ProgrammprüfungFSF-Altersfreigaben

FSF-Altersfreigaben mit ProgrammInfos

Die ProgrammInfos der FSF sind Jugendschutzinformationen zum Fernsehprogramm. Sie beinhalten die Altersfreigabe mit einer kurzen Begründung sowie das Maß eines möglichen Wirkungsrisikos in den Kategorien Angst, Gewalt, sozialethische Desorientierung, Sex und Sprache.

Sie finden hier eine Auswahl aus annähernd 35.000 geprüften Programmen. Falls Sie sich für die Freigabe einer Sendung interessieren, die Sie hier nicht finden, wenden Sie sich bitte an unsere Jugendschutz-Hotline.

Bitte beachten Sie: Die Altersfreigabe ist keine pädagogische Empfehlung, sondern das Alter, für das ein Programm nach Einschätzung der FSF nicht entwicklungsbeeinträchtigend wirkt.

 

Aktuelle ProgrammInfos

Terminator: Die Erlösung

USA 2009
Science-Fiction

Der vierte Teil der Science-Fiction-Reihe Terminator spielt im Jahr 2018, in dem die Welt in Trümmern liegt und von Skynet-Maschinen und Terminatoren beherrscht wird. Der Widerstandskämpfer John Connor jedoch versucht, die Menschen vor der künstlichen Intelligenz zu schützen. Der Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Mensch und Maschine wird im Inneren von Skynet fortgesetzt. Am Ende siegt jedoch das Gute.
Ältere Kinder ab 12 Jahren werden den Film klar dem fiktionalen Science-Fiction-Genre zuordnen und auch die Gut-Böse-Zeichnung der Charaktere sofort erfassen. Im actionreichen und spannungsgeladenen Film finden sich starke Protagonisten zur Orientierung, die alle bis auf einen Maschinen-Menschen, der für die gute Sache sein Leben lässt, überleben. Die vorliegende Schnittfassung des Films setzt auf visuelle Effekte und spart auch in gekürzter Version nicht mit Action- und Gewaltszenen, allerdings wird die Gewalt dramaturgisch begründet und geht von den feindlich eingestellten Maschinen aus. Ein gewisses Erregungspotenzial ist verblieben, eine nachhaltige Ängstigung für Kinder ab 12 Jahren wird allerdings nicht vermutet. (Stand: August 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Falling Down – Ein ganz normaler Tag

USA 1993
Drama

Auf dem Weg zum Kindergeburtstag seiner getrennt lebenden Tochter führt die Hauptfigur William Foster einen unberechenbaren und gewalttätigen Feldzug durch Los Angeles.
Der vor über 20 Jahren produzierte Film erhielt ursprünglich wegen des Selbstjustiz übenden Protagonisten eine Freigabe ab 16 Jahren. Aus heutiger Sicht kann ein Gefährdungsrisiko für medienerfahrene Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren dagegen ausgeschlossen werden. Der verzweifelte und überforderte Foster eignet sich in keinerlei Hinsicht als Identifikationsfigur. Der Film hat zudem eine gesellschafts- und gewaltkritische Gesamtaussage, die von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren verstanden werden kann. Gewalthandlungen und Tötungen werden im Film nicht befürwortet und wecken keine Sympathie für die Hauptfigur. Sie sind eher zurückhaltend inszeniert und dramaturgisch begründet. Dennoch verlangen die verbliebenen gewalthaltigen Szenen den Zuschauern und Zuschauerinnen einiges an Verarbeitung ab und können Kinder unter 12 Jahren nachhaltig ängstigen. (Stand: April 2017)

Weitere Informationen zum Film Falling Down im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben

Teil 5
USA 2012
Action

Im fünften Teil der Stirb langsam-Filmreihe mit Actionheld Bruce Willis alias Detective John McClane dreht sich alles um eine angebliche Geheimakte, die nicht in die falschen Hände geraten soll. An einigen mit dieser Geheimakte in Verbindung stehenden Verbrechen ist diesmal Johns Sohn Jack beteiligt. Beide kämpfen zusammen um ihr Leben.
Trotz Vorlage einer bearbeiteten Fassung des Kinofilms wurde der Prüfausschuss mit unzähligen gewalthaltigen Actionszenen konfrontiert, die den Plot als waffenverliebte Materialschlacht erscheinen lässt. Die überhöhte Actiondarstellung im typischen Bruce-Willis-Stil und weitere durchchoreografierte Stunts wurden allerdings als Relativierungs- und Entlastungsmomente gesehen. Zudem wird davon ausgegangen, dass das Verblüffen über die gut gemachten Special Effects im Vordergrund stehen soll und Zuschauer ab 12 Jahren mit entsprechender Genrekenntnis nicht überfordert werden. Auch einzelne verbliebene Schockmomente befinden sich im Rahmen dessen, was sonst im Hauptabendprogramm vorzufinden ist. Das überzogen, realitätsferne und comichaft inszenierte Geschehen, die Vater-Sohn-Beziehung und der eindeutig fehlende Bezug zur kindlichen Lebenswirklichkeit bieten ausreichend Auflockerung und Entlastung. Die hier mit Gewalt und Zerstörungslust „gelösten“ Probleme überschneiden sich nicht mit den von Kindern real zu lösenden Problemen. Detailliert in Szene gesetzte Gewaltspitzen müssen für die Platzierung im Hauptabendprogramm entfallen. (Stand: Januar 2015)

Weitere Informationen zum Actionfilm Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben gibt es im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

V – Die außerirdischen Besucher kommen zurück

USA 1984
Science-Fiction

Nachdem die außerirdischen Besucher von der Erde vertrieben werden konnten, scheint der Sieg gegen die Spezies besiegelt. Die Aliens geben jedoch ihren Plan von der Zerstörung der Menschheit und die Ausbeutung des Planeten Erde nicht auf. Aktiv gehen die Widerständler erneut gegen die Besucher vor und setzen ihnen alles entgegen, was ihnen einfällt.
Die Serie bewegt sich in einem realitätsfernen und langsam erzählten Science-Fiction-Kontext. Es gibt einige Szenen mit gewalttätigen Auseinandersetzungen, die zwar kurzzeitig Spannung aufbauen, jedoch keine nachhaltig ängstigende Wirkung für unter 12-Jährige entfalten, da die Helden zu keiner Zeit in ernsthafter Gefahr sind. In einigen Episoden wurden Gewalthandlungen vom ausstrahlenden Sender vorab bzw. vom FSF-Ausschuss durch Schnitte im Zuge der Programmprüfung entschärft. Beim Kampf zwischen Mensch und Alien wird der Einsatz von Gewalt weder verherrlicht noch befürwortend dargestellt. Zudem gibt es viele positive Entlastungsmomente. Die realitätsferne Machart des Formats und die teilweise ungeordnete Darstellung der Ereignisse sorgen für wenig Jugendaffinität, auch wird keine Nähe zur Lebenswelt hiesiger Jugendlicher hergestellt. Insgesamt wirkt die gesamte Handlung aus heutiger Sicht sowohl technisch als auch ästhetisch veraltet und überholt, jedoch wird oft auf die NS-Zeit verwiesen. Da dies für jüngere Kinder nicht decodierbar ist, entfaltet sich keine sozialethisch desorientierende Wirkung. Dem Antrag auf Ausstrahlung im Tagesprogramm konnte stattgegeben werden. (Stand: August 2020)

Weitere Informationen zur Serie V – Die außerirdischen Besucher kommen zurück im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Tagesprogramm (ab 6.00 Uhr)

Game of Thrones

USA ab 2013
Fantasy

Die Serie Game Of Thrones mischt Elemente aus Mittelalterepos und Fantasy und erzählt von dem Machtkampf um das fiktive Königreich Westeros und den damit verbundenen Intrigen und Leidenschaften. Lange Dialogszenen wechseln mit Kampfhandlungen, die einige detaillierte Gewaltspitzen und kurze Schreckmomente enthalten. Die Alltagsferne des Geschehens und die klare Gut-Böse-Zeichnung der Figuren bieten für ein Publikum ab 12 Jahren aber hinreichend Distanzierungsmöglichkeiten, um auch drastischere Gewaltmomente (z.B. eine angedeutete Vergewaltigung oder diverse Tötungshandlungen) zu verkraften. Ausnahmen wie einzelne spekulative und nachhaltig wirkende Bilder (z.B. Kamerablick auf den Stumpf einer abgehackten Hand) wurden mit Schnittauflagen belegt. (Stand: Februar 2014)

Weitere Informationenzur Serie Game of Thrones im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)
Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

The Walking Dead

USA ab 2012
Horror

Die Serie erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe von Menschen, die nach der Apokalypse in einer verseuchten Welt unter Zombies ums Überleben kämpft.
Viele Episoden der Zombie-Dystopie bieten neben der üblichen Suche nach Sicherheit und Nahrung und dialogorientierten Passagen genretypische Auseinandersetzungen zwischen Menschen und Zombies und enthalten zahlreiche in der Gewaltdarstellung zum Teil drastische, blutige und splatterartige Szenen. Ab 16 Jahren – z.T. unter Schnittauflagen – können Folgen freigegeben werden, die keine gewaltbefürwortenden Botschaften transportieren. Die gezeigten Gewaltaktionen sind als Notwehrhandlungen erkennbar und können von älteren Jugendlichen in die alltagsfernen Extrem- bzw. Ausnahmesituationen als solche eingeordnet werden. Ab Staffel drei zieht das Gewaltpotenzial merklich an – die Gewalthandlungen sind zunehmend drastisch und detailliert dargestellt. Nach wie vor richtet sich die Gewalt oftmals gegen die von den Menschen visuell deutlich unterscheidbaren Zombies, sodass die Fiktionalität weitgehend präsent bleibt und Distanz schafft. Einige der Protagonisten artikulieren jedoch eine offene, gegenüber vorangegangenen Staffeln deutlich gesteigerte Gewaltlust, die teilweise sehr blutige Formen annimmt und eindringlich inszeniert ist. Hinzu kommen gehäuft auch Gewaltaktionen von Menschen gegen Menschen, wobei auch die Protagonisten zunehmend Tötungshemmungen überwinden. Die von den Feinden der Gruppe ausgehende Gewalt trägt z.T. äußerst grausame bis sadistischen Züge. Je nach Intensität, Drastik und Selbstzweckhaftigkeit bzw. kontextueller Einbettung der Gewalthandlungen wurden die einzelnen Episoden ab 16 bzw. zunehmend häufig auch ab 18 Jahren freigegeben. Auch in Staffel sieben werden drastische Gewaltexzesse gezeigt, die allerdings von Feinden der Gruppe ausgehen und sehr abstoßend wirken – das die Gewalt und Grausamkeit vom Zuschauer abgelehnt wird, spricht gegen eine Sendeunzulässigkeit. (Stand: Oktober 2016)

Weitere Informationen zur Serie The Walking Dead im FSF-Blog.

Ab 18 Jahren / Nachtprogramm (23.00 – 6.00 Uhr)
Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

Passagier 23

D 2018
Thriller

Der Thriller beruht auf dem gleichnamigen Buch von Sebastian Fitzek und erzählt die Geschichte von verlorengegangenen Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff, deren Verschwinden der Polizeipsychologe Martin Schwartz versucht aufzudecken.
Der Film wird sehr ruhig erzählt und wechselt kontinuierlich zwischen spannungsreichen, auch musikalisch entsprechend untermalten dynamischen Phasen und zur Entspannung einladenden reflektierenden Dialogphasen. Actionszenen sind kaum vorhanden – der "Thrill", der sich aus dem mysteriösen Verschwinden von Mutter und Kind entspinnt, entwickelt sich erst nach und nach. Die Tatsache, dass der Ermittler Martin Schwarz die Wahrheit Stück für Stück ans Licht bringen kann und am Ende sogar seinen eigenen Sohn wiedersehen kann, sorgt für Entlastung. Die eigentlich kritische Problematik des Kindermissbrauchs durch die eigenen Eltern wird erst ganz am Ende und für 12-Jährige nur sehr verklausuliert und nicht bildlich inszeniert. Sodass insgesamt davon ausgegangen wird, dass ab 12-Jährige fähig sind, das Gezeigte entsprechend zu verarbeiten. Der Film erhielt eine Freigabe für das Hauptabendprogramm. (Stand: November 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Die Insel

USA 2005
Abenteuer

In dem in der Zukunft spielenden Abenteuerfilm werden Menschen geklont und unwissentlich als Organspender ihrer wohlhabenden „Originale“ gefangen gehalten. Als einer der Klone dahinterkommt, beginnt ein Wettlauf um die Wahrheit und ums Überleben.
Das futuristische Setting des Films ist gut erkennbar und lässt keinerlei Bezüge zum gesellschaftlichen und sozialen Alltag von Zuschauern ab 12 Jahren herstellen. Da diese Altersgruppe bereits Erfahrungen mit Science-Fiction-Filmen hat und auch mit Themen wie Klonen und künstlichem Leben vertraut ist, kann sie die z.T. zynischen und skrupellosen Charaktere des Films und sensible Themen wir Organzucht und Kinderhandel als fiktive, futuristische Interpretation einer Welt in der fernen Zukunft einordnen. Auch unterstützt die klar in Gut und Böse aufgeteilte Figurenkonstellation die moralische Einschätzung des Geschehens. Durch die senderseitige Reduktion von Gewaltspitzen wurden die verbliebenen Gewaltdarstellungen als verkraftbar für Zuschauer ab 12 Jahren eingeschätzt. Damit erhöht sich überdies der Anteil an Entspannungsmomenten und auch das harmonische und ruhig inszenierte Happy End bietet Entlastung. (Stand: April 2018)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Spiel mit der Angst

Kanada, Großbritannien 2007
Thriller

Das idyllische Leben des Ehepaars Neil und Abby Randall ändert sich schlagartig, als ihre kleine Tochter Sophie von einem Unbekannten entführt wird. Um ihr Kind wiederzusehen, müssen sich die Eltern den Forderungen des Entführers für 24 Stunden beugen.
Der senderseitig für die Primetime gekürzte Rachethriller enthält ein gewisses Gewaltniveau, dessen Spannungsspitzen durch mehrere Schnitte entsprechend des FSK-Jugendentscheides entschärft wurden. Die verbliebenen Gewalthandlungen gehen fast ausschließlich vom Entführer aus, Neil und Abby wenden Gewalt meist nur reaktiv an. Im Handlungsverlauf wird immer wieder die Bedrohung der kleinen Sophie thematisiert – allerdings verbal und nicht auf der Bildebene visualisiert. Es werden v.a. die Ängste der erwachsenen Hauptfiguren aufgegriffen, eine Identifikation jüngerer Zuschauer mit ihnen scheint jedoch unwahrscheinlich. Zum Filmende löst sich die Gefahr auf und erweist sich als Täuschung. Insgesamt ist der Plot sehr alltagsfern und konstruiert konzipiert und bietet ab 12-Jährigen entsprechende Distanzierungsmomente. Zwar zeigen alle Figuren ein sozialethisch abweichendes Verhalten, dennoch wird dieses im Hinblick auf die Probleme und seelischen Verletzungen der Protagonisten eingeordnet und ausführlich erklärt. Das moralisch verwerfliche Gebaren aller Beteiligten führt zum Ende für Keinen zu Glück oder Zufriedenheit. Ab 12-Jährigen wird zugemutet, dass sie die Konfliktlösung nicht als „normal“ bzw. sozial akzeptiert wahrnehmen. Der FSF-Prüfausschuss sprach sich entsprechend für eine Freigabe ab 12 Jahren im Hauptabendprogramm aus. (Stand: Juli 2020)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Wer ist Hanna?

USA, GB, D 2011
Thriller

Der artifizielle und sich aus den unterschiedlichen Genres Agententhriller, Roadmovie, Action- und Teenagerfilm bedienende Filmmix erzählt vom Prozess des Erwachsenwerdens eines genmanipulierten und zur Kämpferin erzogenen Mädchens.
Die senderseitig um drastische Gewaltdarstellungen gekürzte Filmfassung zeigt eine recht unerschütterliche Heldin, die zwar aufgrund ihrer Jugendlichkeit Identitätsfigur sein könnte, allerdings in ihrer Künstlichkeit eine lebensferne Figur abgibt, die das Einfühlen schwierig macht. Ein klares Gut-Böse-Schema der Charaktere, das surreale Filmsetting, welches die alltags- und realitätsferne Handlung unterstreicht, und der Wechsel von längeren ruhigen Passagen auf spannende Szenen bieten ausreichend Distanzierungsmomente für Zuschauer ab 12 Jahren. Dargestellte Gewaltszenarien, in denen Hanna tötet, geschehen aus Notwehr und nicht aus der Lust am Töten. Eine Beeinträchtigung für die Altersgruppe der ab 12-Jährigen wird nicht gesehen, eine Freigabe für das Tagesprogramm kommt aufgrund der Vielzahl an Gewalthandlungen und ängstigenden Momenten jedoch nicht in Betracht. (Stand: Januar 2017)

Weitere Informationen zum Agententhriller Wer ist Hanna? im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Population 436

USA 2006
Fantasy

Rätselhaftes Mysterydrama um den Ort Rockwell, in dem die Einwohnerzahl seit einem Jahrhundert exakt gleich bleibt. Steve Kady, Mitarbeiter der Volkszählungsbehörde, versucht dem Ganzen auf den Grund zu gehen und gerät in größte Gefahr.
Die Geschichte folgt einem stringenten und konventionellen Erzählschema, dem ab 12-Jährige gut folgen können. Die etwas unheimliche und sich verdichtende Atmosphäre erzeugt Spannung und Neugier. Potenziell ängstigende Elemente bzw. gewalthaltige Szenen wurden durch die senderseitige Schnittbearbeitung wirkungsvoll eingekürzt. Die verbliebenen spärlich gesetzten gewalthaltigen Szenen sind weder in Qualität noch Quantität geeignet, ab 12-jährige Zuschauer nachhaltig zu ängstigen. Ebenfalls wird die religiöse Verbrämung der Dorfbewohner als wenig wirkmächtig bzw. attraktiv und hinreichend dekodierend eingeschätzt. Eine desorientierende Wirkung wird daher nicht vermutet. Für Kinder unter 12 Jahren ist der Film jedoch zu ängstigend, weshalb eine Freigabe für das Tagesprogramm nicht in Betracht kommt. (Stand: April 2017)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)

Mütter machen Porno

Deutschland 2020
Doku-Serie

Deutsche Version der britischen Original-Dokumentation Moms make porn: Fünf Mütter tauschen sich über Internetpornografie aus und planen, einen eigenen Porno zu drehen – abgestoßen von der im Netz dominierenden harten Pornografie.
Die Doku-Serie wurde in den Prüfausschüssen sehr kontrovers diskutiert. Zwei Folgen wurden – z.T. erst im Berufungsverfahren – ab 12 Jahren freigegeben, sodass eine Ausstrahlung ab 20 Uhr möglich ist, eine Episode erhielt die Freigabe ab 16 Jahren und kann entsprechend im Spätabendprogramm ab 22 Uhr gezeigt werden. Für eine Freigabe ab 16 Jahren spricht die z.T. dichte Bildebene mit Bildern von Standardpornos sowie die Tatsache, dass die Pornoindustrie an sich nicht kritisch kommentiert wird. Erst ältere Jugendliche könnten Pornografie als bloße Facette von Sexualität angemessen einordnen. Für eine Freigabe ab 12 Jahren spricht, dass eindeutig das Ziel der Aufklärung und der Aufruf zum Gespräch zwischen den Generationen im Mittelpunkt der Sendung steht. Die sexuellen Inhalte werden deutlich in einen aufklärerischen Kontext über die Machart und typischen Muster von Pornos eingebettet. Die Darstellungen selbst sind geblurrt oder aus der Distanz dargestellt. Vor diesem Hintergrund traute die Mehrheit der Prüferinnen und Prüfer bei den ersten beiden Episoden bereits ab 12-Jährigen zu, die Szenen mit sexuellen Inhalten in den beschriebenen Kontext zu setzen und diese entsprechend einzuordnen. Positiv wurden die offenen Interviewsequenzen mit Jugendlichen bewertet, in denen sie Auskunft über ihre eigenen Erfahrungen und Einstellungen geben. In Teil 3, in dem dann verpixelte Szenen aus dem fertigen Film gezeigt werden, ist der Aufklärungscharakter trotz der Kommentare der Mütter geringer – dieser Teil wurde einstimmig ab 16 Jahren freigegeben. (Stand: Juli 2020)

Weitere Informationen zur Doku Mütter machen Porno im FSF-Blog.

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)
Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

Gangs of Lonodon

Großbritannien, Nordirland 2019
Drama

In der Mafiaserie geht es um das Fortführen des Familienimperiums von Finn Wallace, mächtigster Pate im organisierten Verbrechen Londons. Nach dessen Tod übernimmt Sohn Sean das „Unternehmen“ und schwört auf Rache.
Das bildmächtige Gewaltspektakel setzt auf eine ernsthafte Dramaturgie, die eine realitätsnahe Abbildung findet und im kriminellen Milieu Londons der Gegenwart angesiedelt ist. Die zumeist düstere Inszenierung ist geprägt von drastischen Gewaltspitzen, die zuweilen gewaltbefürwortend in Szene gesetzt, aber durch die Handlungskontexte durchaus plausibel intendiert sind. Die Mehrheit der Episoden wurde, bei aller Künstlichkeit, zum Teil als verrohend und desensibilisierend für unter 18-Jährige eingeschätzt. Der intensiven Darstellung grausamer Details ist eine gewisse Gewaltlust nicht abzusprechen, sodass diese als sozialethisch desorientierend gewertet werden. Ab 18-Jährigen wird aufgrund einer größeren Medienerfahrung und -kompetenz zugetraut, sich von den Gewaltexzessen distanzieren- und diese Szenen einordnen zu können. Wenige Episoden, die diese herausgestellten Gewaltakte nicht beinhalten, erhalten eine Freigabe ab 16 Jahren. Das exzessive Gewalthandeln ist jedoch klar als ein Teil eines Verbrechermilieus zu erkennen. Insgesamt ist die atmosphärisch dichte Erzählung fokussiert auf intensive Höhepunkte und weniger auf entlastende Passagen. Zudem gibt es kaum deutlich positive Identifikationsfiguren. Das Gangsterepos wurde daher überwiegend für das Nachtprogramm und nur in Ausnahmen für das Spätabendprogramm freigegeben. (Stand: Juli 2020)

Mehr Informationen zur Dramaserie Gangs of London gibt es im FSF-Blog.

Ab 18 Jahren / Nachtprogramm (23.00 – 6.00 Uhr)
Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

Lizzie Borden – Kills!

Staffel 01: einige Episoden
USA 2015
Krimi

Die Beweislast im Mordfall Andrew und Abby Borden ist erdrückend, trotzdem wird die Verdächtige und Tochter Lizzie Borden vor Gericht freigesprochen. Mit ihrer Schwester ein neues Leben ohne Geldsorgen beginnend, eilt Lizzie ihr Ruf voraus und das mysteriöse Versterben von Menschen in ihrem Umfeld weckt das Interesse eines weiteren Ermittlers, der Lizzie zu Fall bringen könnte.
Die Inszenierung der Krimiserie wirkt tarantinoesk und jugendaffin. Es sind sehr viele Gewaltszenen enthalten, die z.T. in Slow Motion, als Großaufnahmen und auch als detailreich eingeblendete Flashbacks mit entsprechender Musikuntermalung wiederholt zu sehen sind. Dieser dargebotene Grundtenor von Zynismus und Gewaltfaszination, bei dem die Sympathien trotz aller Tötungen auf der Hauptfigur Lizzie Borden liegen, spricht klar gegen eine Freigabe des Formats für das Hauptabendprogramm. Ein Publikum ab 16 Jahren ist dagegen in der Lage, die kontextuell gut in den alltagsfernen Plot eingebundenen, aber dennoch artifiziell wirkenden Gewaltdarstellungen distanziert und ohne Beeinträchtigungen zu rezipieren. (Stand: Mai 2018)

Weitere Informationen zur Krimiserie Lizzie Borden – Kills! im FSF-Blog​​​.

Ab 16 Jahren / Spätabendprogramm (22.00 – 6.00 Uhr)

Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly

AU, GB, F 2004
Western

Das Westerndrama erzählt die Lebensgeschichte des Iren Ned Kelly, der um 1875 durch Repressionen der viktorianischen Polizei in Australien zum Gesetzlosen wird. Gemeinsam mit seinem Bruder und zwei Freunden wird er zum Staatsfeind – und zu einem Robin Hood seiner Zeit im Kampf gegen gesellschaftliche Ungerechtigkeit.
Die Geschichte um die vier Freunde wird in epischer Länge erzählt und findet ihren Höhepunkt im Showdown zwischen Polizei und vermeintlichen Verbrechern. Diese und andere Gewaltszenen wurden um besonders brutale und potenziell ängstigende Bilder gekürzt. Heath Ledger als Ned Kelly ist zwar durchaus ein anziehender Held, aber er ist keine realitätsnahe Figur mit cooler Aura, die Kinder und Jugendliche desorientieren könnte. Dem wirkt entgegen, dass das Drama die Verbrecherlaufbahn klar in eine historische Dimension fasst. Das Unrechtbewusstsein der Protagonisten wird thematisiert, der Protagonist reflektiert regelmäßig als Stimme aus dem Off sein Handeln. Desorientierende Wirkungsrisiken wurden daher ausgeschlossen. (Stand: Januar 2015)

Ab 12 Jahren / Hauptabendprogramm (20.00 – 6.00 Uhr)