesetzt, explizite Gewaltdetails gibt es nicht zu sehen. Somit wird eine ängstigende Wirkung auf ab 12-Jährige ausgeschlossen. Der Alkoholkonsum einer der Ermittlerinnen wird nicht vordergründig inszeniert und kritisch eingebettet. Eine vorbildhafte und somit desorientierende Wirkung geht von diesem Verhalten nicht aus. Ab 12-Jährigen wird zugetraut, dass sie die genrekonform inszenierte Serie als Fiktion einzuordnen vermögen. Da in den vorgelegten Episoden insgesamt keine überfordernden Details erkannt wurden, entschied der Prüfausschuss einhellig für eine Altersfreigabe ab 12 Jahren. (Stand: September 2019)

Weitere Informationen zur Krimiserie The Detail gibt es im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Tremé

USA 2010
Drama

Wenige Monate nach dem Hurrikan Katrina werden Überlebende und Rückkehrer von Tremé, einem Stadtteil von New Orleans, bei dem Versuch begleitet, in all der Verwüstung und Zerstörung wieder Normalität zu finden.
Die wenig kindaffin gestaltete Serie erzählt in langen, häufig mit Musik unterlegten Einstellungen die Lebensgeschichten unterschiedlicher Protagonisten. Die Heimkehrer spicken ihre Geschichten mit teilweise vulgären Ausdrücken, die sich anfangs nicht zu einem problematischen Bild von Sexualität verdichten. Die Eindrücklichkeit der Bilder nimmt jedoch im Serienverlauf zu. Während die erste Episode eine Tagesprogrammfreigabe erhielt, gewannen Gewalt- und Sexdarstellungen in den folgenden Episoden an Bedeutung, sodass die Risiken einer nachhaltigen Ängstigung und sozialethischen Desorientierung für Kinder unter 12 Jahren nicht mehr auszuschließen sind. 12-Jährige hingegen erfassen die Sendung mit zahlreichen Entlastungsmomenten – u.a. dem langsamen Erzähltempo, der Alltagsferne und der Distanz zu den Figuren – in ihrem Gesamtzusammenhang und können einzelne ängstigende Bilder und Äußerungen sowie irritierend direkte Thematisierungen von Sexualität bereits verarbeiten. Daher wurde die Serie überwiegend (ungeschnitten) für ein Publikum ab 12 Jahren und für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm freigegeben. (Stand: Juni 2021)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)
Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Madam Secretary

Staffel 01: diverse Episoden
USA 2014
Drama

Im Zentrum der Polit-Dramaserie steht die Professorin Beth, die überraschend zur US-Außenministerin ernannt wird und fortan diverse Herausforderungen im Weißen Haus meistern muss.
Der grundlegende Tonfall ist hell und heiter, insbesondere durch die zentrale, äußerst harmonische Kernfamilie von Beth. Die Politarena ist voller Fallstricke und Intrigen, es überwiegt jedoch ein menschlich warmer Grundton, maßgeblich durch die unkonventionelle, aufrechte Art der Protagonistin sowie ihrer Freundschaft zu dem Präsidenten. Insgesamt ist die Serie dialoglastig, temporeich und humorvoll inszeniert, dennoch sind ernste realistische politische Hintergründe eingebettet, wodurch Spannung und Dramatik aufgebaut werden. Sofern die Bedrohungen (z.B. atomare Aufrüstung) abstrakt dargestellt werden und ein positiver Ausgang Entlastung bietet, spricht nichts gegen eine Freigabe ab 6 Jahren. Episoden, die beängstigende Bilder (Tötung, Folter) enthalten, werden für Zuschauer ab 12 Jahren freigegeben und für das Tagesprogramm bearbeitet. (Stand: August 2015)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Braveheart

USA 1995
Abenteuer

Schottland im späten 13. Jahrhundert. Der Bauer William Wallace kehrt nach Jahren wieder zurück in seine Heimat und findet sie unter der Knute des englischen Königs Edward vor. Als die Besatzer seine Frau Murron umbringen, schwört er Rache, sagt der britischen Krone den Kampf an und setzt sich an die Spitze der schottischen Freiheitsbewegung.
Insgesamt skizziert der Film eine gewalttätige Welt, in der Leid und Trauer selbstverständliche Alltagsbestandteile zu sein scheinen. Gegen diese Grausamkeit steht aber der Idealismus des Protagonisten, der als aufrechter Held für die gerechte Sache kämpft. Ab 12-Jährige sind in der Lage, diese ethisch-moralischen Botschaften zu erfassen und das dramaturgische Genremuster zu erkennen. Drastische mittelalterliche Gewaltdarstellungen (z.B. Erhängen, Pfählen, Foltern) wurden für die Ausstrahlung im Hauptabendprogramm entfernt. Die historische Folie und der Pathos der Botschaften wirken auf ab 12-Jährige zusätzlich distanzierend. Eine emotionale Beunruhigung, Ängstigung oder Verstörung der Altersgruppe ist nicht anzunehmen. (Stand: Juli 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

City on a Hill

USA 2019
Drama

Boston, 1990iger-Jahre: Die Serie thematisiert die Kriminalität und Korruption der damaligen Zeit. Zur Bekämpfung dessen stehen der hartgesottene FBI-Agent Jackie und der schwarze Staatsanwalt Decourcy im Fokus. Fortan müssen sie zusammenarbeiten, obgleich sie seit Anbeginn der ersten Begegnung eine offene Abneigung teilen.
Die dialogstarke Serie bildet sowohl auf der bildlichen als auch auf der sprachlichen Ebene die Ereignisse im authentischen Zeitkolorit ab. Das heißt, die Sprache ist rau und enthält rassistische sowie zotige Ausdrücke, die sich jedoch am inhaltlichen und zeitlichen Sujet orientieren. Ein sich möglicherweise daraus ergebendes desorientierendes Potenzial wird durch die fehlenden Identifikationsanker für Kinder sowie durch die deutliche zeitliche und räumliche Ferne relativiert. Ab 12-Jährigen kann zugetraut werden, die Protagonisten als ambivalente Charaktere zu erkennen und sich entsprechend von ihnen zu distanzieren. Durch die horizontale Erzählstruktur und den geringen lebensweltlichen Kontext wird angenommen, dass jüngere Zuschauer schwer einen Einstieg in die Serie finden. Die vorhandenen Gewaltspitzen sind modert inszeniert und dramaturgisch gerahmt. Insgesamt geht der FSF-Prüfausschuss davon aus, dass Zuschauende ab 12 Jahren das Gezeigte entsprechend verarbeiten können, sodass einer beantragten Freigabe ab 12 Jahren entsprochen werden konnte. (Stand: August 2019)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Suicide Squad

USA 2016
Fantasy

Der Film spielt im Batman-Universum und dreht sich um eine Truppe hochgefährlicher inhaftierter Comic-Schurken, die im Auftrag der US-Regierung für einen Sonderauftrag als Team zusammengestellt werden.
Der gekürzt zur Prüfung eingereichte Action-Fantasy-Film verzichtet auf drastische Gewaltspitzen und einige herabwürdigende Sprachbilder. Zu Beginn recht martialisch und waffenstrotzend anmutend, entwickelt sich der Film in der zweiten Hälfte immer mehr zu einem Fantasymärchen in Computerspiel-Ästhetik. Dazu tragen vor allem die grellen Farben, die typischen Comic-Ausstattungen, Kostümierungen und das Auftauchen bekannter Figuren wie Batman oder Joker bei. Dies lässt das Abenteuer für ab 12-Jährige als reines "Popcorn-Kino" erscheinen, das keinerlei eindringliche oder nachhaltige Wirkmacht entfaltet. Und so werden auch die Eindrücke aus der ersten Hälfte hinreichend abgefedert und konterkariert. Denn ab 12-Jährige sind in der Lage, diese Entwicklung nachzuvollziehen und den Film mitsamt aller für sich genommen bedenklichen Gewalttendenzen in einer vollkommen fiktionalen, auf Action- und Spannungs-Effekte setzenden Märchenwelt einzuordnen. Auch wenn Erholungsphasen selten vorkommen, helfen Überzeichnungen und Gags immer wieder, die Szenerie aufzulockern. So bleibt die Spannung insgesamt verkraftbar, entlastend wirkt letztlich auch das Happy End. (Stand: Januar 2019)

Weitere Informationen zum Actionfilm Suicide Squad gibt es im fsf blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

The Italian Job – Jagd auf Millionen

USA 2003
Action

Ein Millionenraub in Venedig gelingt, dennoch versucht ein Crewmitglied im Anschluss, seine Komplizen auszuschalten. Bis auf einen überleben sie jedoch und wollen sich die Goldbahren zurückholen. Es folgt eine Actionjagd durch L.A. Thematisch und in Form einer Gaunerkomödie angelegt, ist der Film durchaus für unter 12-Jährige reizvoll. Auf einen lockeren Einstieg folgt ein erhöhter Spannungsaufbau mit Hilfe audiovisueller Inszenierung (Musik, Geräusche, rasanter Schnitt). Bis zum Finale lösen sich actionreiche Szenen immer wieder in lockeren Sprüchen und längeren ruhigeren Sequenzen. Das Ganze gipfelt in einem wenig entlastenden 20-Minütigen Showdown. Wobei der Plot insgesamt deutlich als realitätsfern wahrzunehmen ist, die Figuren überzogen dargestellt sind und gezeigte Szenerien und Handlungen sich klar von der kindlichen Alltagswelt abheben. Ebenfalls ist eine eindeutige Gut-Böse-Zeichnung der Charaktere gegeben. Bedrohliche Szenen wurden durch Schnitt entschärft. So entschied der Ausschuss, dass die vorgelegte Schnittfassung auch auf Zuschauer unter 12 Jahren nicht übermäßig ängstigend wirkt. (Stand: Dezember 2015)

 

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Roots

Staffel 01
USA 2016
Drama

Roots bildet die Geschichte der amerikanischen Sklaverei nach – vom Unabhängigkeitskrieg bis zum Ende der Sklaverei – und verfolgt über mehrere Generationen hinweg die Familiengeschichte des Kunta Kinte, der nach Amerika verschleppt und dort in die Sklaverei verkauft wird.
Die mit Rückblenden gespickte Handlung enthält einige Schreck- und Gewaltmomente, die jedoch überwiegend nicht ausgespielt werden. Entlastungen finden sich u.a. in jenen Szenen, die gut ausgehen. Eine nachhaltige Ängstigung wird auch aufgrund des historischen Settings nicht angenommen, weshalb eine Ausstrahlung im Hauptabendprogramm möglich ist. Zum Staffelende verdichten sich die Gewaltdarstellungen in ihrer Drastik. Dennoch war sich der Prüfausschuss einig, dass diese Szenen in den historischen und dramaturgischen Kontext eingebunden sind und von langen ruhigen Sequenzen und versöhnlichem Ende überlagert werden. Diese gewalthaltigen Darstellungen mit Schnittauflagen zu belegen, würden die damaligen Verhältnisse verharmlosen. Die Verstehens- und Verarbeitungsfähigkeit ab 12-Jähriger wird durchaus gefordert, aber als leistbar erachtet. (Stand: April 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Big Little Lies

USA 2016
Drama

Die Miniserie erzählt die Geschichte reicher Mütter, deren vermeintlich perfekte Leben auf den Kopf gestellt werden.
Die Episoden und der abstrakt gehaltene Krimiplot richten sich an Erwachsene und knüpfen nicht an die kindliche Alltagswelt an. Für Kinder relevante Handlungsstränge wurden als unproblematisch gewertet. Kinder kommen zwar in der Serie vor, bieten jedoch kaum Identifikationspotenzial, da mehrheitlich über sie und nicht mit ihnen gesprochen wird. Lediglich der Handlungsstrang um das Ehepaar Celine und Perry wurde als problematisch eingeordnet. Die in der Serie dargestellte Verbindung von häuslicher Gewalt und sexueller Erregung wurde nur unter Schnittauflagen für das Tagesprogramm freigegeben. Eine übermäßige Ängstigung und Beeinträchtigung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren kann sonst nicht ausgeschlossen werden. (Stand: April 2017)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Glass

USA 2018
Thriller

Superheldenstory: Im Irrglauben an der fehlenden Wirkmacht ihrer übernatürlichen Fähigkeiten geraten drei Superhelden an einen dubiosen Geheimbund, der sich zum Ziel gesetzt hat, die paranormalen Superkräfte auszulöschen.
Senderseitig wurde der Fantasythriller, der in der Originalfassung eine 16er-Freigabe besitzt, um deutliche Gewaltspitzen entschärft. Im FSF-Prüfausschuss wurde vordergründig die Risikodimensionen der übermäßigen Ängstigung diskutiert, da sich eine mögliche sozialethische Desorientierung nicht feststellen lässt: die Superheldengeschichte um eine Fantasy-Reise ist fernab jeglicher Alltagswelt angesiedelt und bietet keine direkten Identifikationsfiguren für ein Publikum ab 12 Jahren. Auch eine mögliche Gewaltbefürwortung wird nicht gesehen. Gewalt wird weder auf der Seite der Superhelden noch der des Geheimbundes gutgeheißen. Als problematisch wird das Ende des Films (Exekutionen der Superhelden durch Geheimbundangehörige) eingeschätzt. Zudem gibt es trotz Schnittbearbeitung noch gruselige und bedrohliche Momente. Diese Szenen beinhalten jedoch keine drastischen Gewaltbilder, sie wirken nicht übermäßig bzw. nachhaltig ängstigend. Verstärkt wird dies durch das sehr persönliche und versöhnliche Ende mit einer klaren positiven Botschaft. Daher wird die vorliegende Schnittfassung als zumutbar für ein Publikum ab 12 Jahren eingeschätzt und erhält eine Freigabe für das Hauptabendprogramm. (Stand: Mai 2021)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Die Unbestechlichen

USA 1987
Thriller

US-Thriller um die Zeit der Prohibition der 1930er-Jahre. Nach einem Bombenanschlag soll Chicago gesäubert werden. Eine kleine Truppe fähiger Männer versucht mit allen Mitteln, Al Capones Geschäfte den Garaus zu machen.
Bei dem in die Jahre gekommenen klassischen Kriminalfilm handelt es sich um einen herausragend besetzten Filmklassiker, der jede Menge Gewalt aufbietet. Alle betreffenden Szenen und Sequenzen lassen sich von der Altersgruppe der ab 12-Jährigen klar dem Genre des US-amerikanischen Polizei- und Gangsterfilms zuordnen. Daher wirkt das zeithistorische Setting und Al Capones Bekanntheitsgrad als klassischer Gangsterboss distanzierend. Die dargebotene Gewalt findet ausschließlich im abgeschlossenen „Gangsterkosmos“ statt, Übertragungseffekte oder Einstellungsveränderung sind bei Heranwachsenden aufgrund der historischen Distanz und fehlenden Anknüpfung an die hiesige reale Lebenswelt nicht zu erwarten. Gewalt geht immer vom Bösen aus, sodass ein klares Gut-Böse-Schema erkennbar ist. Zudem wird auf drastische Gewalt- oder Gewaltfolgenbilder verzichtet. Die Schusswechsel und Feuergefechte sind entsprechend der heutigen Sehgewohnheiten von der medienkompetenten Altersgruppe der ab 12-Jährigen verkraft- und einordenbar. Aufregenden Szenen folgen ruhige, teils gibt es auch humorige Einlagen, die für Entlastung sorgen. Die Figur des brutalen Verbrechers Al Capone bietet für heutige ältere Kinder kaum Identifikationspotenzial. Der über 30 Jahre alte Gangsterfilm enthält ausreichend Distanzierungs- und Entlastungsmomente, sodass er für das Hauptabendprogramm freigegeben werden kann. (Stand: Mai 2021)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Big Game – Die Jagd beginnt

FIN, GB, D 2014
Abenteuer

Der Abenteuerfilm handelt von dem 13-jährigen Oskari, der mit seiner Familie in der finnischen Wildnis lebt. Nachdem er eines Nachts auf den per Flugzeug abgeschossenen US-Präsidenten trifft, beginnt für beide ein Kampf ums Überleben.
Durch die senderseitige Schnittbearbeitung wurden Gewaltspitzen im Film deutlich abgemildert. Verbliebene Gewalthandlungen werden u.a. nur aus der Ferne gezeigt und gehen eindeutig von den Bösewichten aus, denn die „Guten“ wenden Gewalt nur zur Verteidigung an. Die von humoristischen und märchenhaften Elementen geprägte Story bietet ausreichend Entlastungsmomente. Außerdem beinhaltet die positive Grundtendenz des Films eine klare Botschaft, den eigenen Kräften zu vertrauen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die souverän agierende Hauptfigur Oskari. Im Filmverlauf gewinnt der Junge immer mehr an Selbstvertrauen. Kurze Spannungsmomente werden durch witzige Dialoge und Szenen aufgefangen, sodass keine nachhaltige Ängstigung von Kindern unter 12 Jahren zu befürchten ist. Der FSF-Prüfausschuss sprach sich einhellig für eine Freigabe im Tagesprogramm aus. (Stand: April 2020)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Der Rhein-Ruhr-Ripper

Vierteiler
D 2021
Dokumentation

Das True-Crime-Doku-Format berichtet vom Lebensweg und von den grausamen Verbrechen des Serienmörders Frank Gust. Es kommen viele Stimmen zu Wort, vom Täter sind sehr viele originale Bild- und Tonaufnahmen integriert, teilweise auch Homevideos.
Der FSF-Prüfausschuss sah einhellig v.a. in der narrativen Gesamtanlage der Serie eine sozialethische Desorientierung. So setzen die Episoden auf den Schauwert grausamer Details der Taten und nehmen recht deutlich die Täterperspektive Gusts als Mittel der Spannungserzeugung ein. Der FSF-Prüfausschuss sah durch die, von den Gewalttaten faszinierte, spekulative Aufbereitung der Gust-Story auch Risiken einer Desensibilisierung für unter 18-Jährige. Die Serie ist für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren entwicklungsbeeinträchtigend, die sich zudem in diesem Alter noch in Orientierungsphasen befinden und hier mit verstörenden sexuellen Details eines Serienmörderlebens konfrontiert werden, wobei immer auch der Eindruck einer Normalität im Unnormalen suggeriert wird. Simple, oft problematische Kausalitäten werden naiv behauptet und nicht kritisch beleuchtet. Ebenso sind bei genannter Altersgruppe auch Aspekte einer Ängstigung nicht außer Acht zu lassen, da die Taten eine außerordentliche Grausamkeit aufweisen. Der Prüfausschuss bewertete alle vier Episoden wegen der Brutalität und durch den spekulativen Gesamtkontext für unter 18-Jährige als höchst problematisch. Die dokumentarische Form bietet wenig Entlastendes oder Erhellendes, dafür aber viel spektakuläre, erschütternde Gewaltdetails mit psychologisierendem Aroma. (Stand: Juni 2021)

Weitere ausführliche Informationenzu dem Vierteiler Der Rhein-Ruhr-Ripper gibt es im fsf blog.

Ab 18 Jahren / Nachtprogramm (23.00 – 6.00 Uhr)