ProgrammprüfungFSF-Altersfreigaben

FSF-Altersfreigaben mit ProgrammInfos

Die ProgrammInfos der FSF sind Jugendschutzinformationen zum Fernsehprogramm. Sie beinhalten die Altersfreigabe mit einer kurzen Begründung sowie das Maß eines möglichen Wirkungsrisikos in den Kategorien Angst, Gewalt, sozialethische Desorientierung, Sex und Sprache.

Sie finden hier eine Auswahl aus annähernd 35.000 geprüften Programmen. Falls Sie sich für die Freigabe einer Sendung interessieren, die Sie hier nicht finden, wenden Sie sich bitte an unsere Jugendschutz-Hotline.

Bitte beachten Sie: Die Altersfreigabe ist keine pädagogische Empfehlung, sondern das Alter, für das ein Programm nach Einschätzung der FSF nicht entwicklungsbeeinträchtigend wirkt.

 

Aktuelle ProgrammInfos

The Rock – Fels der Entscheidung

USA 1996
Action

Actionthriller, bei dem eine Geiselnahme auf der Gefängnisinsel Alcatraz beendet und ein sich androhender Giftgasraketenabschuss auf San Francisco vermieden werden soll.
Der Film wurde in einer umfangreich geschnittenen Fassung zur Prüfung vorgelegt, in der u.a. blutige Bilder, Tötungen, Slow-Motion-Aufnahmen sowie Splattereffekte und sprachliche Zynismen deutlich zurückgenommen wurden. Verblieben sind wuchtige Actionsequenzen, deren Gewaltspitzen in ihrer Drastik erheblich reduziert wurden, was das Ängstigungspotenzial und eine mögliche Gewaltfaszination erheblich mindert. Krieg oder der Einsatz von Gewalt werden nicht befürwortend inszeniert. Der rasant geschnittene Film enthält immer noch viele Waffengefechte und Materialschlachten, die aber so überdimensioniert und übertrieben wirken, dass ihre Irrealität dadurch unterstrichen wird. Außerdem werden spannende Situationen immer wieder durch Humor gebrochen. Insgesamt ist der Actionkosmos für Heranwachsende deutlich als alltagsfern zu erkennen und bewegt sich im genretypischen Rahmen. Gemessen an heutigen Produktionsweisen stellt der über 20 Jahre alte Film keine übermäßige Herausforderung für ab 12-Jährige dar. (Stand: März 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

American Sniper

USA 2014
Drama

American Sniper gilt als einer der am kontroversesten diskutierten Hollywoodfilme der letzten Jahre. Für die einen repräsentiert er den Heroismus der US-Truppen, andere betrachten ihn als einen Propagandastreifen, der einen Angriff auf Araber und Muslime schlechthin darstellt. Es wird die Lebensgeschichte des kurz zuvor verstorbenen Scharfschützen Chris Kyle abgebildet, der laut Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten der erfolgreichste amerikanische Scharfschütze war.
Die eingereichte Schnittfassung wurde senderseitig entschärft, indem drastische Verletzungs- und Tötungssequenzen sowie gewaltbefürwortende Aussagen weitgehend entfernt wurden. Dennoch bleibt der Film in einem für das Hauptabendprogramm vertretbaren Rahmen spannend und emotionalisierend. Ab 12-jährigen wird zugetraut, sich mit den verbliebenen deutlichen Kriegsbildern – bei denen jedoch keine Gewalt zelebriert wird – ohne Entwicklungsbeeinträchtigung zu konfrontieren. Auch die einseitige Schilderung des Kriegsgeschehens aus der Sicht der Amerikaner wird letztlich mit Blick auf diese Altersgruppe nicht als desorientierend eingeschätzt, weil der kritische Blick auf Krieg insgesamt viel Gewicht erhält. Es gibt glaubhafte Gegenpositionen zur anfänglichen Kriegsbegeisterung durch den Bruder des Helden, seine mahnende Ehefrau und einen später erschossenen Soldaten. Protagonist Kyle wandelt sich von einem Hurrapatrioten zu einem an seinem Tun zweifelnden und letztlich gebrochenen Menschen. Am Ende steht sein Trauma, hervorgerufen durch das verheerende Kriegsgeschehen, und er ist unfähig, ein normales Leben zu führen. Dazu schafft der Psychiater genauso ein Gegenbild zur Kriegsverherrlichung wie der Anblick von Kriegsveteranen. Die negativen Folgen des Krieges werden somit auch für ab 12-Jährige deutlich. (Stand: November 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Transformers – Die Rache

USA 2009
Science-Fiction

Das an den früheren Blockbuster Transformers (2007) anknüpfende Sci-Fi-Abenteur handelt vom Konflikt zwischen den guten und bösen Transformers um die Herrschaftsübernahme des Planetens. Dabei gerät der Jugendliche Sam Witwicky zwischen die Fronten.
In der Action-Märchenwelt finden Kinder und Jugendliche keinen Bezug zu ihrer Alltagswelt, werden aber von dem filmischen Spannungsbogen und dem Humor des Jugendlichen Sam, der sich als mutige Identifikations- und Orientierungsfigur anbietet, gepackt. Das Gut-Böse-Schema wie auch die Genrezuordnung können bereits von jüngeren Kindern entsprechend eingeordnet werden. Die vom Sender bearbeitete Fassung verzichtet auf bedrohlich wirkende Bilder und ängstigende Kampfhandlungen, die Gewalt gegen Menschen zeigen, wodurch das Risiko einer möglichen nachhaltigen Beeinträchtigung für jüngere Kinder nicht mehr gegeben ist. Der dargestellte Zusammenhalt zwischen Sam und seinen Verbündeten demonstriert, dass Freundschaft und Gerechtigkeit über Krieg und Feindschaft siegen. Dies sowie das Happy End und das eindeutig als futuristisch zu erkennende Filmgeschehen liefern viele Entlastungsmomente, sodass einer möglichen Platzierung des Films im Tagesprogramm stattgegeben werden konnte. (Stand: März 2018)

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Pain & Gain

USA 2013
Action

Daniel Lugo arbeitet als Trainer in einem Fitnessstudio, träumt aber von einem besseren Leben in Reichtum. Er plant mit seinen Kollegen, einen superreichen Kunden zu entführen und ihn dazu zu bringen, ihnen seine Besitztümer zu übertragen.
In der gekürzt vorliegenden US-amerikanischen Action-Groteske verleitet der "Amerikanische Traum" drei Bodybilder dazu, ihr Lebensglück mit Gewaltexzessen zu erzwingen. Dabei gehen sie über Leichen und werden schließlich gefasst und verurteilt. Die Geschichte soll einer wahren Begebenheit folgen, ist aber comichaft überzeichnet und bietet für 12- bis 15-Jährige wenig Realitäts- oder Alltagsnähe und auch keine Identifikationsfiguren an. Sämtliche Figuren werden als lächerlich dargestellt, und Gewalt und Missgeschicke werden komisch oder zynisch konnotiert. Das auf Grausamkeit basierende Humorverständnis wurde in der Prüfung kontrovers besprochen. Die Ausschussmehrheit befand, dass die Parodie erkennbar im Vordergrund steht und der Sender mit der vorliegenden Fassung die von der FSK problematisierten Aspekte weitgehend ausgeräumt hat. (Stand: Juli 2015)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Prometheus – Dunkle Zeichen

USA, GB 2012
Science-Fiction

Der spannende, sehr artifizielle Science-Fictionfilm, der auch großzügige  Anleihen im Horrorgenre nimmt, erzählt die Geschichte von Wissenschaftlern auf der Suche nach dem Ursprung des Lebens.
Ort der Handlung ist das Forschungsraumschiff „Prometheus", das in fernen Galaxien landet. Bedrohliche Alltags- oder Realitätsbezüge ergeben sich daher – abgesehen von der Gruppendynamik im Team der Wissenschaftler – nicht. Der im Original ab 16 Jahren freigegebene Film wurde für die TV-Ausstrahlung bearbeitet und um brutale Darstellungen von Gewalt verkürzt. Dennoch verbleiben einige dichte und intensive Horrorsequenzen, ängstigende Motive und inhaltliche Verwirrungen. Eine Decodierung des philosophisch interpretierbaren Geschehens wird 12- bis 15-Jährigen noch nicht zugetraut. Auch der Cliffhanger zum Ende, der die Geburt von Aliens zeigt, sorgt nicht für Entlastung. Auf der anderen Seite gibt es auch keine Personen oder Situationen, die einen Transfer zulassen und auf den Alltag zurückwirken können. Wirkungen, die die Entwicklung von ab 12-Jährigen nachhaltig beeinträchtigen, werden daher nicht vermutet. (Stand: Juli 2014)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Aliens – Die Rückkehr

USA 1985
Science-Fiction

Im zweiten Teil der in der Zukunft spielenden Filmreihe geht es um die Bekämpfung der Aliens. Der Film gipfelt in einem vernichtenden Frau-gegen-Frau-Duell-Massaker zwischen der Astronautin Ripley und der Mutter aller Aliens.
Der Film nimmt sich ebenso wie der erste Teil Zeit für ausführliche Darstellungen mehrerer Details, dadurch erfolgt der Spannungsaufbau schleichend, aber stetig. Dem entgegen wirkt das technische Setting von 1985 durchaus antiquiert und wird als entlastend gegenüber der durchgängigen Bedrohungssituation bewertet. Denn diese ist trotz einiger Kürzungen drastisch in Szene gesetzter Gewaltdarstellungen vorhanden. So bleibt der Film dramaturgisch dicht – aber aus heutiger Sicht sind diese Momente für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren verkraftbar. Das surreale Filmsetting vermindert eine mögliche Adaption auf die Alltagswelt von hiesigen Kindern und Jugendlichen. Die Kämpfe gegen die Aliens können klar dem fantastischen Genre zugeordnet werden. Einen großen Raum im Film nimmt die Waffenpräsenz ein, sie ist allerdings negativ konnotiert und wird zur Verteidigung im Überlebenskampf eingesetzt. Einer Ausstrahlung im Hauptabendprogramm steht nichts entgegen. (Stand: April 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Lethal Weapon 3 – Die Profis sind zurück

Brennpunkt L.A.
USA 1992
Action

Auch im dritten Teil der Brennpunkt L.A.-Reihe ergänzen sich die sympathischen ungleichen Cops Murtaugh und Riggs beim Kampf gegen Waffenschieber.
Dieser Teil der jugendaffinen Actionreihe ist abermals von Verfolgungsjagden und Schusswechsel durchzogen – ein klar als fiktional identifizierbares Action-Spektakel, das von ab 12-jährigen Zuschauern ohne Beeinträchtigung rezipiert werden kann. Entlastend wirken die zahlreichen humorigen Elemente und Sprüche, die den Film schon fast zu einer Action-Komödie machen. Tragische sowie emotionale Momente sind vorhanden, diese sorgen jedoch für eine gewisse Ambivalenz und wirken einer möglichen Desensibilisierung entgegen. Die Hauptfiguren bestehen alle Gefahren mit höchstens kleineren Blessuren. Zu keinem Zeitpunkt steht außer Frage, dass das Gute über das Böse siegen wird. Da in der vorliegenden Schnittfassung etwaig problematische Gewaltspitzen senderseitig gekürzt wurden, ist eine Hauptabendprogrammierung möglich. (Stand: Januar 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Panic Room

USA 2002
Thriller

In diesem Film geht es um ein Einbrecherteam, dass Mutter und Kind unter Druck setzt, um an die millionenschwere Beute zu kommen, die sich in einem speziell hergerichteten Raum befindet. Panic Room ist ein gut gemachter Thriller, dessen Handlung chronologisch verläuft und daher für Zuschauer ab 12 Jahren gut verständlich ist. Nach umfassender Schnittbearbeitung des Senders befand der FSF-Prüfausschuss, dass Panic Room Zuschauer ab 12 Jahren nicht übermäßig oder nachhaltig ängstigt. Die Rollen von Gut und Böse sind klar verteilt: Mutter und Tochter stellen sich als perfekte Vorbilder und Identifikationsfiguren dar und bilden trotz der konstanten Bedrohung durch die Verbrecher ein stabiles Duo dar. Sie erwehren sich aller Angriffe und treiben die Einbrecher zur Verzweiflung. Immer wieder gibt es Anlass zur Hoffnung auf ein gutes Ende. Schließlich kommen alle Guten davon, und die Verbrecher sterben, sodass nach der letzten Filmszene die Spannung aufgelöst und eine nachhaltige Ängstigung bei Zuschauern ab 12 Jahren daher nicht zu befürchten ist.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Mütter machen Porno

Deutschland 2020
Doku-Serie

Deutsche Version der britischen Original-Dokumentation Moms make porn: Fünf Mütter tauschen sich über Internetpornografie aus und planen, einen eigenen Porno zu drehen – abgestoßen von der im Netz dominierenden harten Pornografie.
Die Doku-Serie wurde in den Prüfausschüssen sehr kontrovers diskutiert. Zwei Folgen wurden – z.T. erst im Berufungsverfahren – ab 12 Jahren freigegeben, sodass eine Ausstrahlung ab 20 Uhr möglich ist, eine Episode erhielt die Freigabe ab 16 Jahren und kann entsprechend im Spätabendprogramm ab 22 Uhr gezeigt werden. Für eine Freigabe ab 16 Jahren spricht die z.T. dichte Bildebene mit Bildern von Standardpornos sowie die Tatsache, dass die Pornoindustrie an sich nicht kritisch kommentiert wird. Erst ältere Jugendliche könnten Pornografie als bloße Facette von Sexualität angemessen einordnen. Für eine Freigabe ab 12 Jahren spricht, dass eindeutig das Ziel der Aufklärung und der Aufruf zum Gespräch zwischen den Generationen im Mittelpunkt der Sendung steht. Die sexuellen Inhalte werden deutlich in einen aufklärerischen Kontext über die Machart und typischen Muster von Pornos eingebettet. Die Darstellungen selbst sind geblurrt oder aus der Distanz dargestellt. Vor diesem Hintergrund traute die Mehrheit der Prüferinnen und Prüfer bei den ersten beiden Episoden bereits ab 12-Jährigen zu, die Szenen mit sexuellen Inhalten in den beschriebenen Kontext zu setzen und diese entsprechend einzuordnen. Positiv wurden die offenen Interviewsequenzen mit Jugendlichen bewertet, in denen sie Auskunft über ihre eigenen Erfahrungen und Einstellungen geben. In Teil 3, in dem dann verpixelte Szenen aus dem fertigen Film gezeigt werden, ist der Aufklärungscharakter trotz der Kommentare der Mütter geringer – dieser Teil wurde einstimmig ab 16 Jahren freigegeben. (Stand: Juli 2020)

Weitere Informationen zur Doku Mütter machen Porno im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)
Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis

Brennpunkt L.A.
USA 1986
Action

Der Actionfilm ist der Auftakt der aus vier Filmen bestehenden Brennpunkt L.A.-Reihe mit den ungleichen Cops Marin Riggs und Roger Murtaugh, die sich gegen brutale Verbrecher zu Wehr setzen müssen.
Die Handlung des Films, die zweifellos jede Menge Gewalt enthält, findet in einem deutlich überzogen inszenierten „Gangster-Kosmos“ statt, der als solcher klar umrissen wird und dem realitätsfernen actionorientiertem Genre zuzuordnen ist. Gewaltspitzen werden nicht selbstzweckhaft ausgespielt oder ästhetisiert, sie gehen durchweg von den Gangstern und damit von den „Bösen“ aus. Die beiden positiv besetzten Polizisten wenden Gewalt ausschließlich zur Verteidigung an. Der Konsum von Drogen wird angeschnitten, durch seinen Bezug zum kriminellen Milieu jedoch in keiner Weise verharmlost. Auch wird die Darstellung von Folter keinesfalls legitimiert. Die humoristische Sprachebene, aber auch die immer stärker werdende Freundschaft zwischen den ungleichen Partnern schaffen hinreichend Entlastungsmomente. Zudem treten die Detectives in bedrohlichen Szenen souverän auf und können sich aus jeder Gefahrensituation alsbald befreien. Die Ermittler verhalten sich zwar teilweise unkonventionell, dennoch findet dieses Verhalten eindeutig in der fiktionalen Filmwelt des veralteten Buddy-Movies statt, was von ab 12- Jährigen bereits decodiert und eingeordnet werden kann. Insgesamt kann eine kurzzeitige Erregung eintreten, eine nachhaltige Ängstigung der Altersgruppe wird jedoch ausgeschlossen, weshalb eineFreigabe für eine mögliche Ausstrahlung im Hauptabendprogramm entschieden wurde. (Stand: Mai 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Suicide Squad

USA 2016
Fantasy

Der Film spielt im Batman-Universum und dreht sich um eine Truppe hochgefährlicher inhaftierter Comic-Schurken, die im Auftrag der US-Regierung für einen Sonderauftrag als Team zusammengestellt werden.
Der gekürzt zur Prüfung eingereichte Action-Fantasy-Film verzichtet auf drastische Gewaltspitzen und einige herabwürdigende Sprachbilder. Zu Beginn recht martialisch und waffenstrotzend anmutend, entwickelt sich der Film in der zweiten Hälfte immer mehr zu einem Fantasymärchen in Computerspiel-Ästhetik. Dazu tragen vor allem die grellen Farben, die typischen Comic-Ausstattungen, Kostümierungen und das Auftauchen bekannter Figuren wie Batman oder Joker bei. Dies lässt das Abenteuer für ab 12-Jährige als reines "Popcorn-Kino" erscheinen, das keinerlei eindringliche oder nachhaltige Wirkmacht entfaltet. Und so werden auch die Eindrücke aus der ersten Hälfte hinreichend abgefedert und konterkariert. Denn ab 12-Jährige sind in der Lage, diese Entwicklung nachzuvollziehen und den Film mitsamt aller für sich genommen bedenklichen Gewalttendenzen in einer vollkommen fiktionalen, auf Action- und Spannungs-Effekte setzenden Märchenwelt einzuordnen. Auch wenn Erholungsphasen selten vorkommen, helfen Überzeichnungen und Gags immer wieder, die Szenerie aufzulockern. So bleibt die Spannung insgesamt verkraftbar, entlastend wirkt letztlich auch das Happy End. (Stand: Januar 2019)

Weitere Informationen zum Actionfilm Suicide Squad gibt es im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Stephen Kings Es – Teil 1

USA 1990
Mystery

Nachdem der "Club der Verlierer", bestehend aus sieben Kindern, 30 Jahre zuvor vermeintlich den Horrorclown Pennywise bekämpft hat, taucht der Angst und Schrecken verbreitende Clown wieder auf. Die mittlerweile erwachsenen Freunde nehmen erneut den Kampf auf.
Die Horrorszenen aus dem fast 30 Jahre alten Film wirken vor dem Hintergrund heutiger Darstellungskonventionen und Sehgewohnheiten altmodisch und visuell zurückhaltend. Auf der anderen Seite hat der Horror schon eine gewisse psychologische Tiefe, weil er an reale Traumata appelliert (Verlust eines geliebten Menschen, sexuelle Bedrohung) und diese auf einer symbolischen Ebene anspricht. Dadurch entsteht ein für 12-Jährige schwer zu greifender, verstörender Assoziationsraum. Aber der Film bietet aus heutiger Sicht auch viele Distanzierungsmomente, z.B. die etwas hölzern wirkende Machart, das Setting vieler Szenen in den 50er-Jahren, und positive Botschaften, z.B. Überwindung von Ängsten und bedrohlichen Situationen durch Freundschaft und Zusammenhalt. Deshalb erscheint auch das offene Ende des ersten Teils als verkraftbar für ein Publikum ab 12 Jahren, einer Ausstrahlung im Hauptabendprogramm wird stattgegeben. (Stand: November 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Matrix Revolutions

USA 2003
Science-Fiction

Aufbauend auf der Story des Vorgängerfilms Matrix Reloaded schließt dieser Teil die Science-Fiction-Trilogie inhaltlich ab. Der auserwählte Neo gehört einer schlagkräftigen Untergrundtruppe an, die die Menschen vor der bösen Maschinenwelt retten will.
Erzählt wird eine klar dem Fantasygenre zuordenbare Geschichte, in der die Zeit- und Handlungsebenen komplex miteinander verstrickt sind und die übermenschlichen Fähigkeiten der Protagonisten und ihrer Gegenspieler schwer einzuschätzen sind. Dabei bietet der offensichtliche Kampf des Guten gegen das Böse Orientierung. Die trotz vieler Kürzungen vorgelegte Schnittfassung bleibt aufgrund ihrer Länge, der düsteren Stimmung, der Vielzahl an Kampfszenarien und der wuchtigen Musik sehr anstrengend für ein Publikum ab 12 Jahren, aber weder inhaltlich noch auf der Bildebene sind Elemente enthalten, die ältere Kinder nachhaltig beeinträchtigen könnten – sofern die weiteren von der FSF verhängten Schnittauflagen erfüllt sind. Zu dieser Einschätzung trägt bei, dass sich die Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen im Genre Science-Fiction und mit Fantasy-Szenarien bereits gut auskennt und die Künstlichkeit der Filmhandlung in fast jeder Szene greifbar ist. Dies ermöglicht eine ausreichende Distanzierung. Auch bietet der versöhnliche Ausklang des Films Entlastung. (Stand: Januar 2019)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

The Contract

USA 2006
Action

Während eines Vater-Sohn-Ausflugs entdecken die beiden zwei im Fluss treibende Männer, einen Polizisten und seinen Gefangenen. Beim Versuch, den Verurteilten im nächsten Ort abzuliefern, versuchen dessen Komplizen ihn zu befreien.
Vorgelegt wurde eine um drastische Gewaltszenen gekürzte Fassung des Polit- und Actionthrillers. Die verbleibenden Gewaltmomente sind ausreichend dezent gestaltet, ohne jedoch verharmlosend zu wirken. Die teils sehr spannungsstark inszenierte Handlung bietet demgegenüber zahlreiche Entlastungsmomente. Ein klares Gut-Böse-Schema hilft bei der Orientierung, da die Figur des Gangsters sehr charismatisch daherkommt. Aber der Vater bietet seinem Sohn ein verlässliches Wertesystem. Zudem bewirkt die überzeichnete Darstellung der Antagonisten eine distanzierte und realitätsferne Wahrnehmung. Die für Kinder und Jugendliche zur Identifikation geeignete Figur des Jungen bleibt während der gesamten Zeit unversehrt und verhält sich stets klug und gefasst. Ein Publikum ab 12 Jahren wird während der Rezeption dieser Schnittfassung nicht mit nachhaltig beeinträchtigenden Inhalten konfrontiert, eine Ausstrahlung im Hauptabendprogramm ist daher möglich. (Stand: März 2019)

Weitere Informationen zum Actionfilm The Contract gibt es im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Matrix

USA 1999
Science-Fiction

Der Programmierer und Hacker Neo muss erkennen, dass sein Leben nicht real ist: Maschinen haben die Macht übernommen und halten die Menschen als lebende Energiequellen in riesigen Zuchtanlagen. Was die Menschen für ihr wirkliches Leben halten, ist eine komplexe Computersimulation – die Matrix. Neo schließt sich einer Rebellengruppe an und nimmt den Kampf gegen die Maschinen auf.
Die verwirrende Geschichte des oscarprämierten Science-Fiction-Films stellt für 12-Jährige eine intellektuelle Herausforderung dar, der Unterschied zwischen Realität und Matrix kann von der Altersgruppe aber nachvollzogen werden. Der Film ist von einer düsteren Grundstimmung geprägt. Lange religiös-philosophische Dialogpassagen wechseln mit wuchtigen Action- und Gewaltszenen. Die Gewalt geht zu keinem Zeitpunkt von den Hauptfiguren aus, die nur kämpfen, wenn eine Flucht nicht mehr möglich ist. Die Kämpfe sind bildgewaltig umgesetzt und stark ästhetisiert, wirken aber wie die Helden comichaft und überzeichnet. Die Fiktionalität ist somit klar erkennbar. Realistische, blutige Bilder von Gewaltfolgen wurden für die Platzierung im Hauptabendprogramm geschnitten.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)